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20.05.2012 18:00 Uhr:
defacto - Landesmagazin
20.05.2012 18:30 Uhr:
Bericht aus Berlin
20.05.2012 19:10 Uhr:
Berlin direkt
20.05.2012 19:20 Uhr:
Weltspiegel
20.05.2012 19:30 Uhr:
Westpol - Politik in Nordrhein-Westfalen

Bei einem Ortstermin an der Straße "Am Junkergarten" traf sich der Fraktionsvorsitzende der SPD Philipp Thoma mit Udo Hölzel von der Schwanheimer SPD, um das Problem der zuneh- menden Verkehrsbelastung in Schwanheim zu erörtern. Dabei ist für die Sozialdemokraten klar, dass die in der letzten Sitzung der Stadtverordnentenversammlung von CDU und GLB beschlossene Streichung der Verbindungsstraße von Auerbach nach Fehlheim aus dem Flächennutzungsplan falsch war. "Die betroffenen Bürger in Schwanheim brauchen dieses Faustpfand, um eine Verkehrsentlastung in der Zukunft durchsetzen zu können", so Thoma. "Für die SPD hat dieses Thema eine hohe Priorität und wir werden uns mit aller Kraft für den Bau einer solchen Straße einsetzen", so Thoma weiter.
Eine persönliche Konsequenz aus der CDU/GLB-Entscheidung und dem Nichtstun der CDU Schwanheim zog, zum Bedauern aller, Ortsbeirat Udo Hölzel: Er legte sein Mandat nieder.
Die SPD-Fraktion freut sich über den Umzug des Musiktheaters Rex nach Bensheim. "Wir heißen Frau Gehrisch in Bensheim herzlich willkommen und wünschen Ihr eine erfolgreiche Zeit bei uns", so der Vorsitzende Philipp Thoma. In diesem Zusammenhang wäre es aber auch endlich an der Zeit, dass Bensheim ein eigenes Jugendzentrum für ältere Jugendliche erhält, wie es die SPD Bensheim schon seit langem fordert. "Wir haben den Eindruck, dass dieses Thema von der CDU/GLB-Koalition auf die lange Bank geschoben werden soll, weil der politische Wille fehlt", so Fraktionsvorsitzender.
Dieses Urteil ist ein schwerer Schlag für unsere Stadt, so Philipp Thoma, der Vorsitzende der SPD-Fraktion. Der Richter machte in seinem Urteil klar, dass Herrn Rohde durch den Bürgermeister falsche Versprechungen gemacht worden sind, die uns jetzt teuer zu stehen kommen. Dass die Stadt Bensheim nun für über 100.000 € einstehen muss ist schlimm. Allerdings schlägt die SPD eine Prüfung vor, inwieweit Herr Herrmann dafür persönlich in Regreß genommen werden kann. "Darüber hinaus muss eine politische Aufarbeitung in der Stadtveordnetenversammlung stattfinden", so Thoma abschließend.
Auf Betreiben der SPD-Fraktion beschäftigte sich der Sozialausschuss in seiner letzten Sitzung mit Zahlen zum Thema Armut in Bensheim.
In der anschließenden Erläuterung nahm das Thema "Wohnen" eine zentrale Stellung ein. Dabei kristallisierte sich heraus, daß insbesondere arme Alleinstehende und arme Familien mit mehreren Kindern große Schwierigkeiten haben, adäquaten Wohnraum zu finden. Mit den vom Kreis gezahlten Unterkunftskosten ist es schwer, in einer teuren Stadt wie Bensheim entsprechenden Wohnraum zu finden.
Daher ist für die SPD klar, daß nur mehr Sozialer Wohnungsbau das Problem entschärfen kann. "Es ist schön, daß Bensheim ein ausgezeichneter Wohnort für Fach- und Führungskräfte ist, dabei dürfen allerdings die Menschen mit keinem oder geringem Einkommen nicht vergessen werden", so der Vorsitzender der Fraktion Philipp Thoma abschließend.

Am Dienstag, den 23.04. begrüßte die SPD-Fraktion die Hessentagsbeauftragten der Stadt Bensheim.
So konnte sich die Fraktion und ihre Gäste aus erster Hand über den Stand und die Planung des Volksfestes informieren. In diesem Zusammenhang steht auch der Antrag der Fraktion im Haupt- und Finanzausschuss auf einen regelmäßigen Finanzbericht zum Hessentag, um einen Überblick über die realen Kosten zu erhalten.

Am Dienstag, den 17. April traf sich die SPD-Fraktion, um mit dem Präsidenten der TSV Auerbach - Herrn Günther Kuch - über die Zukunft des Vereins und einen möglichen Neubau einer Halle am Weiherhaus zu sprechen. Dabei konnte sich die SPD davon überzeugen, dass ein Neubau aufgrund fehlender Hallenzeiten in Bensheim und der maroden Situation der Umkleiden notwendig ist. "Aufgrund der finanzpolitisch kritischen Lage unserer Stadt, muss dies aber mit Augenmaß geschehen", so Philipp Thoma, Fraktionsvorsitzender. "Als Beispiel gilt hier die TSV, die durch Ausgabendisziplin beim Hallenbau finanziell in einem vernünftigen Rahmen geblieben ist, so Thoma weiter. Zudem können durch ein geschicktes Hallenmanagement die Kosten in Schach gehalten werden.

Der Besuch fand am 10.4. im Rahmen einer öffentlichen Fraktionssitzung statt. Sabine Riede und Jeanette Schröder informierten über die Aufgaben und Ziele des Vereins. Im Zentrum steht das Motto „ Hilfe zur Selbsthilfe“, was bedeutet, dass der Verein Menschen hilft, ihnen aber nichts abnimmt. Das Frauen- und Familienzentrum ruht auf den Säulen „Familienbildung“, „Kinderbetreuung“ und „Familienbegegnungen“. Im Rahmen dieser Schwerpunkte organisiert der Verein eine Vielzahl von Angeboten und Hilfen für Familien, wie die Tageselternbörse, die „wellcome“-Initiative als praktische Hilfe für Familien nach der Geburt oder auch ein Frühstückstreff von Eltern.
Für die SPD-Fraktion nimmt insbesondere das Thema Kinderbetreuung eine hohe Priorität ein. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Kernanliegen der SPD“, so der Vorsitzende Philipp Thoma. „Daher ist es toll, dass das Frauen- und Familienzentrum durch seine Tageselternbörse so stark an der Zielerreichung der U 3-Betreuung beteiligt ist“. Denn wie Jeanette Schröder feststellte, ist es der Angebotsmix aus Tageseltern und Krippenplätzen, der am besten geeignet ist, den individuellen Bedürfnissen von Eltern und Kindern gerecht zu werden.
Am Dienstag, 3.4., war der Bürgermeister der Hessentagsstadt 2011 Oberursel zu Gast bei der SPD-Fraktion Bensheim. Im direkten Gespräch erläuterte Bürgermeister Hans-Georg Brum die konkreten Herausforderungen und organisatorischen Klippen des Volksfestes. So überstiegen zum Beispiel konkrete Infrastrukturmaßnahmen wie Security oder Maßnahmen zur Verkehrssicherung deutlich die angepeilten Kostenmarken. Die eigentlichen Veranstaltungen waren hingegen ein Gewinnbringer. Auch gab es Fehler im Detail, aus denen Bensheim lernen kann. Brum warnte zudem vor überzogenen Erwartungen an Sponsoring: „Sponsoren sind gut, aber verlangen auch viel von der Stadt“.
Einen Wermutstropfen stellt natürlich das Defizit von knapp 4,5 Millionen dar. Trotzdem war Brum von der Veranstaltung überzeugt und zeigte die positiven Effekte am Beispiel des Tourismus für Oberursel auf. So war Oberursel nie Tourismusmagnet, seit dem Hessentag habe sich dies aber zum Positiven verändert. Der unternehmerische Durchschlag auf den örtlichen Einzelhandel ist aber gemischt. „Nur eine Würstchenbude aufzustellen und Bier und Apfelwein zu verkaufen reicht für den geschäftlichen Erfolg nicht aus“, so der Oberurseler Bürgermeister abschließend.
Die SPD-Fraktion Bensheim freut sich auf den Hessentag in unserer Stadt, verspricht aber genau hinzuschauen. „Wir haben als Oppositionspartei die Pflicht den Prozess kritisch zu begleiten, damit der Hessentag ein Erfolg für Bensheim wird“, so der Vorsitzende der Fraktion Philipp Thoma. Ein erster Schritt dazu war die Forderung der SPD in der letzten Stadtverordnetenversammlung einen „laufenden Finanzberichtes zum Hessentag“ einzufordern.
„Ein Dank im voraus geht an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus, die durch die Organisation der Großveranstaltung schon jetzt alle Hände voll zu tun haben“, so Thoma abschließend.
Entsetzen über die markt-radikale FDP
Bei seiner Sitzung am letzten Montag diskutierte der Vorstand der SPD die unlängst erfolgten Kündigungen bei Schlecker. „Die Spielregeln sind klar,“ so der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Bensheim Dr. Wolfgang Johannsen, „ein Unternehmen, das im Wettbewerb nicht besteht, scheidet aus und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren ihre Beschäftigung. So ist das in einer reinen Marktwirtschaft. In unserer sozialen Marktwirtschaft ging es in den vergangenen 60 Jahren etwas weniger rüde zu, als in dieser reinen „Manchester Variante“. In der sozialen Marktwirtschaft greift der Staat regulierend ein und sorgt dafür, dass die Marktteilnehmer soziale Verpflichtungen erfüllen und soziale Verwerfungen nach Möglichkeit ausbleiben oder zumindest gemildert werden können.“
Die Schlecker-Pleite habe wieder einmal gezeigt, so der SPD-Vorstand in einem Pressebericht, dass nicht alle Parteien hinter der sozialen Marktwirtschaft stehen würden. Die FDP habe die Transfergesellschaft für Schlecker-Mitarbeiterinnen scheitern lassen, um sich als Gralshüterin des reinen Marktes zu präsentieren. Auf Kosten der inzwischen gekündigten Schlecker-Mitarbeiterinnen möchte sie Stimmen im Lager der Markt-Radikalen zu fangen.
Nur zwei Parteien, die Linke und die FDP lehnten, so die SPD, die soziale Marktwirtschaft ab. Die Linke, weil sie keinen Markt wolle und ihn verteufele und die FDP, weil sie den reinen Markt über alles stelle und ihn geradezu zu vergöttere.
„Was soll denn eine Marktwirtschaft, die nicht den Menschen und den sozialen A-forderungen dient“ ? fragt die SPD. „Es ist reine Ideologie, die jetzt in der Behandlung des Falls Schlecker verhindert, über 10 000 Menschen die Chance zur Weiterbeschäftigung zu geben“. Die Transfergesellschaft hätte auch die Aufgabe gehabt: einem Investor den Einstieg attraktiver zu halten. Die FDP war dagegen.
Die FDP habe die vorgesehenen Bürgschaft über 71 Millionen Euro für eine Transfergesellschaft blockiert, um Prinzipientreue zu beweisen. Und sie zeige damit ihr wahres Gesicht. Welche Prinzipien sind das? Die der extremistischen Tea Party - Bewegung in den USA, die eher die Gesellschaft vor die sprichwörtlichen Hunde gehen lassen würde als Sozialgesetze zu unterstützen, meint die SPD.
Die Meinung im SPD-Vorstand der ist einhellig: So sollte man mit Beschäftigten nicht umgehen. Wenn über 10 000 Menschen gleichzeitig betroffen sind, sei in der Tat der Staat gefordert, nach Wegen der Solidarität zu suchen - ungeachtet der unternehmerischen Fehler, die gemacht wurden.

Philipp Thoma löst Dr. Klaus Brückner ab dem 1. April als Vorsitzender ab
Bensheim. Ein Hoffnungsträger will Philipp Thoma nicht sein. Mit dem Begriff kann der 32-Jährige wenig anfangen. "Die tauchen plötzlich auf und verglühen oft ebenso schnell wieder", meint der künftige SPD-Fraktionsvorsitzende. Am 1. April übernimmt er die Führungsposition von Dr. Klaus Brückner.
Thoma möchte in Bensheim nachhaltig etwas bewegen, die Stadtentwicklung mit beeinflussen - besonders in den nächsten Jahren dürfte das eine spannende Aufgabe sein, die mit vielen Herausforderungen verbunden sein wird. "Ich bin bereit und werde es mit voller Kraft angehen", betonte der Studienrat.
Mit seiner Fraktion will er in der Kommunalpolitik eine klare Kante zeigen und Standpunkte formulieren. Dass Politik aus der Opposition heraus manchmal ein schweres Los ist, dessen scheinen sich die Sozialdemokraten bewusst. Deshalb stehen für sie projektbezogene Entscheidungen im Vordergrund. "Wenn wir einer Sache aus Überzeugung zustimmen können, werden wir das tun, auch wenn der Antrag von der Koalition kommt", so Thoma. Als Beispiele fügte er den sozialdemokratischen Zuspruch zu Vorhaben wie Stubenwald II, dem Neubaugebiet Zeilbäume in Auerbach oder dem neuen Trassenverlauf der Westtangente an.
Für Dr. Klaus Brückner stellen die neuen Verhältnisse an der Fraktionsspitze einen Generationswechsel dar. "Der Jüngste übernimmt. Für uns ist es wichtig, dass wir eine Zukunftsperspektive über Jahre hinweg haben." Denn auf das Lebensalter bezogen sei die Fraktion recht alt, so Brückner.
Zur nächsten Kommunalwahl im Jahr 2016 wollen die Sozialdemokraten mit einem deutlich jüngeren Team an den Start gehen. Brückner, immerhin seit 1985 im Stadtparlament vertreten, wird sich dann nicht mehr aufstellen lassen.
Mit Philipp Thoma als Anführer hofft Dr. Brückner, der noch Mitglied im Kreisausschuss ist, auf eine Trendwende in vier Jahren. "Mehr als eine dritte Wahlzeit Schwarz-Grün wird es nicht geben", blickte er voraus. Das ist zwar noch Zukunftsmusik, aber für die Fraktion hat die Zukunft mit dem Wechsel praktisch begonnen. Thoma soll weiter Erfahrung im parlamentarischen Betrieb sammeln, in der Stadt bekannter werden und "zum neuen Gesicht der SPD werden".
Talent und Charakter
Viel Verantwortung für den gebürtigen Freiburger, der seit 1997 Mitglied der SPD ist. Der scheidende Chef ist sich sicher, den richtigen Mann für den Umbruch gefunden zu haben. "Er hat das Zeug dazu, bringt Talent mit und hat Charakter." Den Blick über Bensheimer Stadtgrenzen hinaus soll er sich im Kreistag schärfen, in dem er ebenfalls seit 2011 sitzt.
Zwei Bereiche liegen ihm - nicht nur auf Bensheim bezogen - politisch am Herzen: Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftspolitik, zwei Themenfelder, die für den Lehrer eng miteinander verknüpft sind.
Seinen Beruf sieht er übrigens als weiteren Motivationsgrund für sein Engagement. "Als Lehrer hat man Vorbildfunktion, auch um sich im demokratischen Bereich einzubringen. Vielleicht finde ich ja Nachahmer." Als positiv beurteilt Thoma, dass es in Bensheim wieder eine aktive Juso-Gruppe gibt, die in ein paar Jahren zur Verjüngungskur beitragen könnte.
Doch bis dahin dürfte es ein langer Weg mit vielen Bewährungsproben werden - die erste steht am Donnerstag (22.) an. In der Stadtverordnetenversammlung wird ein Grundsatzentschluss zum Bürgerhaus-Neubau gefasst. Die SPD wird nur unter bestimmten Voraussetzungen zustimmen. "Ohne ein Modell der Gegenfinanzierung ist es nicht zu verantworten", lautet das Credo der größten Oppositionspartei. Zurückgreifen kann Philipp Thoma im Vorstand der Fraktion auf zwei bewährte Kräfte, die als stellvertretende Vorsitzende agieren: Werner Bauer und Marianne Mauch. Kurt Manich als Beisitzer und Michael Sydow als Geschäftsführer komplettieren das Gremium.
© Bergsträßer Anzeiger, Dienstag, 20.03.2012

SPD zum Thema Bürgerhaus
„Die Bensheimer Koalition hat zur Bürgerbeteiligung in Sachen Bürgerhaus aufgerufen und die Bürger haben sich in großer Zahl beteiligt. Jetzt ist es Zeit, daraus Schlüsse zu ziehen“ so Dr. Wolfgang Johannsen in einer Pressemeldung des Bensheimer SPD-Ortsvereinsvorstandes. „ich bin beeindruckt von dem Mut, der Klugheit der Kommentare und von der Sachlichkeit der Beiträge“ so der Bensheimer SPD-Vorsitzende weiter.
Weder hätten sich die Menschen in der Bürgerversammlung das Recht nehmen lassen, Ihre eigenen Standpunkte zu vertreten noch hätten sie es sich gefallen lassen, dass Ihre Argumente entstellt wurden, so die SPD. „Nun sind wir an einem Punkt angekommen, wo Schlüsse gezogen werden müssen. Wer zur Beteiligung aufruft, muss auch Beteiligung praktizieren, auch wenn ihm das Ergebnis der Beteiligung nicht passt“, so Johannsen.
All die klugen Fragen - die eigentlich durch eine weiterblickende Vorarbeit bereits hätten geklärt sein sollen - drängten nach einer Antwort. Die zum Ausdruck gekommene Grundstimmung - große Skepsis gegenüber einem Neubau des Bürgerhauses - sollte sich im Entscheidungsprozess des Magistrats transparent wiederfinden, so die SPD. „Wir brauchen eine offene, transparente und kritische Diskussion statt des Werkelns und der Absprachen hinter verschlossenen Türen.“ fordert Johannsen.
Die geäußerten Fragen und Bedenken, so die SPD, müssten sichtbar ernst genommen werden. Dazu gehören: Wie konnte es zum schlechten Zustand des jetzigen Gebäudes kommen? Wie würde eine - ggfs. später erweiterbare Minimalsanierung des jetzigen Baus - aussehen? Was würde mit dem Gelände des jetzigen Standortes im Falle eines Neubaus auf dem Hoffahrt-Gelände geschehen? Was geschieht mit dem Dalberger Hof? Wie kann eine fortlaufende Alimentierung eines Neubaus / des Altbaus verhindert bzw. reduziert werden? Wie sieht eine realistische Nutzung aus und welche Beiträge zu den Betriebskosten sind daraus zu erwarten? Wie kann verhindert werden, dass die Kosten explodieren? Wie entwickeln sich Schulden und Schuldendienst der Stadt bei den verschiedenen Varianten? Welche Vorhaben müssten zugunsten eines Neubaus/einer Sanierung gestrichen werden?
„Diese Fragen geben nur einige der Bedenken der Bensheimer Bürgerinnen und Bürger wieder“ so Johannsen, der abschließend erklärt : „Wir brauchen mehr Offenheit, die Zeiten der unmündigen Bürgerinnen und Bürger sind, wie sich gezeigt hat, vorbei. Wird Beteiligung vorenthalten, wird sie sich von den Bürgerinnen und Bürgern im Zweifelsfall genommen.“
Gut für die Umwelt und gut für die Stadtfinanzen
Was in Städten wie Dessau und Mönchengladbach bereits im Einsatz ist, soll, wenn es nach der Bensheimer SPD geht, auch in Bensheim bald für Umweltschutz und Kosteneinsparungen sorgen: die Reinigung und anschließende Weiterverwendung von Motoröl. „Wir möchten, dass die Stadt in einem ersten Schritt die Einsetzbarkeit für Ihre Fahrzeuge prüft“ so Dr. Wolfgang Johannsen, Bensheims SPD-Vorsitzender. „Idealerweise beteiligen sich an dieser Prüfung alle Betriebe an denen unsere Stadt direkt beteiligt ist, sofern sie im nennenswertem Umfang eigene Fahrzeuge im Betrieb haben“ ergänzt Johannsen.
Die vorliegenden Erfahrungen aus anderen Städten und die grundsätzliche Bewertung eines solchen Verfahrens für unsere Stadt war, so die SPD in einer Pressemeldung, Gegenstand der Beratungen in der ersten Vorstandssitzung der SPD in diesem Jahr.
Angeregt durch die Fernsehsendung „plusminus“ im Dezember des vergangenen Jahres und eigener Recherchen, ist die Bensheimer SPD mittlerweile sicher, dass sich auf diesem Weg gutes Geld sparen lässt und gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden kann. Geld würde durch drastisch weniger einzukaufende Ölmengen gespart und der Umwelt kämen die geringeren Verbrauchs- und Entsorgungsmengen zugute.
Tests der Universität Magdeburg mit Fahrzeugen der Dessauer Stadtbetriebe haben zu eindeutig positiven Empfehlungen des Verfahrens einer in Dessau ansässigen Firma geführt. Die dortigen Stadtwerke lassen Ihre Busse bereits über mehr als 150.000km mit demselben Motoröl fahren - gereinigt selbstverständlich.
„Da sich mit Mönchengladbach bereits eine weitere Kommune angeschlossen hat und nach unserem Kenntnisstand mehrere andere eine Evaluation durchführen, sollten wir in Bensheim unsere Chance ergreifen und diese Innovation frühzeitig für uns nutzen, zumal mit 25.000€ eine eher begrenzte Investition zur Debatte steht“ so Johannsen. „Die sogenannte Öl-Dialyse sollte jedoch zunächst von unseren Fachleuten auf seine Wirtschaftlichkeit und seine Einsatztauglichkeit geprüft werden“ und er kündigt abschließend eine dahingehende parlamentarische Initiative an.
Den Zusammenhalt der Gesellschaft retten
Der Bensheimer SPD-Vorstand hebt in seinem Jahresrückblick die sich weiter öffnende Schere zwischen Armen und Wohlhabenden hervor. „Die Schulden- und Finanzkrise hat einige wichtige gesellschaftliche Entwicklungen verdeckt. Dazu gehört besonders die weitere Öffnung der Schere zwischen Arm und Reich.“ so Wolfgang Johannsen in einer Pressemitteilung der Bensheimer SPD.
Die SPD weist in ihrer politischen Betrachtung auf vier wesentliche Punkte hin:
- Immer mehr Kinder sind von Armut bedroht: Jedes sechste Kind - das sind zwei Millionen - drohen mit ihren Eltern in die Armut abzurutschen. Betroffen sind im besonderen Maße Kinder von Alleinerziehenden. Es kann dann nicht erstaunen, dass in unserem Land nur vergleichsweise wenig Kinder aufwachsen. Lediglich 17% der Bevölkerung sind Jugendliche unter 18 Jahren; im Vergleich zu 22% in Frankreich.
- Die Lebenserwartung armer Menschen ist gesunken: Geringverdiener haben heute eine Lebenserwartung, die 2-4 Jahre unter der von 2001 liegt. Besonders bei Männern, mit einem langjähriges Einkommen, dass weniger als die Hälfte des nationalen Durchschnittsverdienstes beträgt (dies ist das offizielle Kriterium für Armut), sind betroffen.
- Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich weiter: Die Zahl der Geringverdiener ist angestiegen, reguläre Arbeitsverhältnisse werden immer mehr in Mini-Jobs aufgeteilt. Der Reallohn für gering qualifizierte Tätigkeiten ist heute auf dem Stand von 1985. Das ärmste Zehntel der Deutschen verfügt über zehn Prozent weniger Einkommen als vor 2001. Das reichste Zehntel kann hingegen 20 Prozent mehr Einkommen aufweisen.
- Die Schulden- und Finanzkrise könnte diese Trends verstärken: Die kostspieligen Maßnahmen, um der Schuldenkrise Herr zu werden, reißen Löcher an anderer Stelle.
In dieser Situation würde auch persönliche Hilfe immer wichtiger, um unerträgliche Missstände dort zu mildern, wo sie am unmittelbarsten spürbar werden, so die SPD. Es sei daher auch gut und richtig, den Ehrenamtlichen immer wieder Dank und Anerkennung für Ihre Beiträge zur Milderung der Verhältnisse auszusprechen. „Die SPD möchte dies an dieser Stelle ausdrücklich tun.“ betont Johannsen.
„Wir brauchen Initiativen wie die Bensheimer Tafel“, so Johannsen, und ergänzt abschließend „Sie dürfen jedoch keine Ausrede für die Politik sein. Es bleibt die Aufgabe der politisch Engagierten, Fehlentwicklung zu benennen und auf ihre Behebung hinzuarbeiten. Sonst fällt unsere Gesellschaft immer weiter auseinander.“
Bensheim. "Die jüngsten Leserbriefe und Kommentare zum Hessentage bestätigen
unsere Kritik an der Umsetzung des Hessentag-Projektes", so Dr. Wolfgang Johannsen,
Vorsitzender des Bensheimer SPD-Ortsvereins in einer Pressemitteilung seiner Partei.
"Nicht nur die Bürger, auch die politischen Parteien tappen hinsichtlich der Pläne des
Magistrats weitgehend im Dunkeln", meinte Johannsen.
Weniger Kreisel gefordert
Die Bürgerversammlung zum Hessentag habe sich im Kern auf die Ankündigung diverser
Kreisel-Projekte beschränkt. "So viele, dass den Zuhörern schwindelig von der Kreiselei
wurde", erinnert sich Johannsen und ergänzt: "Einige der Vorhaben sind zum Glück
bereits wieder vom Tisch, für zwei weitere wurde, nach unserem Drängen, die
Streichung in Aussicht gestellt."
Die SPD könne sich - obwohl sie die Reduzierung der Kreiselprojekte fordert - damit
nicht zufriedengeben. Dem Gesamtprojekt fehle ganz offenbar eine Linie. "Unser
mehrfaches Drängen nach mehr Bürgerbeteiligung und nach einem öffentlichen Diskurs
zur programmatischen Ausrichtung des Hessentages ergab bisher nicht mehr als
vertröstende Worte des Magistrats", bedauert Johannsen.
Was solle man davon halten, wenn der Bürgermeister in dem Hessentag nicht mehr
sehen kann als ein "Konjunkturprogramm" für Bensheim? "Man wird dem Sinn einer
solchen Veranstaltung in keiner Weise gerecht, wenn darin lediglich die Chance gesehen
werde, Fördermittel des Landes zu erbeuten. Auch das sind Steuergelder und die wollen
mit Bedacht ausgegeben werde. Zudem müssen diese Mittel immer auch durch einen
Eigenanteil der Stadt ergänzt werden", kritisiert Johannsen die Haltung von Rathauschef
Thorsten Herrmann.
Eine Stadthalle für Bensheim?
Ähnlich unbefriedigend würde die Lösung des Problems Bürgerhaus behandelt. Hier, so
der SPD-Vorsitzende, würde für eine Lösung geworben, die auf einen Neubau mit einer
völligen Neukonzeption als Stadthalle hinauslaufe - eine Halle für einen
Veranstaltungssaal.
Allerdings würde die vorgelegte Machbarkeitsstudie auf überholten Nutzungsannahmen
beruhen, die mehrere Jahre alt sind und die sich inzwischen durch den angezogenen
Wettbewerb bei Kongress- und Veranstaltungsräumen in der Umgebung grundlegend
verändert hätten.
"Der Hessentag sorgt für Zeitdruck und das auf Kosten der Sorgfalt", so Johannsen. "Ich
hoffe sehr, dass die Ausschüsse der Stadtverordnetenversammlung Licht ins Dunkel
bringen können."
Ein kulturelles Highlight
"Die SPD begrüßt den Hessentag als landesweites, kulturelles Highlight in Bensheim. Er
soll unserer Stadt vielfältigen Nutzen bringen. Das bedeutet aber auch, dass wir einen
Pyrrhussieg unbedingt vermeiden wollen: ein rauschendes Fest mit vielen fragwürdigen
Vorinvestitionen und anschließendem Katzenjammer aufgrund nicht zu bewältigender
Schulden kann nicht im Interesse der Stadt liegen", so Johannsen abschließend. zg
Bergsträßer Anzeiger
14. Dezember 2011
Bensheim. "Viel zu viele Daten versauern regelrecht in unseren öffentlichen
Verwaltungen. Hätten wir eine Kultur der offenen Kommunikation statt einer der verschlossenen Datenbestände, hätten die Bürger ein bisher ungeahntes
Entwicklungspotenzial an der Hand", so Dr. Wolfgang Johannsen während einer Vorstandssitzung des SPD-Ortsvereins Bensheims.
Er ergänzte, dass selbstredend die notwendigen Standards des Datenschutzes von diesen Gedanken nicht berührt würden. Die SPD setzte sich in ihrer Vorstandssitzung mit "Transparenter Verwaltung" (Open Government) als aktuellen Trend zur Verbesserung öffentlicher Dienstleistungen auseinander.
Es ginge dabei, so die SPD in einer Pressemitteilung, um mehr Vernetzung und verbesserte Transparenz via Internet. Vielmehr sei die Stärkung des Bürgernutzens und des Bürgerengagements angestrebt. Wo es rechtlich möglich und zweckmäßig sei, so die Bensheimer SPD unter Berufung auf eine aktuelle Stellungnahme des Bundesinnenministeriums, sei ein freier Zugang zu Informationen der Verwaltung zu schaffen.
So könne einerseits die Aufgabenerledigung der Verwaltung unterstützt und andererseits mit Beteiligung der Bürger neue Dienstleistungen geschaffen werden. Gleichzeitig seien auch positive Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der örtlichen Unternehmen zu erwarten.
Viel Ertrag für wenig Geld
"Daten werden in Unternehmen schon längst als Vermögensgegenstände behandelt, mit deren Hilfe sich neue Dienstleistungen und Produkte gestalten ließen. Dieses Potenzial sollten auch Kommunen stärker für sich nutzen. Besonders im Hinblick auf den Hessentag 2014 sehen wir hier Chancen. Wir haben damit die Chance, uns als Innovationsmotor zu präsentieren. Und zwar, ohne dafür viel Geld in die Hand nehmen zu müssen", führte Wolfgang Johannsen aus.
Beispiele hierfür, so die SPD, fänden sich heute bereits recht viele in anderen Städten: In Berlin können sich Bürger oder Besucher der Stadt über 20 Hauptwege zum Wandern und Radfahren im Internet informieren. Die Kartendaten dazu ließen sich mit Mobiltelefonen (oder Tablets) herunterladen und dann mit den darin eingebauten Navigationsgeräten direkt nutzen.
Für viele Städte (so auch für Bensheim) gibt es Karten im Internet, die sich an Rollstuhlfahreroder an Menschen mit Behinderungen richten. Die Daten zur Barrierefreiheit von Orten, Einrichtungen, Wegen können gleichfalls von weit verbreiteter Navigationssoftware interpretiert werden. Vorbildern in anderen Ländern folgend, kann ein Mobiltelefon mit Navigationseinrichtung und Kamera auch genutzt werden, um die örtliche Verwaltung über Auffälligkeiten oder Mängel zu informieren. Lob kann so auch ausgesprochen werden.
Beispiel für andere Kommunen
Damit sich die Idee, privat entwickelte Anwendungen ("Apps") und öffentliche Basisdaten zu kombinieren, durchsetzen kann, müssten, so die Bensheimer SPD, Datensätze aus der städtischen Verwaltung über technische Schnittstellen zugänglich gemacht werden. "Wir hoffen sehr, unsere Vorstellungen finden Gehör und diese Ideen Anklang, so da wir uns auf dem Hessentag als ein Beispiel für andere Kommunen in diesem Bereich präsentieren können" so Wolfgang Johannsen abschließend. zg
Bergsträßer Anzeiger
30. November 2011
Neu! Neu! Neu!
Philipp Röslers und Angela Merkels neues Buch

Goethe-Brunnen erhalten
Bensheim. "Wir möchten Ihr Augenmerk auf ein vergleichsweise kleines aber dennoch
kulturhistorisch bedeutendes und jetzt vom Verfall bedrohtes Bauwerk in Südhessen
lenken", so die Bensheimer SPD in einem Schreiben an die hessische Kulturministerin
Frau Eva Kühne-Hörmann. In ihrer Mitteilung weist die SPD auf den schlechten Zustand
des Hochstädter Goethebrunnens hin und bittet um Bereitstellung von Mitteln zu dessen
Restaurierung.
Ein kürzlicher Besuch der SPD-Stadtverordneten zeigte erneut, dass recht schnell
gehandelt werden müsse. Noch könnten viele irreparable Schäden vermieden werden.
"Mit unserem Brief tragen wir dazu bei, dem breiten Interesse der Bensheimer Bürger
am Erhalt des Brunnen auch in Wiesbaden Gehör zu verschaffen" so der Bensheimer
SPD-Vorsitzende Dr. Wolfgang Johannsen.
Wie man sich leicht überzeugen könne, so die SPD weiter in Ihrer Pressenotiz, seien die
schönen Ornamente ebenso wie die Holztüren und Mauern in einem beklagenswerten
Zustand. Zu bedenken sei auch, dass der Brunnen als Ganzes, ein Teil eines Ensembles
sei, welches sich als reizvoller Anziehungspunkt für Besucher anböte.
Dazu gehört das ehemalige Marmorbergwerk ebenso, wie nebenan die alte, gemauerte
Brücke über den Bachlauf. Auch die als Denkmal weiterbestehenden Gebäude des
Marmorit-Betriebes sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Sie erinnern an das
Schicksal der Zwangsarbeiter im 2. Weltkrieg.
"Wir denken, jetzt, da sich die Haushalte der einzelnen Ressorts der Landesregierung
herausbilden, ist der richtige Zeitpunkt, an dieses Bensheimer Kleinod zu erinnern", so
Johannsen abschließend. zg
Bergsträßer Anzeiger
01. August 2011
Hier einige Bilder vom Fraktionstreffen am Goethebrunnen am 19.7.2011




Zu: Leserbrief Herr Tiemann
Stadtverordnete als Profitbeschaffer für Investoren?
Sehr schade, dass Herr Tiemann seine so gelungene Analyse zu einer Sachfrage in einer bitterbösen Pointe enden lässt. Er schreibt: „Staubsauger, Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen, Bürgervertreter verkaufen…?“. Das kann nicht unwidersprochen so stehen bleiben.
Ganz bestimmt verhalten sich Parlamentarier nicht immer vorbildlich (wer meint, hier leise Selbstkritik zu lesen, irrt nicht). Das bringt schon der Streit um die Sache und die Überzeugung um eigene - richtige - Positionen oftmals mit sich. Einige wenige fallen auch durch übles Geschacher um Posten und Pöstchen auf und durch die Vorteile, die sie sich damit „erkaufen“. Manchmal übersieht man auch schlicht die Konsequenzen von getroffenen Entscheidungen nicht und hat trotz großer Mühen nicht alle denkbaren späteren Entwicklungen ausleuchten können. Es menschelt halt - besonders vielleicht dort, wo sich Feierabendpolitiker treffen.
So weit so gut. Aber - und das kommt bei der Vervollständigung der Pointe ja heraus - „verkaufen“ diese Bürgervertreter wirklich die Bürger? Ich meine nein und möchte dies für mich und gleich für alle Bensheimer Stadtverordneten, energisch zurückweisen.
In der Allgemeinheit, in der diese Pointe gehalten ist, denunziert sie letztlich alle Parlamentarier in allen Parlamenten. Wie Herr Tiemann wohl jüngeren Menschen die Demokratie erklärt, würde ich gerne einmal hören. Und wie es andere, wie z.B. Lehrer tun sollen, wenn der Spott in dieser Pointe Raum greift, kann ich mir kaum vorstellen.
Die Kommunalwahlen liegen eben hinter uns. Gerade die neu gewählten Stadtverordneten verdienen derartige Anwürfe - die leider immer wieder vorgebracht werden - am allerwenigsten. Man braucht schon etwas Courage, wenn man sich zur Wahl stellt, und man fängt sich einen Haufen - z.T. auch undankbarer - Arbeit ein, wenn man gewählt wird. Das bitte ich zu berücksichtigen.
Herr Tiemann und alle, die ähnlichen Spott mit sich tragen, sind herzlich eingeladen, uns einmal in einer SPD-Fraktionssitzung (diese werden in dieser Zeitung angekündigt) zu besuchen und ihre Meinung auf die Probe zu stellen.
Kreisel sind als Lösung für das ständige Problem der Verkehrslenkung ein beliebtes Instrument kommunalpolitischen Gestaltungswillens, schreibt die Bensheimer SPD-Fraktion in einer Pressemitteilung.
Als Vorteil für den Kreisverkehr ist zu sehen, dass sich die Wartezeiten an den Kreiseln im Vergleich zu einer Ampelkreuzung sehr stark reduzieren und damit reduzieren sich gleichermaßen die Lärm- und Abgas- Emission. Kreisel haben aber auch Nachteile. Schüler Gehbehinderte seien - gegenüber ampelgesteuerten Kreuzungen - bei der Nutzung des Kreisels gefährdet. Sehbehinderte können einen Kreisel nicht alleine nutzen. Übersteigt die Verkehrsbelastung ein bestimmtes Maß, so könne nur die Ampelkreuzung eingesetzt werden.
Dringender Klärungsbedarf
Nun sollten im Bereich des Berliner Rings vier Ampelkreuzungen in Kreisverkehre umgebaut und die Mittel dafür jetzt beantragt werden (wir haben berichtet). „Die SPD Fraktion sieht hier dringenden Klärungsbedarf", sagt ihr Sprecher für Baufragen, Rudolf Volprecht. Die Maßnahmen würde die Stadtkasse trotz angenommener Förderung (Hessentag) durch das Land mit mehr als 1,5 Millionen Euro belasten. Die Kreuzung Schwanheimer Straße soll nicht mehr als Kreisel, sondern als Ampelkreuzung neu gestaltet werden. Als Gründe wurden hier vom Magistrat die schon genannten Nachteile für behinderte Menschen und Schüler angeführt. Ein beauftragtes Ingenieurbüro hat eine Vorlage erstellt. Machbarkeit und Kosten werden darin dargelegt. Dazu gehört auch, dass durch die kommende West-Tangente die Verkehrsdichte um bis zu 35 Prozent abnehmen wird.
„Nachvollziehbare Zahlen zur Beurteilung der Verkehrsströme liegen den Stadtverordneten bisher nicht vor. Weder kennen die Stadtverordneten die derzeitigen Verkehrsströme, noch warum die West-Tangente diese bemerkenswerte Entlastung bringen kann oder soll", schreibt die SPD. Von CDU und Grünen werde anstelle der Ampelkreuzung Darmstädter Straße/Bachgasse in Auerbach auch ein Kreisverkehr befürwortet - mitten in Auerbach. Dass die vorgelegte Konzeptzeichnung eher auf eine problematischere Verkehrssituation als heute hinweise und nicht an die Nachteile für Schüler und Behinderte gedacht werde, die bei der Beibehaltung der Ampelkreuzung Schwanheimer Straße eine Rolle gespielt haben, sei schon sehr bemerkenswert, heißt es abschließend in der Pressemitteilung der SPD. zg
BA 9.6.11

v.lks.: Serdar Kaplan, Thorsten Schrader, Heinz-Jürgen Schocke, Petra Petermann, Dr. Wolfgang Johannsen, Jürgen Breustedt, Dr. Walther Fitz, Eliabeth Erbe, Arno Klein, Silvia Heinelt, Dr. Hans-Peter Zimmermann, Philipp Thoma und Michael Dexheimer. Es fehlt Rolf Müller.
Bei der Jahreshauptversammlung der Bensheimer SPD wurde am 8. Juni ein neuer Vorstand gewählt. Orstvereinsvorsitzender bleibt Dr. Wolfgang Johannsen, Stellvertreter sind Jürgen Breustedt und Thorsten Schrader. Hauptkassierer: Arno Klein. Schriftführer: Ewald Nyc. Pressesprecher: Rolf Müller. Beisitzer: Michael Dexheimer, Elisabeth Erbe, Dr. Walther Fitz, Silvia Heinelt, Serdar Kaplan, Petra Petermann, Heinz-Jürgen Schocke, Philipp Thoma, Dr. Hans-Peter Zimmermann. Revisoren: Kurt Manich, Edgar Wolf.
Die SPD sucht ihren Markenkern. Nach der ernüchternden Kommunalwahl und den jüngsten Querelen in den eigenen Reihen stellen sich die Genossen selbstkritisch die Frage, wie es mit sozialdemokratischer Politik in Bensheim weitergehen soll. „Wir müssen neu anfangen“, kommentiert der wiedergewählte Ortsvereins-Vorsitzende Dr. Wolfgang Johannsen die nächste Etappe bei einer grundsätzlichen Identitätsfindung seiner Partei.
Das Profil schärfen, versteinerte politische Reflexe abschaffen und sich auf die historischen Wurzeln besinnen: Das Vokabular in der Jahreshauptversammlung klang zwar nicht unbedingt nach Revolution, spiegelte aber den kollektiven Wunsch nach einem konsequenten Neubeginn. Der pointierte Szenenapplaus des Ortsvereins bestätigte dies.
In der „Nibelungenquelle“ diskutierte die SPD am Mittwoch ihre eigenen Ursprünge, um wieder den Weg zurück zum Wähler zu finden. „Wir müssen zu unseren traditionellen Werten stehen und diese nach außen vermitteln“, so Johannsen.
Ohne einen sozialen und ökologischen Blick für das Ganze gehe es nicht. Das klang fast schon parteipolitisch- philosophisch: Wohin kommen wir, wohin gehen wir? Noch immer tief sitzt bei der SPD der Stachel, dass die Grünen – nicht zuletzt aufgrund der japanischen Reaktorkatastrophe – Traumergebnisse erzielen konnten. „Die Atomdebatte nimmt man uns nicht ab. Das ist ungerecht, aber Tatsache“, so der Stadtverordnete Philipp Thoma über den Erfolg der GLB.
Als „Sauerei“ kommentierte er rückwirkend, dass die Grüne Liste einen im Oktober von der SPD im Stadtparlament eingebrachten Antrag unter den Tisch habe fallen lassen, in dem es um die Laufzeiten von Biblis ging. Dies sei ihnen vor dem plötzlichen Sinneswandel nicht einmal eine Debatte wert gewesen, so Johannsen weiter: „Es gibt Leute, die Japan als persönliches Geschenk des Himmels zu nehmen scheinen“, sprach er von einer „zynischen“ Haltung der Grünen und insbesondere ihres Stadtrats Matthias Schimpf. Den Status quo seiner eigenen Partei bezeichnete der Vorsitzende als prekär. In einer von politischem Konsens geprägten Republik sei es zunehmend schwer, klare Kante zu zeigen. Die sei auch, aber nicht allein ein Problem der SPD: „Die FDP hat ihren Markenkern schon verloren, jener der Grünen ist gerade stark bedroht.“
Zum Thema Atomkraft sprach Johannsen von einer übereilten Energiewende, die lediglich der Wählerbeschaffung diene. Als irritierend kommentierte er die kollektive „Abschalthysterie“, bei der auch Teile der SPD eifrig mitmachten. Dabei gehe es vielmehr um die Balance aus ökologischer Vernunft, sozialer Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Entwicklung.
Der Wunsch, die Meiler vom Netz zu nehmen, sei richtig und spiegele den gesellschaftlichen Konsens. Aber bei einem schnellen Ausstieg, wie er von der Regierung forciert werde, müssten die Alarmglocken klingeln. Die Energiewende müsse, so der Tenor der Genossen, unbedingt sozialverträglich gestaltet werden.
Während die einen für mehr bürgernahe und ergebnisorientierte Politik an der gesellschaftlichen Basis plädierten (Horst Knop), forderten die anderen im Ortsverein mehr Mut zu politischen Visionen. „Deswegen bin ich in die Partei eingetreten“, so Ewald Nyc, der ambitionierte Zielsetzungen im größeren Maßstab vermisst. Am Ende kam der Optimismus zurück. „Wir werden unsere Stärke wieder gewinnen“, so der SPD-Chef. tr
BA 10.6.11
Der Name Christine Klein fiel nicht ein einziges Mal. Doch der Adressat war eindeutig. In seinem Kommentar zur Bensheimer Kommunalpolitik nach der letzten Wahl warf Dr. Klaus Brückner seiner ehemaligen Kollegin in der Stadtverordnetenfraktion einen fatalen Mangel an Solidarität vor. Sie sei ihrer Schuldigkeit gegenüber ihrer Partei und letztlich auch gegenüber dem Wähler nicht gerecht geworden.
Magistratssitz verloren
Bei der Wahl der ehrenamtlichen Magistratsmitglieder büßte die SPD bekanntlich einen Sitz ein. Auch deshalb, weil die Fraktion am 2. Mai nicht vollzählig vertreten war: Klein weilte in einem bereits länger geplanten Urlaub außerhalb des Landes. Ein sicher geglaubter Magistratssitz war futsch. Dafür hörte sie massive Kritik der Genossen. Klein trat aus der SPD-Fraktion aus, ihr Mandat behielt sich allerdings. Es folgte ihr Wechsel zur GLB, die im Stadtparlament dadurch über einen Sitz mehr als die Sozialdemokraten verfügt (wir haben berichtet).
Während die SPD ohne ihre Frontfrau nur zehn Stimmen in die Waagschale brachte, profitierten die CDU und ihr Koalitionspartner GLB von je einer Leihstimme. Hinzu kam, dass die Wählergemeinschaft Bürger für Bensheim mit den Freien Wählern eine mehr oder weniger spontane Listenverbindung einging. Dies führte dazu, dass den beiden kleinen Fraktionen ein Magistratssitz zufiel. Die CDU hält drei, die GLB zwei Stühle besetzt. Die vom Wähler abermals in die Opposition geschickte SPD schaute in die Röhre. Norbert Bauer ist heute der einzige ehrenamtliche Stadtrat der Sozialdemokraten.
Brückner kommentierte den Listenpakt der Kleinen als „geschicktes und sicherlich legales Bündnis“ – das aber seinen persönlichen Vorstellungen von politischer Kultur zuwiderliefe. „Mit mir hätte es keinen Deal dieser Art gegeben“, wies der Fraktionschef die Möglichkeit eines entsprechenden Taktierens für sich zurück. Denn eine Leihstimme hätte auch der SPD zum zweiten Magistratssitz gereicht. Ein derartiges Ansinnen habe es bei den Genossen aber niemals gegeben. „Wer seine eigenen Leute nicht an Deck hat, der kann nicht bei anderen betteln. Das wäre unanständig“, so Brückner weiter.
„Grenzenlose Biegsamkeit“
Der GLB attestierte er eine „erstaunliche Flexibilität“ in Sachfragen. Opportunismus scheine hier wichtiger zu sein als Prinzipientreue. Eine schwarz-grüne Koalition wäre ohne die „grenzenlose Biegsamkeit“ der Liste erheblich labiler ausgefallen. „Die Grünen haben sich als verlässlicher Bündnispartner herausgestellt“, so Dr. Klaus Brückner ironisch. Eine potenzielle Bensheimer Koalition von SPD und Grünen sei nun auf lange Sicht nicht mehr vorstellbar. tr BA 10.6.11
Gegen Tunnelblick in der Energiefrage in Bensheim
Anlässlich seiner ersten Sitzung nach der Kommunalwahl 2011 hat der Bensheimer SPD-Ortsvereinsvorstand das Wahlergebnis bewertet und dabei seine Haltung zu einer notwendigen Energiewende zusammengefasst.
„Wir werden“ so der Bensheimer SPD-Vorsitzende Dr. Wolfgang Johannsen, „bei der Energiewende weiter für einen Ausgleich zwischen ökologischer Vernunft, wirtschaftlicher Entwicklung und sozialer Gerechtigkeit auch in der Kommunalpolitik eintreten. Einen Tunnelblick darf es in Bensheim nicht geben.“
Der Ortsvereinsvorstand stellte fünf Punkte in den Mittelpunkt der Ausstiegsdiskussion:
- Die derzeitige Neueinschätzung der Risiken, die mit dem Betrieb von Kernkraftwerken verbunden sind, ergibt zwingend die Neubewertung lokaler Notfallpläne. Diese beruhten auf - wie sich in Kürze zeigen werde- veralteten Risikoszenarien. Bensheim und der Kreis Bergstrasse seien hier unmittelbar betroffen. Die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Kernenergie-Erzeugung sei daher ein Thema auch für die Bensheimer Kommunalpolitik.
- Die SPD würde weiter dafür plädieren, dass der Erzeugung von regenerativen Energien lokal eine deutlich verbesserte Chance eingeräumt werde. Die Erzeugung von Energie aus nachwachsenden Rohstoffen (z.B. Biogas und Ethanol) werde jedoch dann abgelehnt, wenn sie im Wettbewerb zur Nahrungsmittelerzeugung stehe.
- Die SPD stelle fest, dass die Reaktorkatastrophe nicht den Blick für die Chancen und positiven Entwicklungen in unserer Gesellschaft verstellen dürfe - weder lokal noch global -, und es viele Gründe für einen optimistischen Blick in die Zukunft gäbe. Nur deren Wahrnehmung könnten die Kräfte für eine gedeihliche Zukunft freisetzen.
- Das „Ausstiegsgesetz“ aus dem Jahre 2001 sei richtig gewesen und es solle inhaltlich erneuert werden. Wäre es nicht durch den Beschluss zur Verlängerung der AKW-Laufzeiten außer Kraft gesetzt worden, wäre uns, d.h. den Bürgern, der Politik und der Wirtschaft, das derzeitige chaotische Vorgehen der Berliner Regierungskoalition erspart geblieben.
- Der Bürgerdialog über den Zusammenhang von Kernenergie, den regenerativen Energien, der CO2-Erzeugung und -Lagerung, des Klimawandels, Stromnetze sowie der gesamtwirtschaftlichen und sozialen Entwicklung solle durch die Stadt, die Parteien und die Vereine weiter gefördert werden.
Irritiert zeigt sich die SPD in ihrem Pressebericht zu öffentlichen Darstellungen des grünen Stadtrates Matthias Schimpf, der die Gewinne der GLB unter Bezug auf den SPD-Slogan „Das Richtige tun.“ geradezu hämisch und plakativ feiere. Es sei die GLB gewesen, die sich noch im vergangen Oktober einer - wie sich jetzt mehr als deutlich gezeigt hat - angebrachten und von der SPD gewünschten Debatte über Bensheims Nachbarschaft zu den Kraftwerken in Biblis verweigerte. „Das sei kein lokales Thema,“ begründete die GLB noch vor einem halben Jahr vor der Wahl ihre Ignoranz. „Wir schnüren keine Mogelpakete und gehen Fragen der Energiewende weiter direkt und ganzheitlich an - auch als Ortsverein“ so Dr. Johannsen resümierend in dem Pressebericht.
„Wenn wir für uns ganz selbstverständlich die kommunale Selbstverwaltung bean-spruchen, dürfen wir den Jugendlichen nicht das Erlernen von Selbstverwaltung in ihrem Bereich verwehren“, stellte der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Klaus Brückner bei einem Gespräch der Fraktion mit den Bensheimer Jungsozialisten fest.
Die SPD sei für ein selbst verwaltetes Jugendzentrum. Es solle in einem Drei-Stufen-Plan verwirklicht werden. In der ersten Stufe gehe es darum, „ein fundiertes Konzept unter Auswertung der in anderen Kommunen gemachten Erfahrungen zu erarbeiten“. Dazu gehöre auch das Vorhandensein „einer soliden Trägerstruktur“. Der Juso-Vorsitzende Gabriel Nyc verwies dazu auf im Saarland gemachte gute Erfahrungen.
In der zweiten Stufe soll das Modell „unter Einbindung und aktiver Mitwirkung der Stadt erprobt und stabilisiert werden“. Habe es diese „Bewährungsprobe“ bestanden, soll das Jugendzentrum in der dritten Stufe „den Jugendlichen unter dem Dach eines Trägervereins in eine eigenverantwortliche Selbstverwaltung übergeben werden“.
Mit der schrittweisen Verwirklichung des Plans müsse noch in diesem Jahr begonnen werden, damit spätestes am Ende der neuen Wahlzeit im Frühjahr 2016 die Jugend-lichen in Bensheim ein eigenes, von ihnen selbst verwaltetes Jugendzentrum haben.
„Die SPD führt einen sauberen Wahlkampf ohne ins Persönliche gehende Angriffe. Sie wird diese Linie auch in den letzten Tagen vor der Wahl beibehalten“, betont der Fraktionsvorsitzende Dr. Klaus Brückner in der Kontroverse um die Übernahme der Anwaltskosten des Bürgermeisters durch die Stadt im Architekten-Prozess.
Dass die Stadt Bürgermeister Herrmann Rechtsschutz durch Übernahme seiner An-waltskosten gewähre, sei „im Ausgangspunkt in Ordnung“, denn der Bürgermeister sei „nicht als Privatmann, sondern in Ausübung seines Amtes tätig geworden“.
Die im Prozess streitige Rechtsfrage „einer Haftung für in Anspruch genommenes Vertrauen“ stelle sich weniger für die Stadt, sondern „in aller Schärfe in der Person von Thorsten Herrmann“. Dabei gehe es „um eine Frage nicht einfacher Abwägung“.
Daher war es, so Dr. Brückner, „auch dem Grunde nach sachgerecht, dem Bürger-meister die Erstattung von Anwaltskosten zuzusagen, die höher liegen als die ge-setzlichen Mindestsätze“. Zu einer „verantwortungsbewussten Risikoverteilung“ ge-höre aber auch „eine Begrenzung der Höhe der Kostenübernahme durch die Stadt“. Für „eine Blanko-Übernahme ohne eine Deckelung“ gebe es keine Rechtfertigung.
Die SPD werde nach der Wahl „in aller Sachlichkeit und ohne Aufregung klären, ob Kosten durch den Magistrat in einer unangemessenen Höhe zu Lasten der Stadt übernommen wurden“. Jetzt gehe es darum, dass der Magistrat für das anstehende Rechtsmittelverfahren die Kostenübernahme „auf das gebotene Maß begrenzt“.
Dr. Klaus Brückner Fraktionsvorsitzender
Die SPD-Fraktion trifft sich am 22.3. mit den Bensheimer Jungsozialisten.
Diskutiert wird das Thema Jugendzentrum mit dem Ziel einer sinnvollen und sachgerechten Selbstverwaltung durch die Jugendlichen. Zweites Anliegen des Nachwuchses der Sozialdemokraten ist der Stubenwald II mit der Ansiedlung von Unternehmen, die auch moderne, zukunftsfähige Ausbildungsplätze für junge Leute anbieten.
Die Positionen der Jusos vertreten Philipp Thoma und Gabriel Nyc, die beide auch für die Bensheimer Stadtverordnetenversammlung kandidieren. Das Treffen ist um 19 Uhr im Hotel Felix. Gäste, vor allem interessierte Jugendliche, sind willkommen.
Dr. Klaus Brückner Fraktionsvorsitzender
Bei dem „Kommunalpolitischen Fachgespräch“ der SPD-Fraktion über „Digitale Bür-gerbeteiligung“ am Dienstag dieser Woche (15.) skizzierte der Vorsitzende Dr. Klaus Brückner die Vorstellungen der SPD zur Bürgerbeteiligung in den nächsten Jahren.
Nach der Sommerpause 2011 soll es in Bensheim einen „Tag der Bürgerbeteiligung“ geben mit Vorträgen über die Perspektiven der Beteiligung, mit Praxisbeispielen und Workshops. Geprüft werden soll im Laufe des Jahres auch die Übernahme von Projekten, die sich anderswo bewährt haben. Dabei gehe es vor allem um Projekte mit einer Internet-Nutzung, die eine einfache und transparente Beteiligung ermöglichten.
In das Stadtparlament will die SPD die Verabschiedung einer „Rahmenordnung für die Bürgerbeteiligung“ einbringen. Verbindlich festgelegt werden sollen „die Grundlagen und das Verfahren sowie die Instrumente der Beteiligung, und zwar von A bis Z, von Arbeitskreis bis Zukunftswerkstatt“. Die Bürger müssten „darauf vertrauen können, dass ihre Stimme Gehör findet und die Beteiligung für sie etwas bringt“.
Spätestens 2012 könnten dann auch die ersten größeren Bauvorhaben in Bensheim über eine repräsentative Befragung der Bürger abgeklärt und vorangebracht werden. An eine solche Befragung denkt man bei den Sozialdemokraten beispielsweise bei der Lösung der Verkehrsprobleme im Bensheimer Westen, wenn Entscheidungen über den Bau einer Umgehungsstraße oder einer Anbindungsstraße anstehen.
Der Haushalt der Stadt für das Jahr 2013 soll, wie in der SPD-Pressemitteilung weiter ausgeführt wird, unter Einbeziehung der Bürgerschaft bei bestimmten ausgewählten Haushaltsansätzen aufgestellt werden. Mit den dabei gesammelten Erfahrungen könne der Haushalt 2014 „zum ersten echten Bensheimer Bürgerhaushalt werden“.
Bensheim könne sich dann, so Dr. Klaus Brückner, auf dem Hessentag 2014 durch ein stärkeres Mitmachen der Bürger bei der Gestaltung der Stadt mit Fug und Recht als eine moderne „Bürgerkommune“ präsentieren. Das Ziel lohne die Anstrengung.
Dr. Klaus Brückner Fraktionsvorsitzender
Zu viele Autos, die durch die Siedlung fahren und viele Kinder, die dort auf dem großen Spielplatz spielen oder sich auf dem Schulweg befinden. Damit dies in der Karl-Marx-Straße und der Fröbelstrasse sicher und ruhig abgehen kann, wurde eine Zone mit 7km/h Maximalgeschwindigkeit eingerichtet. Würden sich alle Autofahrer daran halten, gäbe es wohl kein Problem.
„Leider ist die Situation jedoch problematisch und es muss unseres Erachtens umgehend Abhilfe geschaffen werden. Die Verwaltung ist - obwohl das zuständige Magistratsmitglied Matthias Schimpf seitens der Anwohner mehrfach darauf hingewiesen wurde - schon zu lange untätig gewesen.“ so die Schlussfolgerung des SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Dr. Wolfgang Johannsen nach einem Ortstermin mit Anwohnern und weiteren Mitgliedern der SPD-Fraktion.
Fakt ist, so die SPD in ihrer Pressenotiz, dass sich besorgte Anlieger seit vergangenem Oktober bei Herrn Schimpf um eine Lösung bemühten. Man schritt seitens der Verwaltung zwischenzeitlich auch zur Tat, führte bisher jedoch lediglich eine Messung durch. Leider jedoch - so die Meinung der SPD in ihrer Pressemeldung weiter - nicht sachgerecht, weil an der falschen Stelle.
Das Messgerät maß dort, wo die Karl-Marx-Strasse einen 90-Grad Knick aufweist, die Strasse verengt ist und zudem einige Pfosten eine niedrige Geschwindigkeit geradezu erzwingen. Dort, wo die Fröbelstraße in gerader Linie und ohne Hindernisse zum schnelleren Fahren nachgerade einlade, erfolgten keine Messungen. Dort liege aber - so bestätigen es die Anwohner - das eigentliche Problem.
Als Resultat der Messung teilte Herr Schimpf mit (die SPD gehört, in der Folge eines offenen Briefes von Anwohnern, zu den Adressaten), es habe sich grundsätzlich gezeigt, „dass sich die überwiegende Mehrheit der Fahrzeugführer durchaus in diesem Bereich verantwortungsbewusst verhält.“ Das - so betont die SPD - könne natürlich nicht befriedigenden. Der verbleibende - und zu große - Anteil der Fahrer produziere durch überhöhte Geschwindigkeit eine reale Gefährdung insbesondere für die Kinder. Diese bestehe also bereits in dem Bereich, der ohnehin verlangsamt befahren wird, so Dr. Johannsen. Er ergänzt: “Ohne übertriebenen Aufwand ließe sich im kritischen Bereich Karl-Marx-Straße/ Fröbelstraße - z.B. durch eine Geschwindigkeitsanzeigetafel mit dem Hinweis auf eventuelle Radarmessungen - eine erste präventive Maßnahme einrichten.“
Unter Bezugnahme auf einen vor kurzem in der Stadtverordnetenversammlung gestellten Antrag der SPD nach dauerhafter Instandsetzung nicht funktionsfähiger Anzeigetafeln, fügt Dr. Johannsen abschließend hinzu: „Natürlich müssten die Tafeln auch funktionieren. Letztlich, vertrauen wir jedoch auf den Rat der Fachleute im Rathaus.“
W.Johannsen
16.3.2011
Zum „Politischen Aschermittwoch“ der Sozialdemokraten in Zell konnte der Benshei-mer SPD-Vorsitzende Dr. Wolfgang Johannsen zahlreiche Mitglieder, Mandatsträger und Gäste begrüßen. Der Fraktionsvorsitzende Dr. Klaus Brückner sprach zu den Themen „Stubenwald II“ und „Verlängerung der Westtangente nach Norden“.
Die Zustimmung oder die Ablehnung beim Stubenwald II markiert, so Brückner, „die Scheidelinie, wenn es um verantwortungsvolle Politik für die Zukunft der Stadt geht“. Keine andere aktuelle Frage der Stadtpolitik habe „ein vergleichbar großes Gewicht“. Die SPD sage „ein klares Ja zu Stubenwald II, denn sie ist für ein starkes Bensheim“.
Die Stadt brauche, wie es in der SPD-Pressemitteilung heißt, die Ansiedlung neuer moderner Betriebe und Unternehmen mit sicheren, zukunftsfähigen Arbeitsplätzen. Der Ausbau der Wirtschaftskraft müsse „vor allem anderen an erster Stelle stehen“. Nur so könne „die gute soziale Infrastruktur der Stadt weiter gestärkt werden“. Gleiches gelte für eine nachhaltige Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Die Gewerbesteuer-Einnahmen seien hierfür, so Brückner weiter, „das A und O“. Über zusätzliche gute Steuerzahler lasse sich auch das Ziel eines ausgeglichenen städtischen Haushalts schneller und besser erreichen. Dabei müsse die Stadt Wert darauf legen, dass sich nicht nur gut gehende Wirtschaftsunternehmen, sondern auch die dort beschäftigten Menschen mit ihren Familien in Bensheim niederlassen.
Wer für eine starke Wirtschaft eintrete, für den könne es „keine faulen Kompromisse“ bei der Verkehrs-Infrastruktur geben. Die konsequente Weiterführung der Westtangente nach Norden gehöre „zu einem sachgerechten Gesamtkonzept der Stärkung des Wirtschafts- und Beschäftigungsstandortes Bensheim“. Man dürfe „keine halben Sachen machen“, wenn Weichenstellungen für Jahrzehnte vorgenommen werden.
Wenn beim Stubenwald II und bei der Westtangente „eine schwarz-grüne Koalition im Rathaus auf keinen gemeinsamen Nenner kommt“, so schadet das nach der von Dr. Klaus Brückner gezogenen Bilanz „der weiterhin positiven Entwicklung der Stadt“. Die SPD wolle „Verantwortung übernehmen und Bensheim weiter gut voranbringen“.
„Durch Flagge zeigen, klärt man die Fronten“, schreibt die SPD-Fraktion in einer Pressemitteilung. Nur so ergäben sich für die Bürger „klare Positionen für klare Entscheidungen“. Die Diskussion um die Lösung der Verkehrsprobleme in Schwanheim und Fehlheim sowie um die konsequente und sachgerechte Weiterführung der Westtangente nach Norden diene daher „einem wünschenswerten Klärungsprozess“.
Bei allem notwendigen Streit ist es nach den Worten von Dr. Klaus Brückner „aber auch richtig, Übereinstimmungen bei wichtigen Zielen festzuhalten“. Bei der Suche nach einer Lösung für das Bürgerhaus und den Dalberger Hof bestehe eine erfreulich hohe Übereinstimmung zwischen den beiden großen Parteien, wenn man dazu den Standpunkt der SPD mit der aktuellen Stellungnahme der CDU vergleiche.
Hingewiesen wird auf das am 1. März verabschiedete Programm der Sozialdemokra-ten. Dort heißt es unter der Überschrift „Eine Lösung für das Bürgerhaus finden“:
„Ein Bürgerhaus soll ein ständiger Ort der Begegnung sein, der lebendigen Kommunikation für die Bürgerschaft – ein Mittelpunkt für die Menschen in der Stadt, auch zum Feiern in fröhlicher Runde. Es muss durchgängig nutzbar sein für die Aktivitäten der Vereine, für kulturelle Anlässe, für repräsentative Veranstaltungen der Stadt bis hin zu den Sitzungen des Stadtparlaments. Erforderlich ist damit eine flexible Raumaufteilung; auch kleine Räume für Anlässe mit relativ wenigen Teilnehmern müssen zur Verfügung stehen, damit das Bürgerhaus seine Funktion für die Bürger erfüllt.
Das Bensheimer Bürgerhaus wird dieser Anforderung leider seit langem nicht mehr gerecht. Es ist momentan nur punktuell bzw. zeitweise und eingeschränkt zu nutzen. Dass der Dalberger Hof, die „gut Stubb“ von Bensheim, nicht mehr geöffnet ist, ist ein unhaltbarer Zustand. Schnelle Abhilfe nach der Kommunalwahl ist dringend geboten.
Nötig ist ein überzeugendes Konzept für das Bürgerhaus und den Dalberger Hof. Dies gilt für die Nutzung und damit für das Betreiber-Modell, ebenso aber auch im Hinblick auf Baumaßnahmen, soweit diese verantwortbar zu finanzieren sind. Für größere und eventuell auch große Schritte braucht es breite politische Mehrheiten auf der Grundlage einer offenen und transparenten Bürgerbeteiligung. Die SPD ist auch an dieser Stelle bereit, Verantwortung in Bensheim zu übernehmen und konstruktiv mitzuarbeiten an Lösungen, die für viele Jahre Bestand haben müssen.“
Dr. Klaus Brückner, Fraktionsvorsitzender
Eine Stadt tut gut daran, wenn sie die Leistungen ihrer Bürger gebührend herausstellt und würdigt, schreibt die SPD in einer Pressemeldung, in der sie eine Initiative in Sachen Bürgerehrungen ankündigt. In manchen Bereichen, wie im Sport, sei dies eine allgemein anerkannte Selbstverständlichkeit geworden. In Sachen Wissenschaft und Kultur bestehe jedoch Nachholbedarf. "Viele Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt leisten während ihrer Ausbildung, im Beruf oder auch in ihrer Freizeit Außergewöhnliches. Wenn diese Leistungen woanders zum Beispiel in Wettbewerben, Ausstellungen, Prüfungsgremien, Tagungen oder durch erworbene Patente etc. - anerkannt werden, warum dann nicht hier? Täten wir es, und dies im öffentlichen Rahmen, würden wir die Bindung an unsere Stadt erhöhen helfen und wohl auch einen zusätzlichen Ansporn bieten", begründet der SPD-Vorsitzende Dr. Wolfgang Johannsen die Initiative. Gerade bei jüngeren Menschen, die ihre Meriten in Natur-, Ingenieur- und Sozialwissenschaften sowie in künstlerischen Disziplinen verdienen, biete sich eine derartige Ehrung an. Es wäre sinnvoll, so die SPD, wenn der Kreis der zu Ehrenden nicht auf aktuell hier ansässige Mitbürger begrenzt bliebe, sondern solche einbezöge, die eine Mindestdauer hier gelebt hätten. Die Ehrung solle sich an jüngere Menschen bis 30 richten und nicht auf Inhaber der deutschen Staatsbürgerschaft beschränkt sein. zg BA 21.1.11
Ausschilderung von Laufstrecken
Erneut fordert die SPD bei der Planung von Sporteinrichtungen, die behinderten Bürgerinnen und Bürger der Stadt zu berücksichtigen. Anlass ist die kürzlich Vorlage eines Antrages von CDU und GLB, in der die Ausschilderung bestehender Laufstrecken für Jogger, Nordic Walker und Inline-Skater vorgesehen ist.
„Dagegen ist zunächst nichts zu sagen“ so Dr. Wolfgang Johannsen, der Bensheimer SPD-Vorsitzende „wären nicht wieder einmal, wie bereits im Sportbericht, der im Frühjahr vorgelegt wurde, die sportlichen Belange von Behinderten mit keinem Wort erwähnt (Artikel im BA am 11.3.2010).“
Wie schon im März fordert die SPD den Magistrat auf, nicht nur das Behindertengleichstellungsgesetz endlich ernst zu nehmen, sondern auch die Chancen zu erkennen, die für Fremdenverkehr, Tourismus und für das „Image“ der Stadt entstehen können.
„Es wäre doch hilfreich, wenn z.B. interessierte, sportliche Rollstuhlfahrer Hinweise erhielten (z.B. über die von CDU und GLB ins Spiel gebrachte Internet-Home-Page), wo sie attraktive Strecken finden können.“ präzisiert Johannsen seine Vorstellungen und ergänzt „ Ähnliches gilt auch für andere Fortbewegungs- und Gehhilfen und könnte auch um demografische Aspekte ergänzt werden.“
Die SPD betont in ihrer Pressemeldung, dass sie sehr gerne Ihre Vorstellungen in die Gestaltung einbringen werde. Wir fordern interessierte Bürger auf, uns ihre Ideen zum Thema mitzuteilen bzw. öffentlich zu machen, heißt es abschließend in der Pressemeldung der SPD. BA, 11.1.2011
Bürgersinn im besten Sinne
"Die Hochstädter haben es geschafft. Sie haben mit Fantasie, Mut und Verantwortungs- bewusstsein die Straße des Friedens gebaut und so eine Lösung geschaffen, die letztlich allen dienlich war", so Bensheims SPD-Vorsitzender Dr. Wolfgang Johannsen.
Neue Wege gefunden
Dieses Beispiel zeige, so die SPD in einer Pressemitteilung, wie in unserer Welt, die vor
Regeln, Vorschriften und Vorbehalten zuweilen bewegungsunfähig werde, im wahrsten
Sinne neue Wege bzw. Straßen gefunden werden können. Das Hochstädter Beispiel der
"Straße des Friedens" zeige auch, wie mit Gemeinsinn und Durchhaltevermögen aus
einer Idee ein Erfolg werden kann.
"Die Hochstädter Bürgerinnen und Bürger haben sich durchgesetzt und sind dabei auch
Risiken eingegangen - und haben so Bürgersinn im besten Sinne gezeigt."
Grenzen aufgezeigt
Die Bensheimer SPD lobt das Hochstädter Beispiel als vorbildhaft für eine Lösungssuche, dort, wo Politik schlicht nicht weiterkomme. In diesem Sinne dokumentiere der verdiente Erfolg auch nicht den Misserfolg der Kommunalpolitik - also der Selbstverwaltung der Kommunen - , sondern zeige eher ihre Grenzen auf.
"In Hochstädten hat man bestens illustriert, dass jenseits dieser Grenzen
Gestaltungsraum geblieben ist, der darauf wartet, genutzt zu werden", resümiert Dr.
Johannsen. zg
BA, 18. Dezember 2010
SPD-Kandidaten: Dr. Klaus Brückner, Dr. Wolfgang Johannsen und Christine Klein an der Spitze / Norbert Bauer kehrt zurück
"Wir wollen nach der Wahl im März die politische Verantwortung übernehmen", gab sich der Ortsvereinsvorsitzende Dr. Wolfgang Johannsen äußerst zuversichtlich. Am Dienstag beschloss die Mitgliederversammlung, wer ins politische Rennen gehen und um Sitz und Stimme kämpfen wird. In der Personalfrage legte die Partei Geschlossenheit an den Tag.
Die Vorschläge für die Kandidaten, die im Stadtparlament oder in einem der Ortsbeiräte mitarbeiten wollen, segneten die Genossen unter der Wahlleitung von Jürgen Kaltwasser einstimmig ab. Der SPD-Spitzenkandidat für die Fraktion ist erwartungsgemäß Dr. Klaus Brückner. "Wir haben die Kompetenz, die Erfahrung, den Willen und die Kraft, um die Zukunft mitzugestalten," erklärte er.

Bild: Dietmar Funck, Bergsträßer Anzeiger
Experte für Finanzpolitik
Mit Dr. Wolfgang Johannsen und Christine Klein rangieren auf den vorderen Plätzen bekannte Gesichter. Auf Platz vier folgt Philipp Thoma, 31 Jahre und Lehrer an der Karl-Kübel-Schule. Er ist Betriebswirt und Experte in der Finanzpolitik. Rudolf Volprecht kandidiert ein weiteres Mal.
Mit Norbert Bauer kehrt ein alter Hase zurück. Er ist seit fast 40 Jahren ohne Unterbrechung in der Kommunalpolitik; davon fungierte er 13 Jahre als Fraktionsvorsitzender. In den letzten zehn Jahren konzentrierte sich sein Engagement auf den Kreistag. Werner Bauer ist seit 1982 dabei und stimmt derzeit über die Geschicke in der Stadt durch sein Mandat im Magistrat mit ab. Michael Sydow - bisher im Ortsbeirat-West - will nach der Wahl seine Aktivitäten auf die Stadtverordnetenversammlung ausdehnen. Platz acht belegt Marianne Mauch, sie engagiert sich seit über 20 Jahren in der Kommunalpolitik: Sie fungierte als Stadtverordnetenvorsteherin im Zwingenberger Parlament. Auf Platz zehn kandidiert Brigitte Wagenknecht, die seit 1972 in der SPD diverse Ämter bekleidete und sich nun - nach einer Pause - um einen Sitz im Stadtparlament bewirbt.
Insgesamt 45 Listenplätze
Auf weiteren Plätzen folgen: Dr. Hans-Peter Zimmermann, Kurt Manich, Arno Klein, Bernd Hartz, Thorsten Schrader, Wolfgang Teichgräber, Gabriel Nyc, Heiko Moritz, Bernd Linke, Bernd Harth. Insgesamt 45 Listenplätze füllt die Aufstellung aus. Wer nun letztlich in das Stadtparlament einzieht, liegt in der Hand des Wählers, der von den Möglichkeiten des Kumulierens und Panaschierens Gebrauch machen kann.
"Die Stadt hat gute Ausgangsbedingungen, dafür haben die Menschen, die hier leben und arbeiten, Sorge getragen", erklärte Dr. Brückner. Doch er sieht auch Defizite und Versäumnisse seitens der regierenden Fraktionen. "Bensheim macht viel, aber noch nicht genug aus seinen Möglichkeiten", erklärte er.
Mit Blick auf die finanzielle Situation fordert er zu einer Neuorientierung auf. In den Haushalten 2010 und 2011 klaffe eine Lücke von 32 Millionen Euro. Monat für Monat würde damit über eine Million Euro ausgegeben, "die wir nicht haben". Die Zinsbelastungen beliefen sich damit auf monatlich 8000 Euro. Er forderte eine Kursänderung in der dramatischen Situation. Rathausspitze und Magistrat seien aufgefordert, Vorschläge zu erarbeiten.
Bekenntnis zu Stubenwald II
Zur Erschließung von Stubenwald II komme ein eindeutiges Ja seitens der SPD. Allerdings kritisiert Dr. Brückner, dass ein zufriedenstellendes Konzept der Vermarktung mit einer inhaltlichen Ausrichtung fehle. Man konzentriere sich hier fast ausschließlich auf Arbeitsplätze, die einen universitären Abschluss voraussetzten. Zudem bemängelte er, dass man im Rathaus die Geschäftsführer und Inhaber zu Gesprächen einlud, nicht jedoch die Gewerkschaften und Betriebsräte. "Das werden wir ändern, sobald wir in der politischen Verantwortung stehen."
Einen Kurswechsel will Dr. Brückner auch in der Kinderbetreuung herbeiführen. "Nicht nur die Bürger mit dem größeren Geldbeutel dürfen die Möglichkeit zur Kinderbetreuung der unter Dreijährigen in Anspruch nehmen können."
Gerade bei den Jüngsten sind Plätze teuer und stünden damit vor allem einer Klientel zur Verfügung, die ohnehin schon über mehr Chancen verfüge. Dass ein Eigenbetrieb Kinderbetreuung entsteht, hält er für einen guten Weg, sofern eine Richtung eingeschlagen werde, die sozial ausgewogen und gerecht sei.
Mehr Bürgerbeteiligung
Die SPD wolle mehr Bürgerbeteiligung. Der Partei gehe es darum, dass Bevölkerung an der Basis mitgestalten könne.
Dr. Brückner macht keine Zugeständnisse: "Wir streben die Verantwortung im Parlament an". Zu einer Frage nach eventuellen Koalitionspartnern wollte sich der Fraktionsvorsitzende nicht äußern.
Eine Entscheidung, mit welcher Partei man eine Zusammenarbeit favorisiere, hänge einzig davon ab, wie sich ein größtmögliches Maß an eigenen Vorstellungen umsetzen lasse, erklärten die Sozialdemokraten bei ihrer Sitzung. moni
Bergsträßer Anzeiger
03. Dezember 2010
Das Endlager vor unserer Haustür ?
„In unserer Stadt brauchen wir nicht einmal einen Kirchturm zu besteigen, um einen der ältesten und damit problematischsten Atomreaktoren der Republik zu sehen“ so Bensheims SPD-Vorsitzender Wolfgang Jo-hannsen in einer Presseerklärung, die vom Vorstand seiner Partei aus Anlass der gegenwärtigen Auseinan-dersetzungen um die Frage der Endlagerung und der Laufzeitverlängerungen formuliert wurde. Das Problem läge nicht nur unmittelbar vor unserer Haustür, so die SPD, sondern direkt in unserer Stadt, wenn man sich auch nur moderate Szenarien eines Zwischenfalls in Biblis vor Augen führe. Angesichts der voraussehbaren Unmöglichkeit, in Gorleben eine Art Endlager durchzusetzen, drohe uns zudem in Biblis ein Endlager vor der Haustür, so die SPD in ihrer Presseerklärung. Zwar schreibe das Atomgesetz die Errichtung eines Endlagers bis 2025 vor, die verbleibenden wenigen Jahre dürften das Gesetz allerdings zur Makulatur werden lassen, so die Einschätzung der Bensheimer SPD.
Wirtschaft und Politik, so die SPD weiter, hätten in der Frage der Endlagerung in den vergangenen drei Jahr-zehnten in breiter Front ein Kollektivversagen gezeigt. Die Ignoranz und die Schlampigkeit, mit der das „Ver-suchsendlager“ Grube Asse in einem Milliardendesaster im Sinne des Wortes absoff, sei das beste Beispiel dafür. Der Atomausstieg von 2001 sei daher der einzig richtige Weg, den man jetzt unter fragwürdigen Grün-den verlassen hätte. Und wieder würde man, wie vor 30 Jahren auch schon, die Menschen mit den ewig glei-chen Angstparolen wie „gehen auch irgendwann die Lichter aus“ (Dr. Meister, MDB, CDU) am 10.11.2010 in einem Leserbrief) ins Bockshorn jagen. Die Argumentation sei rein wirtschaftsbezogen und ließe zentrale Si-cherheitsfragen in unerträglicher Weise außen vor, analysiert die SPD .
Jedem Menschen mit etwas technischen Sachverstand würden auch Zweifel beschleichen, wenn man die Laufzeit technischer Anlagen per Dekret verlängern wolle und die Planungen der Ingenieure, die diese Anla-gen gebaut und konzipiert hätten, vom Tisch wische. Darüber hinaus sei der Ausstieg vom Ausstieg in einem übereilten Verfahren und auch ohne hinreichende parlamentarische Legitimation erfolgt, kritisiert die Bens-heimer SPD weiter und teilt damit eine Kritik, die in ähnlicher Form auch von Bundestagspräsident Lammert, CDU, geäußert wurde.
Enttäuscht zeigt sich die Bensheimer SPD auch darüber, dass sich die Mehrheit der Stadtverordneten aus CDU und GLB vor diesem Thema wegduckt und noch nicht einmal eine Diskussion in der Stadtverordneten-versammlung zugelassen habe - wie sie von der SPD im Oktober beantragt war. In Lorsch sei man coura-gierter gewesen. „Was sollen wir später einmal sagen, wenn wir gefragt werden, wie wir uns zu dieser Frage verhalten haben?“ so die Überlegung Johannsens. „ Sollen wir sagen, wir waren zu feige, uns den Fragen, deren Folgen uns unmittelbar und direkt betreffen, überhaupt zu stellen?“
CDU und GLB hätten in dieser Frage noch nicht einmal das Format zur Kirchturmpolitik gezeigt, sie sind dar-unter geblieben, schließt die Presseerklärung der SPD.
Quirlig, informativ und unterhaltsam
„Das Theater ist tot“ - mit dieser dramatischen Aussage zu den Sorgen vieler darstellenden Künstler rief die Sängerin Jeanette Giese dazu auf, sich den Wert der Künste für unsere Gesellschaft neu zu vergegenwärtigen. Sie traf damit den Nerv des „Kulturfrühstücks“ zu dem die Bensheimer SPD in Zusammenarbeit mit dem „Forum für Kunst und Kultur der Sozialdemokratie” am vergangenen Sonntag ins PiPaPo-Theater geladen hatte.
Unter dem eher augenzwinkernden Motto „Kultur in unserer kleinen Stadt“ wurde einem gut besetzten Haus eine quirlige Mischung aus Kulturpolitik und kulturellen Beiträgen örtlicher Künstler geboten. Der Versuch, jenseits der sonst so beliebten Podiumsdiskussionen, mit Künstlern in einen „Dialog von Wort und Tat“ zu kommen, gelang durchaus.
Im Gespräch über die Situation der Kunst in Bensheim mit dem Theatermacher und Regisseur Dr. Jürgen Rehm (PiPaPo), dem Chorleiter Thomas Schröder und dem Event-Manager Harry Hegenbarth gelang es, interessante Schlaglichter auf das Bensheimer Kulturleben zu werfen. Dabei wurde die Sorge deutlich, dass sich aufgrund verschiedener Ursachen die kreative Kulturarbeit auf einen gefährlichen Rückzug befindet. Die teilweise prekäre Lage, in der sich Theater, Schauspieler, Sänger und viele bildende Künstler befinden, hat nicht nur finanzielle Ursachen. Fehlender Nachwuchs und allgemeines Desinteresse an künstlerischen Darbietungen - sofern sie nicht der reinen Unterhaltung zuzurechnen sind - tragen ein Übriges bei.
Den Sorgen der Künstler konnten die Landtagsabgeordneten Gernot Grumbach und Norbert Schmitt sowie Grete Steiner vom Kulturforum angesichts magerer kommunaler Kassenlagen nur wenig dämpfen. Sie verwiesen auf Initiativen, die zeigten, dass die Sorgen der Künstler ernst genommen werden.
Ein darstellerischer Höhepunkt des Kulturfrühstücks waren zwei Gedichte (Goethe’s Fischer und Rilke’s Panter), die unter Leitung von Thorsten Weis am Goethe Gymnasium in Szene gesetzt wurden. Gewissermaßen im Vorbeirauschen zwischen einer Autofahrt aus Norddeutschland und dem nächsten Auftritt schlug dann Jeanette Giese das Publikum mit einem Sketch voller Witz und Ironie aus dem Abhängigkeitsverhältnis von Regisseur und Darsteller in den Bann. Dieses Spannungsfeld wurde dann auch vom Vornerum-Theater in einem Ausschnitt aus seinem brandneuen Stück „Gretchen 89ff“ thematisiert.
In dem damit schon gut gefüllten Programm schuf die Malerin Doris Bambach auf einer bereitgestellten Staffelei ein stimmungsvolles Herbstbild. Die kurzen Übergänge begleitete das, bisher unbekannte, Bensheimer Jazzquartett „Cross 22“.
“Die Vorbereitungen waren aufwendig, aber der Erfolg bestätigt uns, mit neuen Formen im politischen Dialog zu experimentieren” resümiert der Bensheimer SPD-Vorsitzende Dr. Wolfgang Johannsen und ergänzt “Wir werden nach Wegen suchen, die Bensheimer Stadtkultur weiter und substanziell zu fördern”
Die eskalierte Auseinandersetzung über das Projekt „Stuttgart 21“ zeigt sehr anschaulich, wie weit die Entfremdung zwischen den Bürgern einerseits und den von ihnen gewählten Vertretern in der Politik andererseits gediehen ist. Dies stellt die SPD-Fraktion in einem Bericht über ihre Arbeit fest.
Größere Projekte werden, wie der Ortsvereinsvorsitzende Dr. Wolfgang Johannsen ausführt, zum Teil über lange Zeit in komplexen Prozessen zur Entscheidungsreife gebracht. Die Beteiligten glauben danach, dass sie alles richtig gemacht haben. Wenn es an die Umsetzung geht, gibt es dann aber dennoch zuweilen auf beiden Seiten überraschte Gesichter.
Auf der einen Seite stehen Bürger, die sich überrumpelt fühlen von den Konsequenzen, die ihnen jetzt dämmern, und auf der anderen Seite Politiker, die von der Überraschung der Bürger wiederum überrascht sind, meinen sie doch, dass sie alles Notwendige getan haben, indem sie sich an die Spielregeln gehalten haben.
„Diese Kluft zwischen Regierten und Regierenden“, so der Fraktionsvorsitzende Dr. Klaus Brückner, „besteht auf allen Ebenen der Politik und ist uns auch in Bensheim nicht fremd“. Deswegen suche die Fraktion schon seit einiger Zeit nach neuen Möglichkeiten der Mitwirkung und Beteiligung für die Bürgerinnen und Bürger bei der kommunalen Meinungs- und Willensbildung.
Man habe sich nach tragfähigen Modellen umgesehen und diese bewertet. In diesem Rahmen sei auch die Freiburger Stadträtin Gabi Rolland zu einem Vortrag in die Fraktion gekommen. Sie habe von praktischen Erfahrungen zu zwei Ansätzen berichtet: dem „Beteiligungshaushalt“ und dem sogenannten „Gender Budgeting“.
Der Beteiligungshaushalt bietet den Bürgern auf Versammlungen und durch Teilnahme im Internet die Möglichkeit, über den städtischen Haushalt oder Teile davon vor der Verabschiedung zu diskutieren und dazu Vorschläge einzureichen.
Bei dem Gender Budgeting geht es um eine Steuerung von städtischen Ausgaben nach den Geschlechtern und dabei auch nach bestimmten Altersgruppen. Stelle man zum Beispiel fest, dass die Stadtbücherei von Jungen viel weniger als von Mädchen in Anspruch genommen wird, sollte das Angebot für Jungen verbessert werden.
Das Ziel sei, „die Bürger mehr mitzunehmen und gerade in Zeiten knapper Kassen bessere und gerechtere Entscheidungen zu treffen“so Dr. Brückner. Bei alledem müssten pragmatische und praktikable Wege beschritten werden, bei denen sich auch die Kosten für die Stadt in Grenzen halten, heißt es in der SPD-Pressemitteilung abschließend.
„Den Armutskreislauf durchbrechen“ so charakterisierte Dr. Rainer Brockhaus, Direktor der CBM, anlässlich eines Besuches von Vertretern des Bensheimer SPD-Ortsvereins, seine Vision und damit den selbstgesetzten Arbeitsauftrag der CBM.
Behinderungen seien oftmals Teil dieses Kreislaufes - besonders in Entwicklungsländern. Dieser Sachverhalt würde heute viel besser verstanden. So sei die CBM auch in den zurückliegenden Jahren von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise weitgehend verschont geblieben. Man könne mit einem stetigen Spendenaufkommen aus vielen Ländern rechnen und dadurch auch die Hilfsprojekte in nahezu 100 Ländern kontinuierlich fortsetzen.
Das Umfeld, in dem Hilfe geleistet würde- so führten Dr. Brockhaus weiter aus – würde häufig durch Regierungsversagen vor Ort und durch schwer zu koordinierende Hilfsleistungen eher schwieriger. Man sei aber bei der CBM durch zuverlässige Partnerorganisationen immer nah bei den Menschen und könne dadurch Hilfe effektiver gestalten als würde man selbst Verteilungswege aufbauen. Das zeige sich auch aktuell bei der Überschwemmungskatastrophe in Pakistan.
Der Bensheimer SPD-Vorsitzende Dr. Wolfgang Johannsen unterstrich die Bedeutung der Hilfe, die durch CBM und verwandte Hilfsorganisationen geleistet würde. „Leider werden die Uno-Millenium-Entwicklungsziele 2015, für die wir uns gemeinsam mit der CBM auch in Bensheim eingesetzt haben, ganz offenbar nicht erreicht und der deutsche Beitrag fällt bisher auch geringer aus, als zugesagt“ so Dr. Johannsen. Man war sich jedoch einig, dass die Formulierung der Ziele selbst wichtige Orientierungspunkte gesetzt habe.
Die CBM - so wurde von Dr. Brockhaus abschließend festgestellt - fühle sich im zentral gelegenen, weltoffenen und lebendigen Bensheim sehr wohl.
Mit Engagement für eine gute Pflege
„Wir sind für Sie da“ – lautet das Motto des AWO Sozialzentrums Bensheim. Daß dies einen fundierten Hintergrund in der täglichen Arbeit des Sozialzentrums hat, davon konnten sich die Mitglieder des SPD Ortsvereinsvorstands kürzlich überzeugen. Der Besuch des alteingesessenen und wichtigen Zentrums fand im Rahmen des Sommerprogramms des SPD Vorstands statt, bei dem die verschiedensten Einrichtungen besucht werden, auch um zu erfahren, wie Kommunalpolitik die jeweiligen Trägern unterstützen kann.
Die Leiterin des Sozialzentrums, Ina Gießamer, führte die Vorstandsmitglieder nicht nur in die Arbeit des Hauses ein, sondern spannte den Bogen auch über die Geschichte der AWO allgemein, bis hin zum Bensheimer Zentrum und seinen neuen Entwicklungen.
Das seit 1978 bestehende Haus wurde für 10 Millionen Euro kernsaniert und erweitert und konnte 2009 wieder komplett in Betrieb genommen werden. Es bietet 151 Bewohnerinnen und Bewohnern ein helles und schönes Zuhause. Für alle Pflegestufen gibt es eigens geeignete Wohnbereiche. Neben 5 betreuten Wohnungen stehen für die Kurzzeitpflege zudem 4 Plätze zur Verfügung. Das Haus bietet einen offenen Mittagstisch, an dem auch Menschen „von außen“ teilnehmen können. In Bensheim sehr bekannt, weil häufig zu sehen, ist ein spezieller Dienst der AWO: Tag für Tag werden etwa 120 Mittagessen als „Essen auf Rädern“ von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern verteilt.
„Ohne Ehrenamtliche ginge das alles nicht“, so Frau Gießamer, die gleichzeitig nicht müde wird, daß große Engagement der über 90 Mitarbeitenden in Pflege, Hauswirtschaft, Verwaltung und Sozialem Dienst zu betonen. „Die meisten arbeiten schon jahrelang hier und tun dies mit großer Hingabe.“

Die ausgebildete Betriebswirtin erklärte auch die Finanzseite des Hauses. „Momentan sind wir zu 97% belegt“, so Frau Gießamer. „Um wirtschaftlich arbeiten zu können, müßten wir aber zu mehr als 100% ausgelastet sein.“ Die Belastung für die Mitarbeitenden ist hoch, die Abläufe sind außerordentlich bürokratisiert und jede Kleinigkeit ist zu dokumentieren: von den Minuten des Haarekämmens bis zur Rasur. Die Ursache für die Bürokratisierung so konzidiert Frau Gießamer liegt u.a. in den zahlreichen Mißständen, die anderswo in der Pflege zu verzeichnen waren.
„Im AWO Sozialzentrum wird ganz offenbar mit hoher Qualität und großem pflegerischem Engagement gearbeitet“ fasste Bensheims SPDVorsitzender Wolfgang Johannsen den Eindruck der Runde zusammen und fügte hinzu „dass leider die gesellschaftliche Anerkennung der Pflegeberufe in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist und die Bezahlung nicht die erbrachte große Leistung widerspiegelt.“
Manches könne von den Mitarbeitenden trotz großer Motivation und Hingabe gar nicht erbracht werden betonte Frau Grießamer. Hier sei das ehrenamtliche Engagement von besonderer Bedeutung. Es wäre schön, wenn noch mehr Menschen bereit wären, einen kleinen Teil ihrer Zeit einzusetzen, um mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zu sprechen, zu basteln, zu singen und zu musizieren oder einfach nur vorzulesen und da zu sein. Es gäbe sehr viele Möglichkeiten, sinnvoll zu helfen, ohne daß eine besondere Ausbildung oder Qualifikation nötig wäre.
Viele der Äußerungen von Herrn Sarrazin sind an der Grenze des Erträglichen und sogar darüber hinaus.
Unerträglich ist es aber auch so zu tun, als gäbe es keine Probleme bei der Integration. Dabei muss allen Beteiligten klar sein, dass es sich nicht um eine ethnische sondern um eine soziale Frage handelt.Es ist richtig und wichtig, die Religionsfreiheit in unserem Land zu gewährleisten. Es ist aber ebenso wichtig, die Grundwerte unserer freiheitlich- demokratischen Grundordung kompromisslos einzufordern.
Insbesondere bei jenen, die den Islam dazu missbrauchen, Parallelgesellschaft zu etablieren oder die Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu verhindern. Hier ist nicht falsche Toleranz angesagt, sondern ein mutiges Einstehen für unseren Rechtsstaat!
Philipp Thoma
BA, 9.9.10
zu: Tunnelkämpfer bleiben hellhörig
Anders als die Bürger bei Stuttgart21 sei man bei der hiesigen Bürgerinitiative „Mensch und Verkehr“ für einen Klageweg bestens gerüstet so die Bürgerinitiative in einem Artikel vom 3.9.2010.
Ich meine, es gibt einen weiteren wesentlichen Unterschied. Während sich nämlich in Stuttgart die Bürger gegen die Gigantonomie eines Bauprojektes zur Wehr setzen, ist man hier mit erheblicher Vehemenz dafür. Seit Jahren wird die Notwendigkeit eines „bergmännisch gebohrten“ Tunnels für die ICE-Strecke entlang der A67 beschworen. Jetzt wird die Forderung wieder aufgerufen, obwohl der Bau der Bahnstrecke seitens des Bundes kürzlich erst einmal auf die lange Bank geschoben wurde denn das Projekt wäre auch ohne Tunnel - an den in Berlin sowieso niemand glaubt - schon zu teuer.
Das man es hiermit ungeheuren Kosten (für den mit über 11km längsten Bahntunnel Deutschlands) operiert, die weder Bahn noch Steuerzahler schultern können, ist der Bürgerinitiative kein Gedanke wert. Die zu erwartenden irrwitzigen Baukosten jenseits von 350 Millionen € werden dem Argument geschönt, der Bund bzw. die Bahn würden mit Tunnel Prozesskosten sparen. Als würde bereits feststehen, beide seien zum Verlieren dieser angenommenen Prozesse - so sie denn überhaupt kämen - verdammt. Diese „Argumente“ sind genauso alt wie unglaubwürdig und werden auch nicht dadurch besser, dass man seit einiger Zeit nebulös von einem „langen Tunnel“ spricht und offen lässt, was damit konkret gemeint sein könnte.
Es stört die Bürgerinitiative wenig, dass sie sich bei Ihrem Einsatz gegen Lärm und Landschaftsverbrauch geradezu einäugig auf die Bahn konzentriert. Die Bahn ist offenbar der Feind und der muss - koste was es wolle - bluten. Wäre den Lärmgeplagten und -bedrohten Anliegern der Trasse nicht besser gedient, man würde eine wirksame Lärmverringerung für beide, die A67 und die Bahn, realisieren? Warum spricht niemand bei „Mensch und Verkehr“ öffentlich über die Auswirkungen der Zunahme von PKW- und LKW-Zahlen auf der A67? Beispiele für gute Lösungen gibt es. Da sind der Regierungspräsident in Darmstadt und auch die Naturschützer vom BUND gedanklich schon viel weiter wenn sie eine gemeinsame Planung der Strecken und die Berücksichtigung von Trogvarianten fordern.
Es stört die Bürgerinitiative ganz offenbar auch nicht, dass der Landschaftsverbrauch entlang einer gebündelten A67/ICE-strecke zwar nicht zu vernachlässigen ist, aber immerhin doch ein wesentlicher Beitrag für die ökologischere Ausgestaltung der Transportwege insgesamt darstellen würde. Sollen die Güter denn nicht mehr auf die Bahn, damit wir weniger CO2 und Landschaft auf und für Autobahnen verbrauchen?
Ich könnte mehr Kritikpunkte aufführen. Dass die Protagonisten von „Mensch vor Verkehr“ sich selbst in die Nähe der Stuttgarter Bürgerbewegung gegen Stuttgart21 rücken, scheint mir verwegen. Eher verfestigt sich mein Eindruck, hier wird gutgläubigen Bürgerinnen und Bürgern, erneut Sand in die Augen gestreut.
Wolfgang Johannsen
Zu „Im Übergang zum Aufschwung“, 27.8.2010
Als stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU Bundestagsfraktion muss Dr. Meister natürlich versuchen, ein optimistisches Bild der Politik seiner Partei zu zeichnen. Das ihm dies nicht gelingen will, liegt am Versagen der Regierung in zentralen Politikfeldern, nicht etwa am Unverständnis der Leser. Dieses Versagen hat zu miserablen Umfrageergebnis- sen geführt, mit denen seine CDU - und mit ihr die CSU und noch schlimmer und besonders verdient die FDP - derzeit zu kämpfen hat. Die CDU ist bei 30% in der Wählergunst angekommen und damit übrigens bei einem Wert, den Dr. Meister im Februar in dieser Zeitung zum Anlass nahm, infrage zu stellen, ob eine Partei damit noch Volkspartei sein könne.
Das Versagen der Regierung in Berlin ist allzu offensichtlich. Nicht nur, dass CDU, CSU und FDP das ganze Land von September 2009 bis zum Mai 2010 (Landtagswahl in NRW) durch Verzögern wesentlicher Entscheidungen hinters Licht führen wollten. Auch danach passierte wenig. Statt zu Lösungen zu liefern streitet man sich im Koalitionstrio unentwegt über alles und jedes. In NRW gab es eine erste Quittung dafür. Dennoch spricht Dr.Meister von „positiven Arbeitsergebnissen und unseren Antworten“ - als wenn die Bürger das großartige Geschehen in Berlin einfach nicht begreifen wollten oder könnten. Es ist wie im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern: das Volk sollte bewundern, was nicht da ist. Nur der Kaiser glaubte, er habe eine neue und prächtige Gewandung.
Im Gegensatz zu dem, was Dr. Meister sagt, werden wichtige Themen weiter verschleppt. Dazu gehören z.B.: Die in Afghanistan verfolgten konkreten Ziele und die Bedingungen für einen Abzug bleiben unklar. (Ich weiß, dies hat die große Koalition auch nicht geleistet). Ein langfristiges konkretes Konzept für die Endlagerung von Atommüll existiert immer noch nicht. Warum die von Ingenieuren geplante Laufzeit von AKW’s per Dekret einfach verlängert werden kann, scheint der Koalition noch nicht einmal erwähnenswert. Die langfristige Finanzierung des Gesundheitssystems bleibt ebenfalls unklar und die gerechtere, effizientere und transparentere Behandlung von Patienten ist in weite Ferne gerückt.
Die Steuerpolitik mäandert vor sich hin und - so grotesk wie es nur sein kann - hat es die FDP durchgesetzt, dass sich in einer Zeit explodierenden Staatsverschuldung einige Gastwirte und Hoteliers über Steuererleichterungen freuen können. Gegen die maßlosen Wahlversprechungen der FDP hatte sich im Wahlkampf ja auch nur verschwindender Widerspruch in der CDU bemerkbar gemacht. Ein vorgelegtes Sparpaket entpuppte sich kürzlich als derart unsozial, dass sich nun allerdings selbst in der CDU Widerspruch erhob.
Der massive Anstieg der Verschuldung, so notwendig er gewesen sein mag, wird von Dr. Meister nicht einmal erwähnt. Das schöne Bild soll keinen Makel bekommen. Als finanz- politischer Sprecher seiner Fraktion hätte Dr. Meister jedoch ein Wort zu Einsparungen sowie notwendigen Zins- und Rückzahlungen verlieren können. Stattdessen erklärt er die Finanzkrise für beendet, nur um sie einen Tag später in Zwingenberg wieder heraufzu- beschwören. Er weiß ja selbst, wie wackelig sich die ökonomische Situation in den USA darstellt und wie groß ihr Einfluss auf unsere Wirtschaft ist. Die Liste ließe sich verlängern.
In einem Leserbrief im Frühjahr diesen Jahres hatte ich Dr. Meister mit „Hochmut kommt vor dem Fall“ auf seine arrogante Behauptung, es gäbe nur noch eine Volkspartei (die SPD war im Umfragetief), geantwortet. Inzwischen ist der Fall der Zustimmungsprozente eingetreten, der Hochmut ist geblieben.
Wolfgang Johannsen
Betreuung behinderter Menschen mitten im Leben
Der Bensheimer SPD-Vorstand besuchte im Rahmen seines Sommerprogramms eine besonders markante Einrichtung im Sozialleben Bensheims und des Kreises Bergstraße.
„Wir sind stolz auf die Resultate, die wir auf unseren eingeschlagenen Weg bereits verzeichnen können“ so Michael Huber, der seit Anfang 2010 gemeinsam mit Christian Dreiss als Geschäftsführer tätige stellvertretende Geschäftsführer der Behindertenhilfe Bergstraße bereits in seinen einführenden Worten. Und in der Tat konnte sich die SPD-Delegation von beeindruckenden Fakten überzeugen. So hat die Behindertenhilfe mit 260 Mitarbeitern inklusive Auszubildender die Größe eines mittelständigen Betriebes. Die Zahl der tatsächlich Beschäftigten liegt mit ca. 700 jedoch weit höher. Diese Zahl berücksichtigt die 440 Arbeitsplätze, die für behinderte Menschen bereitstehen. Entsprechend hoch ist die Bilanzsumme mit ca. 19 Mio Euro im Jahr 2009 ergänzte Petra Petermann, die Controllerin der Behindertenhilfe.
Wie Michael Huber betonte, wachse man weiter und wolle auch, neben dem bereits begonnenen Werkstattbau in Lorsch, weitere Maßnahmen in Angriff nehmen. Dabei konnte er auf mehrere erfolgreiche und richtungweisende Projekte der vergangenen Jahre verweisen. So z.B. die neue Tagesförderstätte für schwerst- und mehrfach behinderte Menschen, in dessen Räume das Treffen mit der SPD stattfand oder das Betreute Wohnen, in dem die Behindertenhilfe kreisweit derzeit mehr als 60 Menschen eine sehr selbständige Wohnmöglichkeit bietet.

Der Bedarf steigt weiter, so Michael Huber. Durch unterschiedlichste Ursachen bedingt, nehme die Zahl behinderter Menschen, die einer Betreuung bedürfen sowohl bei jüngeren als auch bei älteren Menschen zu. So würde die Bedarfsliste für weiteren Wohnbedarf heute bei mehr als 170 Personen liegen.
Der SPD-Vorsitzende Dr. Wolfgang Johannsen betonte, wie wichtig es sei, dass die Betreuung behinderter Menschen mitten im Leben und damit mitten in den Wohnorten geschehen könne, damit die Möglichkeiten eines integrierten Lebens voll ausgeschöpft werden könnten.
Als Problemfeld bezeichnete Huber den möglichen Wegfall des Zivildienstes und damit einer wesentlichen Unterstützung der zu leistenden Betreuungsarbeit.
Mit besonderer Zufriedenheit verwies der Gastgeber auf die vielfältigen Fähigkeiten, über die die behinderten Beschäftigten verfügen würden. Man sei durchaus in der Lage, umfangreiche Aufträge zuverlässig und zeitgerecht zu erledigen und suche aktiv Kontakte zu Wirtschaftsunternehmen als Kunden, um zum Beispiel im Bereich Küche und Wäschereidienste Aufgaben zu übernehmen. Der SPD-Delegation wurde in diesem Zusammenhang die Eigenproduktion eines Plakatständers für Wahlkämpfe empfohlen.
Abschließend wurde seitens der Behindertenhilfe das Leitbild, erster Ansprechpartner für Fragen rund um die Belange behinderter Menschen im Landkreis sein zu wollen, herausgestellt.
Bensheim. Ein Signal der Aufbruchstimmung verspürte der Vorsitzende der Bensheimer Sozialdemokraten beim Sommerfest, zu dem am Samstag rund um den Bürgerwehrbrunnen eingeladen war. Bei allerlei Grillspezialitäten und den unterschiedlichsten Getränken war Gelegenheit zum politischen Plausch. "Wir spüren deutlich den Stimmungsumschwung und gewachsenen Zuspruch in der Bevölkerung", sagte Dr. Wolfgang Johannsen, der das Ziel, ein positives Signal zu setzen, als gelungen bezeichnete. Er bedankte sich auch bei den äußerst motivierten Parteimitgliedern, die dieses Fest mitten in der Bensheimer Innenstadt erst möglich gemacht haben. df
BA 23.6.10



„Der Bensheimer SPD-Ortsverein freut sich, dass auch im diesem Jahr die Internationale Woche in Bensheim ausgerichtet wird und wünscht dafür gutes Gelingen“ so der Bensheimer SPD-Vorsitzende Dr. Wolfgang Johannsen in einer Presseerklärung. „Mit Befremden haben wir jedoch zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Veranstalter (Stadt Bensheim, Christoffel-Blindenmission und Nord-Süd-Forum) uns - und andere Parteien - in diesem Jahr nicht zur Teilnahme eingeladen haben.“ so Johannsen weiter.
„In den zurückliegenden Jahren konnten wir unsere Unterstützung durch eigene Beiträge dokumentieren und so zum Erfolg der Internationalen Woche beitragen.“ und haben dies durch gut besuchte Informationsstände auch getan.“ so Johannsen.
Die SPD habe auf beiden vorangegangenen Internationalen Wochen einen jeweils aufwendigen Stand gestaltet. Neben Informationen zur Entwicklungspolitik gehörte dazu der sog. "Kaffee-Parcours", ein entwicklungspolitisches Lernmodell, das den Weg von der Erzeugung bis zum fertigen Kaffeegetränk aufzeigt und dabei deutlich macht, wie schwer insbesondere Kleinbauern von ihren Produkten leben können. Anschaulich sei dies durch Informationstafeln, Tragen von Kaffeesäcken, Handel an der Kaffeebörse und besonders dem Rösten "eigenen" Kaffees vermittelt worden.
Umso erstaunter sei man bei der SPD in diesem Jahr gewesen, weil offenbar alle politischen Parteien von der Internationalen Woche ausgeschlossen seien. Seitens der Veranstalter hieß es auf Nachfrage dazu, dies sei geschehen, weil die Parteien sich auf kommunaler Ebene nicht mit entwicklungspolitischen Fragen auseinandersetzen würden, so die SPD.
„Dass wir jahrelang das Gegenteil sehr praktisch bewiesen haben, scheint in der Einschätzung keine Rolle gespielt zu haben“ so Dr. Johannsen. “ Auch die Tatsache, dass die SPD in der Stadtverordnetenversammlung mehrfach Anträge und eine Reihe von Stellungnahmen mit entwicklungspolitischem Bezug eingebracht und vertreten habe, wie z.B. die Frage der Kinderarbeit bei der Herstellung von (Bensheimer) Pflastersteinen“ habe offenbar in den Überlegungen der Veranstalter keine Rolle gespielt.
„Das uns diese Haltung der Veranstalter sehr enttäuscht, sollte verständlich sein. Dessen ungeachtet wünschen wir der Internationalen Woche viel Erfolg“ so Dr. Johannsen und merkt abschließend an, dass man bei der SPD bereit und willens zur Fortsetzung des Engagements sei.
(siehe auch die Artikel am Ende dieser Seite)
Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem hat ihrer zentralen Datenbank einen überlieferten Wunsch eines Ermordeten (D.Berger) vorangestellt: „Ich würde mir wünschen, es erinnert sich jemand daran, dass ein Mensch namens David Berger lebte.“
Es gibt kein Rezept für das „richtige“ Erinnern. Ich denke, es gibt lediglich die Erkenntnis, dass Vergessen und Geschichtslosigkeit in die Barberei führen. Nicht nur, dass die Toten, Gefolterten und Gequälten ein Recht haben, dass man ihrer gedenkt. Von noch höherer Bedeutung ist es, dass für die Lebenden und gegenwärtig nicht Betroffenen die Erinnerung als Orientierung für ihre Zukunft unerlässlich ist.
Die Frage, wo das Erinnern seinen Anfang und sein Ende hat, ist berechtigt. Leichtfertiger Umgang damit jedoch nicht. Die Tatsache, dass nicht jedem, dem jemals Unrecht geschah, namentlich gedacht werden kann, darf nicht dazu führen, alle zu vergessen.
Die Diskussion über die „Stolpersteine“ gibt einen guten Anlass, über das Erinnern neu nachzudenken. Für mich durchaus vorstellbar wären beispielsweise auch ergänzende „Stolpersteine“ (die konkrete Ausführung wäre zu bestimmen) an oder vor öffentlichen Plätzen und Gebäuden, die auf die vielfältigen Verletzung der Menschenrechte in jüngerer Vergangenheit und in aller Welt hinweisen. Dies schiene mir vor dem Hintergrund der Internationalisierung unserer Berufs- und Freizeitaktivitäten sowie unserer Bevölkerung durchaus angemessen.
Dr. Wolfgang Johannsen
Vorsitzender SPD-Ortsverein Bensheim
(Bezug: diverse Beiträge, u.a. 8.6.2010)
Aus Leistungsempfängern Leistungsträger machen
Bensheim. "Wir wollen und wir müssen den Kindern eine Zukunft geben", so das Fazit des SPD-Fraktionsvorsitzenden Dr. Klaus Brückner nach einem informativen Vortrag über kommunale Handlungsstrategien zur Armutsprävention. Auch ist Brückner davon überzeugt, dass Bensheim die Möglichkeiten dafür hat: "Wir müssen nur den Willen und die Gestaltungskraft haben."

In der auch über die Fraktion hinaus von Parteifreunden gut besuchten Veranstaltung haben die Sozialdemokraten "Anregungen und Zuversicht" erfahren, formulierte der Fraktionsvorsitzende nach knapp zwei Stunden in seinem Dank an die Referentin.
Die Anregungen gab es vor allem durch das Beispiel der Stadt Monheim. Die zum Regierungsbezirk Düsseldorf gehörende Stadt ist mit 44 000 Einwohnern etwa so groß wie Bensheim und hat 2002 durch die Kommune und Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe eine Präventionskette aufgebaut, die von der Geburt bis zur Ausbildung reicht. Inzwischen umfasst das Netzwerk über 70 Institutionen.
Allerdings stand Monheim damals auch unter großem Druck, wie von Referentin Gerda Holz zu hören war. Angesichts einer Quote von fast 40 Prozent Kindern unter den Leistungsempfängern in Monheim sah es die Kommunalpolitik als gesellschaftliche Zukunftsaufgabe an, möglichst vielen Kindern und Jugendlichen Entwicklungs- und Bildungsmöglichkeiten zur eröffnen.
Denn, wie dem Vortrag von Gerda Holz ebenfalls zu entnehmen war, ist Armut ein Teufelskreis, dem man aus eigener Kraft kaum entrinnen kann. Kinder, die in arme Familien geboren werden, haben gegenüber anderen Kindern eindeutig geringere Entwicklungsmöglichkeiten in allen Bereichen. Das führt automatisch zu weniger Chancen im späteren Berufsleben mit all den Folgen, sprach Holz von der "sozial vererbten
Armut".
Ein Massenphänomen
Deutlich machte sie auch, dass Armut ein Massenphänomen ist und es keine Kommune gibt, die sich diesem Thema nicht stellen muss. Armut sei in erster Linie strukturell bedingt und nicht individuell. Denn auch Menschen, die arbeiten, können durchaus unter die Armutsgrenze fallen.
So gilt in Deutschland beispielsweise eine Einzelperson, die weniger als 815 Euro im Monat zum Wohnen und Leben hat, als arm. Für ein Paar mit zwei Kindern liegt die Grenze bei 1712 Euro. Die Sozialarbeiterin und Politikwissenschaftlerin vom Frankfurter Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik begleitet seit 1979 die einzige Langzeitstudie über die Folgen von Armut bei Kindern.
Um dem Teufelskreislauf der Armut zu entgegen, bedarf es nach Meinung von Gerda Holz präventiver Maßnahmen. "Nicht reparieren, sondern vermeiden" ist ihre Devise. Dass Armutsprävention in Kommunen möglich ist, zeigte sie am Beispiel der Stadt Monheim.
Wichtig dabei sei, Ziele zu setzen, wobei es nicht um Hilfsangebote,sondern um Angebote für Menschen gehen sollte, die für alle erreichbarsind.
Gerda Holz ging damit auf die Bemerkung von Christine Klein ein, die von der Erreichbarkeit der Betroffenen sprach. So sei Bensheim eine relativ reiche Kommune, in der Armut zwar auch vorhanden sei, aber nicht so sichtbar. Um sich dieses Themas grundsätzlich und fundiert annehmen zu können, wie es Dr. Brückner als Ziel setzte, sind zunächst einmal die Daten eine wichtige Grundlage, die aber für Kommunen nicht so einfach zu ermitteln sind, da sie nicht Sozialhilfeträger sind.
Den der SPD vorliegenden Daten zufolge leben in Bensheim 753 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von Hartz IV. Bezieht man junge Erwachsene bis 25 Jahren ein, sind es 967 Personen.
Bei den Caritas-Tagen in Bensheim im vergangenen September zum Thema Kinderarmut gingen die Organisatoren von etwa 1200 Kindern in Bensheim aus, die in Armut leben. Auf das gesamte Kreisgebiet bezogen waren es 7000 Kinder. Aus diesen Leistungsempfängern Leistungsträger zu machen, ist eine gesellschaftliche Aufgabe. js
Bergsträßer Anzeiger
21. Mai 2010
"Der Jude" als Feindbild
Bergstraße. Antisemitismus ist ein Mechanismus, der auch ohne Juden funktioniert: Er beruht gänzlich auf der Fiktion einer bestimmten Menschengruppe als verschwörerischem Kollektiv, das - latent oder konkret - die Weltgemeinschaft bedroht. Ein solches Denken ist pure Projektion, die sich an Einzelfällen selbst zu bestätigen sucht.
Der Soziologe Klaus Holz bezeichnet Antisemitismus als globales Phänomen, das in unterschiedlichen Spielarten nach einem immer gleichen Grundmuster zum Ausdruck kommt. "In seinem Wesen ist Antisemitismus aber zutiefst unmodern", so Holz in Bensheim in der Alten Faktorei, wo er am Dienstagabend auf Einladung der Jungsozialisten und der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der Bergsträßer SPD über die modernen Erscheinungsformen der Judenfeindschaft sprach.
Plakatives Feindbild
Deren Ursprung und die damit zusammenhängenden zentralen Denkmuster verortet Holz klar in der europäischen Geschichte, von wo aus er unter anderem auch in die arabische Welt exportiert worden sei. Der Soziologe widerspricht der These eines eigenständigen islamischen Antisemitismus. Vielmehr verweist er darauf, dass nahezu sämtliche der heute im islamistisch orientierten Antisemitismus anzutreffenden Muster bereits bei den europäischen Vorläufern zu finden sind.
Als grundlegendes Beispiel skizziert Holz die Rolle des Judentums als plakative "Figur des Dritten", an der er die Parallelen nationalistischer und islamistischer Ideologiebildung herausarbeitet. In beiden Fällen werde "der Jude" als "drittes" Element begriffen, das die Unterscheidung zwischen "uns" und den anderen ersetzt. Diese Konstruktion schaffe ein gemeinsames Feindbild: Ein abstraktes Judentum bedroht die Volks-Konstruktion der Welt als Ganzes und versucht chronisch, die Menschheitsordnung zu zersetzen.
Verschwörungstheorie
"Sie werden als das Antivolk definiert, das allen anderen Kollektiven feindlich gesonnen ist." Damit werden die Juden mitsamt den ihnen vorgeworfenen Verschwörungen zum teuflischen Feind der Menschheit insgesamt.
Das Kapital wird in diesem Kontext gern als internationales Macht-Mittel zum Zweck benutzt, um derartige Ängste weiter zu schüren, so der Soziologe, der seit zehn Jahren das Evangelische Studienwerk in Villigst leitet und unter anderem Mitbegründer des European Network for the Study of Historical and Contemporary Anti-Semitism ist. Antisemitismus beruhe demnach auf den weit verbreiteten Fantasien einer jüdischen Weltverschwörung.
Direkter Bezug zum Staat Israel
Als eines seiner wichtigsten Merkmale bezeichnet Klaus Holz den fast immer vorkommenden direkten Bezug zum Staat Israel: Die Umkehrung von Täter und Opfer ist ein beliebtes Konstrukt der Relativierung. So heißt es, Israel unterdrücke Palästina und terrorisiere seine Bevölkerung. Aus dieser Perspektive werden Juden als die Nazis von heute angeprangert. Die Historie wird verbogen, um die Schoah zu relativieren und die Gegenwart zu rechtfertigen.
Das Schlimme ist, das solches Denken gesellschaftsfähig geworden ist: Die Hälfte der Deutschen stimmt laut Umfragen zu, dass Israel "im Prinzip" nichts anderes mit den Palästinensern mache als das, was die Nazis damals mit den Juden gemacht hätten.
Die Hamas und die Juden
Holz zitiert aus der Charta der Hamas, die den Holocaust letztlich als jüdisches Komplott bezeichnet, um den Staat Israel gründen zu können. Das zentrale Motiv des säkularen wie des islamistischen Antisemitismus im Nahen Osten laute: Wenn Juden wie Nazis (Mit-)Schuld am Holocaust sind, dann verliert Israel seine Legitimation.
Der arabische Antisemitismus unterscheide sich vom europäischen aber dadurch, dass er von einem realen jüdisch-arabischen Konflikt begleitet wird. Eine vergleichbare Konstellation gab es in der europäischen Geschichte nicht. "Der Antisemitismus in Europa war weltanschaulich motiviert", so Klaus Holz weiter, der betont: Solange eine antisemitische Interpretation der israelischen Staatsgründung im arabischen Raum verbreitet ist, sind die Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben im Nahen Osten nicht gegeben.
Und: Wer Juden - gedanklich oder sprachlich - auch nur annähernd in eine nationalsozialistische Ecke stellt, der steht selbst mit beiden Beinen im Antisemitismus. tr
Bergsträßer Anzeiger
6. Mai 2010
Nach der Begrüßung der zahlreich in der Nibelungen- Quelle erschienenen Mitglieder und Gäste gab der Vorsitzende Dr. Wolfgang Johannsen bekannt, dass der Vortrag zum Thema „Lage der hessischen Kommunen“ wegen Erkrankung des Referenten Dr. Jürgen Dieter ausfallen muss und zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt wird.
Zu Beginn seiner Erklärungen zur Bensheimer SPD stellte der Vorsitzende fest, dass der Ortsverein kampagnenfähig sei, was die Wahlkämpfe seit der letzten Jahreshauptversammlung deutlich unter Beweis gestellt hätten. Er dankte in diesem Zusammenhang den Aktiven für ihre unverzichtbaren Leistungen. Die Zusammenarbeit im Vorstand sei ausgezeichnet gewesen. Besonders erfreulich sei der Neuzugang junger Mitglieder, von denen Philipp Thoma wegen seiner Mitarbeit in zahlreichen Partei-Gremien und Vereinen hervorzuheben sei. Johannsen berichtete von Aktivitäten und Aktionen des letzten Jahres, die auch in der Presse ihren Niederschlag fanden.

Mit Hinblick auf die Bundespartei erklärte Johannsen:
„Die SPD hat ihre Mitte wiedergefunden “. Aus der Oppo-sitionsrolle heraus müsse energisch der massiven sozialen Umverteilung von unten nach oben und dem leichtsin-nigen Umgang mit der Atomkraft entgegentreten werden, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Wenn insbesondere die FDP und ihr Vorsitzender Westerwelle von Freiheit redeten, sei dies gleichbedeutend mit der Freiheit, sich der sozialen Verantwortung in der Marktwirtschaft zu entziehen. Es gelte immer noch der Kernsatz im Grundgesetz, dass Eigentum verpflichte.
Abschließend sprach der Vorsitzende den Wunsch aus, die SPD möge sich stärker als bisher um die Mittelschicht kümmern. Ohne die Mittelschicht seien keine Wahlen zu gewinnen.
In seinem kommunalpolitischen Referat stellte der Fraktionsvorsitzende Dr. Klaus Brückner fest, die Stadt Bensheim gehe „in den wichtigen Feldern der Stadtpolitik den richtigen Weg“. Bei genauerem Hinsehen fehle es aber immer wieder „an der nötigen Gestaltungskraft und Durchsetzungsfähigkeit“. Die schwarz-grüne Koalition und Rat-hausspitze sei „im vollmundigen Ankündigen besser als im handfesten Umsetzen“.
Deutliche Defizite sah Brückner bei der Betreuung der Kinder unter drei Jahren. Hier sei das aktuelle Angebot von nur 134 Krippenplätzen „beschämend niedrig und kein Aushängeschild für Bensheim“. Auch werde sich die SPD dafür einsetzen, die Benutzungsgebühren für alle städtischen Kindertagesstätten in der kommenden Wahlperiode schrittweise zu senken und nach und nach ganz abzuschaffen.
Entschieden lehnte der Fraktionschef alle Bestrebungen ab, die Bensheimer Volkshochschule voll und ganz in die Kreisvolkshochschule einzugliedern. Erfolgreiche Kultur- und Bildungsarbeit brauche in der Stadt „ein eigenes Gesicht und eine unverwechselbare Identität“.
Kritisch setzte sich Brückner auch mit der Schaffung weiterer Eigenbetriebe und der Eingliederung des städtischen Bauhofs in den Zweckverband “Kommunalwirtschaft Mitt-lere Bergstraße“ auseinander. Hier gehe es um eine „Gratwanderung zwischen größtmöglicher demokratischer Mitwirkung und Mitbestimmung einerseits und größtmöglicher Qualität und Effizienz der Einrichtungen andererseits“. Realpolitik bedeute, dass sich die Fraktion der Ver-antwortung stelle und in den neuen Gremien konstruktiv mitarbeite.
In diesem Zusammenhang definierte Dr. Klaus Brückner die derzeitige Rolle der SPD-Fraktion als “kritischer Begleiter der Mehrheit auf Augenhöhe“. Für die Kommunal-wahl müsse die SPD nicht nur sagen, was sie in der neuen Wahlzeit erreichen wolle, sondern auch, wie sie dies erreichen könne. Er schloss seine Ausführungen mit den Worten: „Die SPD ist bereit, die Stadtpolitik in Bensheim für die Zukunft mitzugestalten. Sie hat dazu den Willen, die Kompetenz und die Erfahrung.“
Vorbereitungen für den Kommunalwahlkampf sind angelaufen
„Wir werden das Jahr bis Frühjahr 2011 intensiv nutzen, um uns auf die dann anstehende Kommunalwahl“ vorzubereiten so Ortsvereinsvorsitzende Wolfgang Johannsen in einer Pressemitteilung der SPD. Als ein Schritt unter vielen in der Vorbereitung konstituierte sich am 9.März das Wahlkomitee der Bensheimer SPD.
Neben dem Parteivorsitzenden als Koordinator gehören dem Gremium die Vorstandsmitglieder Philipp Thoma, Jürgen Breustedt und Dr. Walther Fitz sowie aus dem Fraktionsvorstand Dr. Klaus Brückner, Kurt Manich und Michael Sydow an.
„Wir wollen mit Personen und Aussagen an den Start gehen, die eine verlässliche Perspektive über den Tag hinaus bieten“ so Klaus Brückner zur Aufgabenstellung des Komitees.
Die Arbeit an den programmatischen Aussagen beginnt umgehend unter breiter Beteiligung der Parteiöffentlichkeit. Das bestehende Wahlprogramm wird ergänzt und erweitert und in der Partei zur Diskussion gestellt, heißt es weiter in der Pressemitteilung.
„Es ist uns ein besonderes Anliegen, den Prozess der Programmarbeit auch durch das Einbeziehen von Interessierten, die von außerhalb der SPD kommen zu bereichern“ so der Vorsitzende Wolfgang Johannsen „Kommunalpolitik ist in weiten Feldern pragmatisch geprägt und uns liegt daran, Meinung und Expertisen aus der Bensheimer Bevölkerung aufzugreifen. Dazu sind kommunalpolitische Gespräche und Diskussionsrunden geplant.“
„Auch was die Übernahme von Mandaten angeht, möchten wir Menschen zur Mitarbeit motivieren“ so Johannsen und ergänzt „die Zeit vor dem Wahlkampf ist besonders für interessierte „Einsteiger“ geeignet, sich in die Diskussionen einzubringen. Auch wer sich mit dem Gedanken trägt, ein Mandat zu übernehmen, ist willkommen.“
Abschließend bietet die SPD die direkte Kontaktaufnahme unter folgenden Telefonnummern an: Klaus Brückner (3347) und Wolfgang Johannsen (78676) an und verweist zudem auf ihre Internetseite (www.spd-bensheim.de).
Bensheim. Der kürzlich vorgelegte Sportentwicklungsplan "Sport und Bewegung in
Bensheim" wird von der SPD grundsätzlich begrüßt, an einigen Punkten jedoch auch
kritisiert.
Die Bensheimer Sportvereine aller Sparten leisten Enormes sowohl für die Gesundheit
als auch im Wettbewerb, der sich in vielen Fällen bis auf die Bundesebene und weiter
erstreckt, so die SPD in einem Pressebericht. Sie integrieren breite Bevölkerungsgruppen und sind nicht zuletzt auch in der Jugendarbeit unverzichtbarer Bestandteil des städtischen Lebens.
"Es ist daher zweifellos von hoher Bedeutung, den Aktiven in den Vereinen ebenso wie
den politisch Handelnden eine Perspektive aufzuzeigen und Leitlinien für die zukünftige
Entwicklung zu geben. Der Sportentwicklungsplan leistet hier einiges", so der SPD Vorsitzende Dr. Wolfgang Johannsen.
"Umso bedauerlicher ist die vollständige Ausklammerung des Themas Behindertensport", meint Johannsen und ergänzt: "Der Behindertensport wird mit der Empfehlung, die Stadt solle sich später damit beschäftigen, beiseitegeschoben. Zu einer Zeit, in der Olympische Spiele ohne anschließende Paralympische Spiele - sie beginnen in Vancouver am 12. März - nicht mehr vorstellbar sind, sollte ein Sportentwicklungsplan ohne Behindertensport auch nicht mehr denkbar sein."
Die bereits vorhandenen Anstrengungen der Vereine im Behindertensport verdienten
Anerkennung, die der Plan gleichfalls schuldig bleibt. Noch wichtiger sei für die
Beteiligten jedoch, dass ein derartiger Sportentwicklungsplan für den Behindertensport
Perspektiven und Empfehlungen biete, heißt es seitens der SPD weiter. Der
Berichterstatter der Firma IKPS, die mit der Erstellung des Sportentwicklungsplans
beauftragt war, räumte laut SPD bei der Präsentation des Berichts bereitwillig ein, dass
hier Nacharbeit vonnöten sei. "Wir denken gleichfalls", so Johannsen resümierend,
"dass wir diesen Makel beheben und baldmöglichst die Studie ergänzen sollten." zg
Bergsträßer Anzeiger
11. März 2010
Niederlagen gehören für die Opposition zum politischen Alltag
Bensheim. Dirk Müller aus Heppenheim und Dominic Schmidt aus Einhausen interessieren sich für Politik und wollten von Insidern wissen, wie Kommunalpolitik funktioniert, wie groß der Zeitaufwand ist und was man tun muss, um sich einzubringen. Die beiden 27 und 29 Jahre alten Männer waren der Einladung der Bensheimer SPD zu einem ersten öffentlichen Informationsgespräch ins Hotel Felix gefolgt.

Der offene Dialog mit Kreistags- und Magistratsmitgliedern, Stadtverordneten und Ortsbeiräten der SPD war dazu gedacht, für die Kommunalpolitik insgesamt zu werben, Interesse zu wecken und Lust zur aktiven Mitarbeit in Kommune oder Landkreis zu machen.
Denn Realität ist: Bei der Jugend steht die Politik nicht eben hoch im Kurs, und das Image des Kommunalpolitikers ist ebenfalls verbesserungswürdig. Von einer allgemeinen Politikverdrossenheit wollten die Zuhörer Müller und Schmidt dennoch nichts wissen. Sie
argumentierten vielmehr mit der hohen Hemmschwelle beim Einstieg in ein politisches Amt. Deshalb engagierten sich mehr junge Leute in Organisationen und Institutionen wie Greenpeace oder gegen Atomkraft, führten sie als Begründung an.
"Wir brauchen junge Leute, die uns stärker infrage stellen, die nicht brav und angepasst sind, sondern rütteln und umstoßen", ließ SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Klaus Brückner jede Weichspülmentalität außen vor und warb mit knallharten Argumenten für ein Umdenken in der politischen Landschaft und eine grundlegende Kommunalreform. Seine Forderung: Mehr Bürgerbeteiligung und Abbau von erstarrten Formen.
Ziele müssten eine breiter aufgestellte demokratische Mitbestimmung und neue Organisationsstrukturen sein. Gelinge es, den kommunalen Gremien mehr Mitspracherecht zuzusprechen, werde das politische Ehrenamt wieder für mehr Menschen attraktiver, war sich Brückner sicher, der die Aushöhlung der kommunalen Selbstverwaltung und den Verlust an Transparenz beklagte.

Es mache "Sinn sich zu engagieren", rief der Fraktionsvorsitzende alle Unentschlossenen und unruhigen Geistern auf, den Schritt in die Kommunalpolitik zu wagen und diese mit neuen Ideen und frischem Wind aufzupeppen. Denn, "wer in der Politik mitmacht, lernt das Leben näher kennen und weiß wieder mehr Bescheid, wie Menschen denken und fühlen". Mit einer ausführlichen Erörterung der Grundstrukturen, "wie in Bensheim Kommunalpolitik funktioniert", hatte SPD-Vorsitzender Dr. Wolfgang Johannsen die Informationsveranstaltung eröffnet. Heinz-Jürgen Schocke, stellvertretender Kreistagsvorsitzender referierte über die zentralen Aufgaben des Gremiums, über Schulträgerschaft ("Der Kreis ist für Beton zuständig, das Land für Inhalte"), Gesundheitsvorsorge, Soziales und den Bereich Arbeitslosigkeit und Neue Wege.
Schocke sprach auch vom nicht immer rosigen politischen Alltag. Niederlagen gehören für die Opposition zum Tagesgeschäft. Für den erfahrenen Kreispolitiker bedeutet Kommunalpolitik "harte Arbeit, aber auch ein Stück Selbstverwirklichung".
Wer in die Kommunalpolitik einsteige, müsse sich klar darüber sein, dass dies keine Vergnügungsveranstaltung sei, sondern dass schon mal "harte Steine geklopft werden".
Auch mit der Schnelligkeit, mit der in den Rathäusern die interkommunale Zusammenarbeit umgesetzt wird, ist der Kreispolitiker unzufrieden. "Dass Bauhöfe sich zusammentun, reicht auf Dauer nicht aus", argumentierte er dafür, über den Kirchturm hinaus zu sehen.
Den Zeitaufwand für die politische Arbeit bezeichneten alle Mandatsträger als "machbar". Im Ortsbeirat - für ihn sprach Rolf Müller aus Auerbach - sind es jeweils nur ein paar Stunden im Monat. Für ein leichtes Stirnrunzeln bei den Besuchern der Veranstaltung sorgten die Anfangszeiten der Sitzungen in Gemeinde oder Kreis, die oftmals um 16 oder 17 Uhr beginnen. Für Berufstätige und Pendler bedeutet dies ein Organisations- und Zeitproblem.
Johannsen wies auf eine weitere Veranstaltung der SPD Bensheim am Dienstag (30. März) um 19 Uhr im Hotel Felix hin. Geplant ist ein offenes Mitgliedergespräch über kommunalpolitische Themen wie den Hessentag, Bürgerbeteiligung und Kinderarmut in Bensheim. gs
Bergsträßer Anzeiger
08. März 2010
Bensheim. Meckern wir nur - oder reden wir auch mit? Suchen wir für die liegengebliebenen gelben Säcke nur den nächstbesten Sündenbock oder wissen wir, wie das mit der Abfallentsorgung funktioniert und wer für was zuständig ist?
Wie eine Stadt, wie Kommunalpolitik funktioniert, ist nicht immer so einfach durchschaubar, aber eine Geheimwissenschaft ist es keinesfalls. Wer will, kann sich informieren und im besten Fall auch engagieren und mitgestalten. Das ist auch der Wunsch der Bensheimer SPD, die mit einer neuen Initiative in der Bevölkerung das Interesse an Kommunalpolitik wecken möchte.
"Der Erfolg kommunalpolitischen Handelns ist heute wie auch in der Zukunft vom ehrenamtlichen Engagement der Bürgerinnen und Bürger abhängig", macht der Bensheimer SPD-Vorsitzende Dr. Wolfgang Johannsen in einem Pressegespräch deutlich, warum die Sozialdemokraten zur aktiven Mitarbeit anregen und gezielt über Einflussmöglichkeiten in der Kommunalpolitik informieren möchten.

"Wir sind davon überzeugt, dass viele Menschen bereit sind, sich auch kommunalpolitisch zu engagieren, aber nicht so recht wissen, wie und wo sie ansetzen können", so Johannsen. Das soll sich ändern, denn nach Auffassung der SPD ist es auch die Aufgabe einer politischen Partei, das politische Leben einer Stadt mitzugestalten.
Strukturen, Gremien, Namen
Dazu gehöre auch ein Stück Aufklärungsarbeit, so Dr. Johannsen, der zusammen mit seinem Stellvertreter und Juso-Kreisvorsitzenden Philipp Thoma sowie Ortsbeiratsmitglied und Pressereferent des Ortsvereins in dem Pressegespräch die neue Parteiinitiative erläuterte.
In einem ersten Informationsgespräch am Samstag, dem 6. März, im Hotel Felix möchte die SPD Interessierten Grundlegendes über die Funktionsweise einer Kommune nahebringen.
In einem ersten einführenden Teil wird es um die Strukturen, um Gremien wie Magistrat, Stadtverordnetenversammlung, Ausschüsse und Ortsbeirat gehen und deren Funktionsweise und Aufgaben erläutert. Im zweiten Teil soll die Theorie anhand von praktischen Beispielen verdeutlicht werden.
Deutlich machte Johannsen, dass es bei dieser Informationsveranstaltung nicht um parteipolitische Inhalte gehe. "Es geht um das 'Wie' und 'Wer' in der Kommunalpolitik und nicht um das 'Was'." Die Thematisierung von Inhalten und Projekten sei für eine weitere Veranstaltung vorgesehen.
Nicht aus dem Fokus der Sozialdemokraten ist natürlich auch die Kommunalwahl im nächsten Jahr. Hier treibt den SPD-Vorsitzenden aber vor allem das immer wieder festzustellende Desinteresse an der Politik um. Bei Wahlbeteiligungen von unter 50 Prozent müsse es Sorge bereiten, wenn letztlich die Minderheit der Bevölkerung über die Zukunft einer Stadt entscheide, so Rolf Müller.
"Die Politik braucht Menschen mit Erfahrung und vor allem auch junge Menschen", ist Dr. Johannsen besonders auch das Engagement seines Stellvertreters Philipp Thoma wichtig. Er wird ebenso, wie der Fraktionsvorsitzende der SPD in der Stadtverordnetenversammlung, Dr. Klaus Brückner, und Vertreter aus den Ortsbeiräten, dem Kreistag und dem Magistrat beim Informationsgespräch als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. js
BA
24. Februar 2010
Die Veranstaltung der SPD Bensheim am Samstag, 6. März, im Hotel Felix an der Dammstraße, beginnt um 11 Uhr.
Zu "Meister sieht CDU als einzige verbliebene Volkspartei", Bergsträßer Anzeiger vom 27.
Februar
Es gäbe nur noch eine Volkspartei, seine CDU. So interpretiert MdB Dr. Michael Meister
die politischen Kräfteverhältnisse. "Ein Volk - eine Partei". An diesem Bild haben sich
schon Mao Tse-tung und andere Gestalten der Weltgeschichte erfreut, mit denen zum
Glück Dr. Meister sonst nichts gemein hat. Deshalb sei betont, dass die CDU zweifellos
eine demokratische Volkspartei ist, die auf allen wichtigen Politikfeldern tätig ist und
keinem Klientel unmittelbar verpflichtet ist. Aber sind deshalb alle anderen Parteien
keine "Volksparteien"?
Nehmen wir - naheliegenderweise - die SPD. Sie arbeitet in allen Bereichen der Politik -
in der Außen-, Innen-, Sozial-, Umwelt-, Sicherheits-, Wirtschafts-, Familien-,
Gesundheits-, Entwicklungs-, Finanz-, Agrar-, Verbraucherpolitik, und die Liste ließe
sich fortsetzen. Aus ihren Reihen kamen Bundeskanzler und Bundesminister. Sie stellt
und stellte Ministerpräsidenten, ist in vielen Landesregierungen beteiligt und ist im
Bundestag und in allen Landesparlamenten signifikant vertreten. Sie ist in Bund, im
Land, in den Kreisen und in den Kommunen präsent. Die SPD setzt sich aus Mitgliedern
und Mandatsträgern aus allen gesellschaftlich relevanten Gruppen zusammen. Sie steht
in der Mitte der Bevölkerung - wo sich übrigens noch andere aufhalten - etwas links
von der CDU. Sie soll keine Volkspartei sein? Erstaunlich! Übrigens wäre die CSU nach
Dr. Meisters Einschätzung der Lage auch keine Volkspartei mehr. Auch erstaunlich.
CDU bleibt Antworten schuldig
Ich kann mich auch des Eindrucks nicht erwehren, dass die CDU ihre überhebliche
Selbsteinschätzung als "einzige Volkspartei" aktuell dazu nutzt, das Volk an der Nase
herumzuführen. Zum Beispiel weigert sie sich standhaft, Auskunft zu geben, wie denn
die aufgehäuften Staatsschulden abgebaut und gleichzeitig die Steuern reduziert
werden sollen. Oder warum Atommeiler über die Laufzeit hinaus laufen sollen, die der
Umweltminister eben dieser Volkspartei für sinnvoll hält, oder wie die Kopfpauschale
finanziert werden könnte. Und ganz nebenbei kämpft Herr Rüttgers - Volkspartei
CDU/NRW - aktuell gegen den Verdacht, dass seine Volks-Politik käuflich ist.
Was bleibt, ist Folgendes: Hochmut kommt vor dem Fall, und schon viele haben in
spätrömischer Dekadenz und Arroganz Folgendes selbst erleben müssen: Sic transit
gloria mundi (So vergeht der Ruhm der Welt).
Dr. Wolfgang Johannsen
Bergsträßer Anzeiger
01. März 2010
Den Artikel, auf den Bezug genommen wird, finden Sie hier
SPD Bensheim: Politischer Aschermittwoch mit Appell, sich auf die eigenen Grundwerte zu besinnen
Bensheim. Der "Politische Aschermittwoch" des SPD-Ortsvereins in der Weinschänke Götzinger war gut besucht. Der Vorsitzende des Ortsvereins, Dr. Wolfgang Johannsen, und der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Stadtparlament, Dr. Klaus Brückner, begrüßten.
Johannsen behandelte zwei aktuelle Nachrichten des Tages. Die erste: Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) steigt die Zahl der Armen in Deutschland rapide an. 11,5 Millionen Deutsche oder 14 Prozent der Gesamtbevölkerung leben in danach Armut.

Die zweite Nachricht: Lidl möchte Mindestlöhne einführen. Beide Meldungen zeigten, dass die SPD mit gutem Grund für Mindestlöhne und gerechte Bezahlung eintrete. Guido Westerwelle von der FDP habe demgegenüber in den letzten Tagen lautstark dafür plädiert, denen, die wenig haben, noch weniger zu geben. Er hetze damit Gruppen der Gesellschaft aufeinander und spreche von "spätrömischer Dekadenz". Die FDP vertrete "die Gierigen" in der Gesellschaft. Sie unternehme nichts gegen diejenigen, die ihr Geld in die Schweiz trügen, und schütze sie vor dem Zugriff durch den deutschen Fiskus. Die Art von Wirtschaftspolitik, die der FDP vorschwebe, nämlich Steuern runter, Staat aus den Wirtschaftsbelangen heraus und Arbeitnehmerrechte beschneiden, sei gerade krachend gescheitert.
Auch in der Gesundheitspolitik habe man mit der geplanten Einführung der Kopfpauschale Absichten, die die Spaltung der Gesellschaft vorantrieben. Hier würden im Falle der Umsetzung "40 Millionen Deutsche zu Almosenempfänger des Staates".
Vor Ort in Bensheim brächen die Steuern weg und die Zuschüsse von Bund und Land gingen massiv zurück. So seien die Schulden der Stadt in diesem Jahr um 8 Millionen Euro gestiegen.
Abschließend stellte der Vorsitzende fest, dass die SPD mehr denn je gebraucht werde, damit unser Land nicht gesellschaftlich gespalten und die Zukunft der Jüngeren ruiniert werde.
Fraktionsvorsitzender Brückner fasste seine Überlegungen zur Kommunalpolitik in fünf Punkten zusammen:
In erster Linie wolle die SPD-Fraktion den Standort Bensheim stärken. Sie befürworte das Gewerbegebiet Stubenwald II, möchte dort aber auch Einfluss auf den Branchenmix nehmen. Es sollten Betriebe angesiedelt werden, die auch genügend Arbeitsplätze für Nicht-Akademiker anbieten. Ebenso solle man bei einer Ansiedlung nicht nur mit der Betriebsleitung, sondern auch mit den Betriebsräten reden.

Zweitens sei die SPD-Fraktion gegen einen Abbau sozialer Standards auch in finanziell schlechten Zeiten. Dies gelte insbesondere für den Bereich der Kinderbetreuung. Für Kinder unter drei Jahren solle die Stadt mehr eigene Betreuung anbieten. Das Angebot müsse auch für Eltern und Alleinerziehende mit kleinem Einkommen bezahlbar sein. Drittens wolle man das bürgerschaftliche Engagement und das Ehrenamt unterstützen sowie die soziale Verantwortung fördern. Ohne eine stärkere Einbindung und Mitwirkung der Bürger seien die Probleme nicht zu bewältigen.
Viertens wolle die SPD die schwierige Haushaltslage entschärfen und zugleich neue Handlungsspielräume für Zukunftsinvestitionen gewinnen. Dafür müsse man von einigen liebgewonnenen Gewohnheiten und Verhaltensweisen Abschied nehmen und auch unpopuläre Entscheidungen treffen. Hierzu seien breite Mehrheiten nötig. Schließlich sei die SPD bereit, hier politische Verantwortung zu übernehmen. Dieses Ziel könne man aber nur erreichen, indem man sich stärker auf die eigenen Grundwerte besinne. Mit Mut, Zuversicht und Selbstbewusstsein könne man dann auch andere überzeugen und bei der Kommunalwahl 2011 ein gutes Ergebnis erzielen. zg
Bergsträßer Anzeiger
23. Februar 2010


Bensheim. Die Ehrung langjähriger Mitglieder mit einem Neujahrsempfang zu verbinden, ist neu bei der Bensheimer SPD. Dazu hatte der Ortsverein am Freitag in das Hotel Felix eingeladen. Neben dem prominenten Ehrengast, dem früheren Bundesfinanzminister und hessischen Ministerpräsidenten Hans Eichel, konnte der Ortsvereinsvorsitzende Dr.
Wolfgang Johannsen unter anderen auch den Fraktionsvorsitzenden Dr. Klaus Brückner sowie den Auerbacher Ortsvorsteher Karl-Wilfried Hamel begrüßen.

Sein Willkommensgruß galt aber insbesondere den Mitgliedern, die aufgrund ihrer langjährigen Parteizugehörigkeit an diesem Abend im Mittelpunkt standen. Insgesamt 38 Namen füllten die Liste der Jubilare, von denen aber nicht alle anwesend sein konnten.
Anwesend war allerdings der Jubilar mit der höchsten Zahl an Mitgliedsjahren. Seit 65 Jahren gehört der Auerbacher Franz Bender der SPD an, der er mit 24 Jahren zum Ende des Zweiten Weltkrieges beigetreten ist. Er verkörpert das, was der ehemalige Oberfinanzpräsident, Dr. Lothar Müller-Laessig, anlässlich seiner Ehrung von Sozialdemokraten erwartet.
Mehr Vertrauen gefordert
Auf der Basis einer 50-jährigen Parteizugehörigkeit forderte er mehr Vertrauen ein. Solange man zu 51 Prozent mit der Partei übereinstimme, könne man die restlichen 49 Prozent vernachlässigen und daran arbeiten, dass die Zustimmungsrate wieder 100 Prozent werde. Müller-Laessig sprach sich dagegen aus, der SPD so schnell den Rücken zu kehren, wie es in der Vergangenheit so oft geschehen sei.
Unterstützt wurde er dabei von Dr. Johannsen, der die Ehrung der Mitglieder mit einem Geschenk für die Partei verglich, die angesichts des langjährigen Engagements der Mitglieder eigentlich die Geehrte sei. "Die Demokratie ist so gut, wie sie vor Ort auch gelebt wird", so der Vorsitzende.
Die Geehrten
Mit Urkunden und Ehrenzeichen wurden folgende Mitglieder ausgezeichnet:
Für 50 Jahre Mitgliedschaft Klaus Andel, Franz Brunnengräber Reinhold Gehbauer, Wilhelm Heidebrink, Monika und Rolf Leßmann, Günter Klein, Dr. Lothar Müller-Laessig und Karl Pfeiffer. Für 40 Jahre Mitgliedschaft Jürgen Blodt, Ilsetraut Hamel-Herzog, Jürgen Kilian, Alexander Klemm, Ingolf Matz, Wolfgang Pausch, Hugo Potthoff, Margit
Samstag, Klaus Schachner, Birgit Schocke und Gerhard Schöneberg.
Für 25 Jahre Mitgliedschaft Markus Friedrich, Micaela Kindinger, Bernd Linke, Peter Kröbel, Hermann Münster, Willi Moritz, Ottomar Sandrock, Doris Schneider, Rolf Schulz, Holger Töllner, Friedrich Wolf, Andrea Weihrich und Edgar Wolf. Für 10 Jahre Mitgliedschaft Dr. Walther Fitz, Brigitte und Martin Frey und Miriam Triefenbach. js
BA 25.1.2010
Energiepolitik: SPD hatte zum Forum über die Nutzung der Erdwärme
eingeladen / Dr. Jochen Bauer referierte
Bensheim. Es ist eine der wichtigsten Fragen des 21.Jahrhunderts: Wie
kann es gelingen, den steigenden Energiebedarf einer rapide wachsenden
Weltbevölkerung zu decken? Fossile Brennstoffe sind endlich, zudem
spielen dabei auch Fragen des Klimaschutzes eine Rolle.
Eine umweltfreundliche und zugleich in weiten Teilen der Welt
verfügbare Energieform stellte die SPD Bensheim im Rahmen ihres
energiepolitischen Forums im Hotel Felix vor: Erdwärme. Dazu hatte die
Partei Dr. Jochen Bauer eingeladen.
Bauer ist promovierter Chemiker, der sich nach seiner Pensionierung der
Geothermie zugewendet hat und nun die Stadt Weinheim bei ihrem Projekt
"Geothermie-Kraftwerk Rhein-Neckar/Weinheim" berät.
"Die Erdwärme ist eine interessante neue Energieform. Zudem ist die
Frage nach der Energiegewinnung entscheidend für die Zukunft", stellte
der Bensheimer SPD-Vorsitzende Dr. Wolfgang Johannsen zu Beginn fest.
Dr. Bauer konzipierte seinen Vortrag vornehmlich zum Thema "Tiefe
Geothermie". Diese spielt sich in mehreren tausend Metern Tiefe ab und
benötigt ein Kraftwerk zur Energiegewinnung. Sie unterscheidet sich so
von der oberflächennahen Geothermie, wie sie auch von Hausbauern zur
Versorgung der eigenen vier Wände genutzt werden kann.
Hohe Investitionen nötig
Nach einer Einschätzung des Bundesumweltministeriums, die von Dr. Bauer
geteilt wird, könnten 2050 50 Prozent des Primärenergiebedarfs über
Erdwärme gedeckt und so auch große Mengen Kohlendioxid eingespart
werden. Allein dazu wird es nicht kommen. Zum einen, weil der
uneingeschränkte politische Wille dazu fehlt. Zum anderen, weil die
Technik der Geothermie bei allen Vorteilen (rohstoffunabhängig,
regenerativ, jederzeit verfügbar, ökologisch) auch Risiken birgt.
Es sind hohe Investitionen notwendig, bevor mit dem Bau eines
Kraftwerks überhaupt begonnen werden kann. Es müssen sogenannte
Prospektionsmaßnahmen durchgeführt werden, um festzustellen, in welcher
Tiefe sich heißes Wasser zwischen den Gesteinsschichten befindet.
Danach besteht die Möglichkeit, sich beim zuständigen Landesamt, in
Hessen dem Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) gegen Vorlage einer
geologischen Vorstudie einen Claim zu sichern. Die Vorstudie selbst
kostet rund 10 000 Euro. Auf dem Gebiet dieses Claims ist der Inhaber
anschließend zu Bohrungen berechtigt.
Weil die Bohrungen aber sehr teuer sind, bietet es sich an, eine
Zweckgesellschaft zu gründen, an der sich neben verschiedenen
Investoren auch die Kommune beteiligen sollte. So könnten laut Bauer
die entstehenden Kosten besser verteilt werden. Bevor überhaupt gebohrt
wird, sollten die Prospektionsmaßnahmen eine hohe Wahrscheinlichkeit
für eine erfolgreiche Nutzung der Erdwärme rechtfertigen. Die Kosten
für die Bohrungen können sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag
belaufen.
Für das Kraftwerk werden zwei Bohrungen benötigt. Auf der einen Seite
wird das etwa 150 Grad Celsius heiße Wasser aus der Erde gepumpt, aus
dem - über eine Turbine und mittels Wärmeaustausch - Strom und Wärme
gewonnen werden. Auf der anderen Seite wird das auf etwa 30 bis 50 Grad
Celsius abgekühlte Wasser zurück in die Erde gebracht.
"Das Zieldreieck der Energiepolitik, nämlich eine sichere, ökonomische
und ökologische Energieversorgung zu gewährleisten, wird von der
Geothermie erfüllt", hielt Dr. Bauer fest. Sicher und ökologisch seien
Geothermie-Kraftwerke ohne Zweifel und die hohen Investitionskosten
(insgesamt 30 bis 45 Millionen Euro) für ein Kraftwerk ließen sich
ebenfalls rechtfertigen.
Aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und weiteren Förderprogrammen
würden solche Technologien finanziell bezuschusst. Zudem sei man
dadurch von Transfer- und Lieferländern (Gas aus Russland, Öl aus dem
Mittleren Osten) unabhängig, betreibe regionale Wertschöpfung und
gewinne umweltfreundlich Energie. pb
Bergsträßer Anzeiger
01. Februar 2010
Die sichere Versorgung mit Energie (Strom, Wärme, Mobilität) ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft, für wirtschaftliches Wachstum und für den Wohlstand einer Volkswirtschaft.
Dr. Jochen Bauer, einer der Initiatoren des Projektes „Geothermie-Kraftwerk Rhein-Neckar/Weinheim", beschreibt die Möglichkeiten einer sowohl ökologischen wie auch ökonomischen Energiegewinnung speziell in der Region „Oberrheingraben" durch die Nutzung von Erdwärme aus großer Tiefe.
Die öffentliche Veranstaltung findet am kommenden Mittwoch ( 27.) um 19 Uhr 30 im Hotel Felix, Damm Str. 46 statt.
Seit zwei Jahren wird auf dem Erlaubnisfeld der Stadt Weinheim exploriert und man ist sich jetzt sicher, dass mittels einer Tiefbohrung vermutlich mehr als 50 Liter Wasser pro Sekunde mit einer Temperatur von ca. 150°C gefördert werden können. Dem Wasser wird per Wärmeaustauscher ein Teil der Energie entzogen und durch eine Turbine in Strom für etwa 8.000 Haushalte umgewandelt. Danach ist noch ausreichend Wärmeenergie vorhanden, so dass rechnerisch ca. 15.000 Haushalte beheizt werden könnten.
Diese geothermische Energieressource ist nach menschlichen Vorstellungen unerschöpflich und regenerativ und sie ist im hohen Maße umweltfreundlich.
Es entsteht zudem ein hoher volkswirtschaftlicher Nutzen: der „Brennstoff" ist praktisch kostenlos und stammt nicht aus fernen, zudem zum Teil unsicheren Regionen. Die Entsorgung ist unproblematisch: das abgekühlte Wasser wird über eine zweite Tiefbohrung in den Untergrund zurück verbracht. Die Versorgungssicherheit ist bei optimaler Betriebsplanung und Durchführung das ganze Jahr über gewährleistet, unabhängig von Sonnenschein oder Wind. Es entstehen nur geringe Emissionen und ein Rückbau ist nach der Laufzeit (meist über 30 Jahre) problemlos möglich.
Den unstrittigen Vorteilen der Energiegewinnung durch Tiefe Geothermie halten Kritiker die ihrer Meinung nach großen finanziellen Risiken entgegen und auch die Risiken durch Erdbeben bei Tiefbohrungen oder dem Betreiben des Kraftwerkes. Der Referent wird auf diese Risiken detailliert eingehen und der Zuhörerschaft wird in der Diskussion ausführlich Gelegenheit gegeben werden, selbst die Vor- und Nachteile, die Chancen und Risiken dieser Technologie abzuwägen.
„Das Ehrenamt stärken, ein Beispiel geben und dabei über die ehrenamtliche Tätigkeit in Bensheim lernen“, dies seien die drei Zielsetzungen gewesen unter der die Bensheimer SPD im September ihre Aktion zum Thema Ehrenamt startete, so der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Breustedt in einem Pressebericht der SPD.
Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Organisationen, die sozial oder ehrenamtlich tätig sind, wurden dabei mit Kommunalpolitikern in direkte Verbindung gebracht, so die SPD weiter. Die Ehrenamtsaktion beruhte auf dem Angebot, kostenlos und an einem Tag ein in der Kommunalpolitik Bensheims aktives SPD-Mitglied zu buchen und mit ehrenamtlichen Tätigkeiten zu beschäftigen.
Das Angebot wurde vielfältig in Anspruch genommen, so die SPD in ihrer Pressemeldung. Das Spektrum der Aktionen reichte von dem Dekorieren einer Kaffeetafel für ältere Bürgerinnen und Bürger (Arbeiterwohlfahrt, AWO) bis zur Beratung in Sachen Internet (Freundeskreis Kleinkunst und Kultur) und vom Mittun bei der Feuerwehr (Jugendfeuerwehr Zell) bis zur Bewirtungsunterstützung (AWO) sowie von der Hilfestellung beim Aufbau des Auerbacher Weihnachtsmarktes bis zur Unterstützung bei der Betreuung von Demenzkranken.
„Sicher hätten wir noch etwas mehr gefordert werden können“ so Breustedt in einer Bewertung der Ehrenamtsaktion „aber wenn wir das Ganze als Anfang und nicht als einmalige Aktion sehen, dann war es ein guter Anfang“. Abschließend betont die SPD ihren Willen, ihr Angebot an die in Bensheim ehrenamtlich Tätigen im kommenden Jahr zu wiederholen.
Zu einer Fahrt auf die Schwäbische Alb lud die Bensheimer SPD alle BürgerInnen und Mitglieder am Samstag, den 17. Oktober ein. Mit dem Reisebus ging die Tour an Stuttgart vorbei über Nürtingen zunächst nach Metzingen. Dort gab es Gelegenheit, sich im bekannten Outlet-Center umzusehen.
Nach kurzer Weiterfahrt wurde direkt vor Bad Urach ein Picknick am Bus auf einem schönen Wanderparkplatz gehalten, wunderbar vorbereitet von unserer netten Busfahrerin. Auch das nieselige Wetter tat dem Picknick-Spaß keinen wirklichen Abbruch. Pünktlich hörte es auf zu regnen, und es bestand die Möglichkeit zu einem Spaziergang zum Uracher Wasserfall, was auch gerne wahrgenommen wurde.
Danach ging es ins Zentrum von Bad Urach, das nicht nur Luftkurort sondern auch
geschichtsträchtige Residenzstadt ist. Rund um den Marktplatz bot sich ein spätmittelalterliches Stadtbild mit Rathaus, Marktbrunnen, Stiftskirche, Residenzschloss
und vielen sehenswerten Häusern.
Die Rückfahrt führte zunächst hoch auf die Albhochfläche nach Grabenstetten und wieder steil hinab nach Gutenberg. Entlang der Burgruine Teck führte die Strecke bei Kirchheim wieder auf die Autobahn.
Im urigen Weingut Bös bei Malsch nördlich von Bruchsal kam bei der abendlichen Einkehr Speis und Trank nicht zu kurz.
Die Fahrt wurde vom SPD Ortsbezirk Bensheim-Mitte organisiert und finanziell unterstützt. Dafür herzlichen Dank!
Bensheim. Die Bensheimer SPD-Fraktion hat in ihrer Sitzung am Dienstag dieser
Woche für den Rest der Wahlzeit im Frühjahr 2011 eine neue Führung gewählt. Dr.
Klaus Brückner ist jetzt Vorsitzender. Seine Vertreter sind Marianne Mauch und
Kurt Manich. Michael Sydow ist weiterhin Geschäftsführer der Fraktion, Wolfgang
Teichgräber für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
In einer SPD-Pressemitteilung heißt es, dass die Fraktion "seit längerem, durchaus
auch mit Leidenschaft und Emotion, temperamentvoll und lebhaft, aber immer mit
einem festen Zusammenhalt" um Fragen ihrer Führung und ihrer politischen Richtung
gerungen hat.
Die SPD habe in den letzten Monaten einen Streit über Ziele, Inhalte und auch
Personen landauf, landab austragen und aushalten müssen, aber auch in Bensheim
habe sie erkannt, "dass Auseinandersetzungen über unterschiedliche und zum Teil auch
gegensätzliche Auffassungen und Einstellungen zu einem Ende und Ergebnis gebracht
werden müssen, um politikfähig zu sein".
Ein personeller Neuanfang sei vor diesem Hintergrund schon deshalb nötig geworden,
weil die seitherige Fraktionsvorsitzende Christine Klein und ihr Stellvertreter
Rudolf Volprecht vor zwei Wochen ihre Ämter zur Verfügung gestellt haben. Nach
eingehenden internen Beratungen habe man jetzt einmütig und einstimmig mit Dr.
Klaus Brückner einen sehr erfahrenen, allgemein anerkannten und geschätzten
Kommunalpolitiker, der zudem als Kreisbeigeordneter dem Kreisausschuss angehört, an
die Spitze der Fraktion gewählt.
Mit Marianne Mauch, die auch Kreistagsabgeordnete ist, und Kurt Manich, der schon
seit Jahren den Vorsitz des Ausländerbeirats innehat, erhalten zwei Mitglieder der
Fraktion, die bisher in der zweiten Reihe standen, die Gelegenheit, in Führungsaufgaben hineinzuwachsen.
Vier Punkte Brückners
"Wir wollen so die Zahl unserer erfahrenen und vielseitig bewährten Kräfte bis zur
Kommunalwahl vergrößern, zumal auch Christine Klein und Rudolf Volprecht weiterhin
in der Fraktion mitarbeiten", wird in dem Pressebericht hervorgehoben.
Für die politische Arbeit der SPD-Fraktion stellt Brückner vier Punkte in den
Vordergrund:
"Wir wollen den Wirtschaftsstandort Bensheim, der für uns Sozialdemokraten zugleich
auch der Beschäftigungsstandort Bensheim ist, weiter stärken. Deshalb waren und sind
wir auch für Stubenwald II.
Auch in Zeiten leerer Kassen wird es mit uns keinen Abbau der sozialen Infrastruktur
unserer Stadt, vor allem bei der Kinderbetreuung und der Unterstützung des
Ehrenamtes, geben. Die Folgekosten an anderer Stelle wären ungleich höher.
Ergebnis des "Ringens um die Richtung"
Die demokratische Mitwirkung der politischen Gremien, insbesondere der
Stadtverordnetenversammlung, darf nicht weiter ausgehöhlt werden. Politik braucht
Transparenz und Öffentlichkeit, braucht Partner und bürgerschaftliches Engagement auf
breiterer Basis."
Die SPD-Fraktion werde die Politik der Koalition kritisch begleiten. Sie werde aber auch
Verantwortung übernehmen, wo breite Mehrheiten nötig sind, um die Weichen für die
Zukunft unserer Stadt in die richtige Richtung zu stellen.
"Vor uns liegt viel Arbeit, harte Arbeit, aber auch Arbeit, die einen guten Sinn macht,
die wir uns mit Zuversicht und Selbstbewusstsein vornehmen und die uns auch wieder
Freude bereitet", wird der neue Vorsitzende aus der SPD-Fraktionssitzung abschließend
in der Pressemitteilung zitiert. zg
Bergsträßer Anzeiger
05. November 2009
Die Bewertung der übereinstimmend als schockierend wahrgenommenen Ergebnisse der Bundestagswahl stand im Mittelpunkt der ersten Vorstandssitzung der Bensheimer SPD nach der Wahl.
In der Analyse wurde die Auffassung vertreten, dass es offenbar nicht gelungen sei, die Leistungen der vergangenen Jahre der eigenen Mitglieder im Bundeskabinett und im Bundestag den Wählern zu vermitteln. Dazu gehörten z.B. die Reformen der Agenda 2010 und die zusammen mit der CDU getroffene Entscheidung zur Rente mit 67. Letzteres sei übrigens eine unausweichliche Konsequenz aus der Entwicklung der Demographie, sollten nicht die im aktiven Berufsleben stehenden jüngeren Bevölkerungsteile noch höhere Beiträge in die Rentenversicherung zahlen. Einige Vorstandsmitglieder fassten die Stimmungslage im Wählervolk – insbesondere bei jüngeren Wählern – mit der Formel zusammen, es habe diesmal als „uncool“ gegolten, SPD zu wählen.
Auch grundsätzliche Ursachen im Verhalten und in der Darstellung der SPD kamen zur Sprache. „Wir brauchen eine neue Wahrhaftigkeit.“ so der Ortsvereinsvorsitzende Wolfgang Johannsen. „Die Menschen haben uns die Politik in Hessen im vergangenen Jahr nicht verziehen. Der Verlust an Glaubwürdigkeit sei bundesweit eingetreten.“ Zwar sei dies nur als eine unter vielen Ursachen zu werten - aber eben eine, die auch vor Ort entstanden sei.
Mit 23 % der abgegebenen Stimmen hätten die Wähler die SPD mehr als schmerzlich abgestraft. Vor allem die hohe Zahl von Nichtwählern und die Verluste in Richtung anderer Parteien – insbesondere an die Linkspartei – müssten zu denken geben.
So müsse man sich nach 11 Jahren des Regierens in den nächsten Jahren als glaubwürdige und wahrhaftige Opposition bewähren. „In der parlamentarischen Zusammenarbeit muss sich die SPD neuen Strömungen und Partnern öffnen, ohne dabei den Kern sozialdemokratischer Politik – soziale Gerechtigkeit mit wirtschaftlicher Vernunft zu verbinden – aufzugeben.“ so Johannsen abschließend.
Die SPD sei ein „Haufen“ und keine Volkspartei mehr, so der Bensheimer FDP-Vorsitzende Holger Steinert in einem Leserbrief. Mit dem ersten Anwurf hat er das politische Florett aus der Hand gelegt und zum Breitschwert gegriffen. Ich möchte nicht zu gleichen Mitteln greifen, sondern lediglich auf den zweiten Punkt näher eingehen.
Die SPD denkt und handelt für die gesamte Gesellschaft und integriert aus ihr Menschen mit recht unterschiedlichen Meinungen - das macht sie zur Volkspartei. So war z.B. meine Meinung - und auch die vieler anderer SPD-Mitglieder - zur Politik Frau Ypsilantis das gesamte vergangene Jahr über sehr kritisch. Trotzdem halte ich es sehr gut im gleichen „Verein“ aus, wie der hier so heftig gescholtene und obendrein sehr verdienstvolle Jürgen Kaltwasser.
Die SPD hat in der Zeit ihrer Regierungsbeteiligung für unser gesamtes Land besonders viele notwendige und unbequeme Entscheidungen getroffen. Wir stünden in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise, deren Auswirkungen uns in der Stadt erst noch treffen werden, sehr viel schlechter dar, hätte sie diese Bürde nicht auf sich genommen.
Als Volkspartei gestaltet die SPD Politik nicht aus der Sicht von Spezialthemen und Interessengruppen heraus, sondern im bestmöglichen Interesse aller. Insbesondere wollen wir, dass Wohlstand sich - wenn nicht gleich - so doch möglichst gerecht verteilt; auch weil unsere Gesellschaft sonst auseinander bricht. Wir wissen, dass der breite Zugang zu Bildung und zu einer guten Krankenversorgung (ich könnte mehr aufzählen) nicht „nur“ eine Frage der christlich-abendländischen Ethik darstellt, sondern auch von immenser volkswirtschaftlicher Bedeutung ist. Wir verwechseln Werte auch nicht mit dem Stakeholder-Value (Aktienwert) der Kapitalbesitzer. Herr Steinert möge sich fragen, wo gerade die FDP in diesen Punkten heute steht.
Wolfgang Johannsen
(zu: Leserbrief Holger Steinert, 27.08.09)
Interessante Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Als Teil des Sommerprogramms des Bensheimer SPD- Ortsvereins besuchte eine Delegation des Vorstandes mit dem Vorsitzenden Dr. Wolfgang Johannsen den SPD- Vorstand des benachbarten nordbadischen Weinheim mit Stella Kirgiane-Efremidis als Vorsitzender.
„Weinheim gleicht Bensheim in mancher Hinsicht. Die geographische Lage und die Größe der Stadt sind ähnlich, aber es gibt auch Unterschiede wie die dominierende und prägende Stellung des Unternehmens Freudenberg im Wirtschaftsleben von Weinheim.“ begründet Wolfgang Johannsen die Wahl des Reiseziels.
In der Tat hätte der Besuch interessanter kaum sein können, so das Resümee der Bensheimer SPD-Delegation. Unter den vielen Einzelaspekten stachen drei besonders hervor: die Innenstadtentwicklung, die Stadthalle, und die ökologische Energiegewinnung.
In der Innenstadtentwicklung und vor dem Hintergrund demographischer Einflüsse stand und steht in der Diskussion - ähnlich wie in Bensheim - die Stärkung des innerstädtischen Gewerbes in der Einkaufszone im Mittelpunkt, auch dies ein vertrauter Gesichtspunkt für die Bensheimer. Gerade auch der Kundschaft aus dem Odenwald will man ein bequemes und attraktives Einkaufsziel bieten. Man habe, so betonten die Weinheimer Gastgeber, die guten Zeiten genutzt, in die Innenstadt zu investieren und aktiv einen Investor gesucht und gefunden, der bereit ist, das Großprojekt „Weinheim Galerie“ zu stemmen. Gleichzeitig wurde die Substanzerhaltung sicher gestellt - nicht zuletzt durch Verhinderung von Vorhaben auf der grünen Wiese, die den Abflusses von Kaufkraft aus der Innenstadt bedeutet hätten. Die Verfolgung des Zieles „Stärkung der Innenstadt durch Schaffung neuer Schwerpunkte und die Erhaltung vorhandener Stärken“ hätte Bensheim in den zurückliegenden Jahren auch gutgetan, so Wolfgang Johannsen zu diesem Punkt.
Von besonderem Interesse war auch das Thema Stadthalle. Man habe sich vor einigen Jahren für eine Renovierung entschlossen, sei aber mit dem Resultat insofern nicht ganz zufrieden, da neuere Anforderungen entstanden seien, z.B. durch neue Medien, durch neue Bedarfsstrukturen, die eine flexible Raumteilung erfordern, aber auch Anforderungen an Gebühren die einem breiten Spektrum von Vereinen und Initiativen den Zugang erlauben. „Sorgfältige Einpassung in den tatsächlichen Bedarf von heute und morgen“ ist hier besonders unerlässlich betonten Stella Kirgiane und der Weinheimer Stadtentwickler Stephan Fischer und verwiesen auf einige Modellprojekte, die von den Bensheimern sicher näher in Augenschein genommen werden sollten.
Ein besonders interessanter Gesprächspunkt führte zu den Weinheimer Ambitionen durch „Tiefe Geothermie“, also durch Wärme aus Tiefen von 3000 m und mehr, großtechnisch Energie zu gewinnen. „Fast die gesamte Bergstraße liegt auf einem geologisch aktivem Gebiet mit Gesteinsformationen, die eine Wärme-/ Energiegewin-nung in großem Stil besonders aussichtsreich macht“ erklärte der Weinheimer Projektleiter und SPD Vorstandsmitglied Dr. Jochen Bauer. Pilotanlagen würden bereits in Landau, Oberhaching und Kleve zu finden sein. Die Bensheimer sprachen Jochen Bauer spontan eine Einladung zu einer Informationsveranstaltung in ihrer Stadt aus.
Neben diesen Highlights wurden noch eine Reihe weiterer sehr interessanter Themen besprochen und man einigte sich darauf, den Dialog bei einem Termin in Bensheim fortzusetzen.
Deutschland-Plan von Steinmeier wird sehr begrüßt
Das wichtigste Thema der trotz Urlaubs gut besuchten August-Sitzung des Vorstandes der Bensheimer SPD im Hotel Felix war der unlängst zum Auftakt des Bundestagswahlkampfes von Frank-Walter Steinmeier veröffentlichte Deutschland-Plan.
„Arbeit stellt einen zentralen Punkt unseres Lebens dar und Arbeit wird das beherrschende Thema der nächsten Jahre sein. Wir begrüßen deshalb das Programm von Frank-Walter Steinmeier sehr“ resümierte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Dr. Wolfgang Johannsen das Er-gebnis der Diskussion zu diesem Punkt der Tagesordnung und fährt fort „Arbeit und Einkommen sind wesentliche Bestimmungsgrößen für viele andere Bereiche unseres Lebens wie Bildung, Zugangschancen zu Karrierewegen, Familie, Gesundheit. Nur wer beides will, eine starke Wirtschaft und die Beseitigung der Arbeitslosigkeit , ist überhaupt in der Lage, für unser Land gültige Visionen und Ziele zu entwickeln .“
Es erstaune daher nicht, dass Industrieverbände und z.B. Leo Apotheker, der Vorstandsvorsitzende der SAP und Emanuele Gatti, Vorstandsmitglied Fresenius Medical Care die Pläne Frank-Walter Steinmeiers unterstützten, sind doch Software und Medizintechnik Beispiele für Wettbewerbsbereiche in denen Deutschland führend sein muss. Ohne gute Zugangschancen zu exzellenter Bildung sei dies jedoch nicht möglich, so die SPD.
Die Thematik berühre auch unmittelbar Bensheimer Belange. Nicht nur, dass die Steuereinnahmen der Stadt von der Leistungsfähigkeit vieler mittelständischer und größerer Unternehmen im High-Tech Sektor abhingen, sondern dass mit fallenden Exportchancen und geringeren Markterfolgen insgesamt auch die Gefahr zunehmender Arbeitslosigkeit steige. Die von CDU und FDP in Aussicht gestellten zweifelhaften Steuersenkungen enthielten keinerlei Strategie zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung Deutschlands. „Wir müssen globaler und umfassender denken, damit wir lokal besser und gezielter handeln können“ so Johannsen weiter.
Frei von jeder Neidkultur - wie sie in den vergangenen Wochen ausgiebig gepflegt wurde - müsse und werde die SPD auch daran arbeiten, die Finanzmärkte zu reformieren. Die Rechnung, die Manager und Spekulanten der Gesellschaft für ihr Treiben und ihre Unfähigkeit präsentiert hätten und die nun über Konjunkturprogramme, Ar-beitslosigkeit und sinkende Staatseinnahmen zu bezahlen sei, müsse zu Konsequenzen führen. Außer der europäischen Sozialdemokratie sei keine Kraft ernsthaft interessiert und fähig, hier Ordnung zu schaffen. „Wir wollen, dass investiert und nicht spekuliert wird“ fordert die SPD abschließend in ihrem Pressebericht..
Um es vorwegzunehmen: Ulla Schmidt halte ich für eine hervorragende Ministerin.
Trotz dieses nicht mehr zu übertreffende Skandals wegen ihres Dienstwagens?
Ja, obwohl mir auch lieber gewesen wäre, sie hätte nicht ... Ein paar bohrende Fragen und Überlegungen sind doch da: Musste es denn gleich Spanien sein drängt sich als erste Frage auf. Schätzungsweise fünf Tankfüllungen wird das edle Dienst-Fahrzeug schon verschluckt haben auf dieser Fahrt. Barcelona ist sage und schreibe dreimal so weit von Berlin entfernt wie z.B. Stuttgart. Die Lüneburger Heide hätte es nun auch getan. Und warum überhaupt dieser teure Mercedes? Ein VW-Passat würde doch den gleichen Zweck erfüllen. Vielleicht sogar noch etwas kleiner. Man muss schließlich sparen im öffentlichen Dienst. Und der Fahrer und dazu auch noch im Urlaub. Und dann ihr riesiges Gehalt. Muss das wirklich sein? Die bekommt doch bestimmt so viel wie ein richtiger Abteilungsleiter bei der Deutschen Bank. OK, nicht ganz so viel - aber doch sehr, sehr viel. Es wird deutlich, der Skandal könnte hier erst richtig beginnen!
Privilegien über Privilegien wohin man schaut. Das muss einen doch - um im Urlaubsbild zu bleiben - auf die Palme bringen. Warum sollte es uns dabei scheren, was sie geleistet hat in acht Jahren als Ministerin?
Lob kam aber auch dieser Tage, und zwar z.B. von der Organisation zur Korruptionsbekämpfung „Transparency International“. Die hat Frau Schmidts Verdienste bei Verminderung der Geldverschwendung im Gesundheitswesen gelobt. So z.B. als es kürzlich um Vorkasse und Schließung von Arztpraxen ging. Es hätte sich eigentlich gehört zu sagen: „Das hat sie gut gemacht, die Frau Schmidt", so die im Vorstand der Organisation tätige Anke Martiny. Dies sagte sie am 29. Juli als der Super-Skandal schon tobte. Und wie gesagt, ich meine auch, Ulla Schmidt ist eine ausgezeichnete Ministerin.
Wolfgang Johannsen
Nachruf: Bensheim verlor Peter Rapson / Der Sozialdemokrat wurde 69 Jahre alt
Stadtrat starb nach langer Krankheit
Bensheim. Die Politik war für Peter Rapson mehr als ein Hobby. Sie war gelebtes Ehrenamt und der Schlüssel für weiteres Engagement. Als Stadtrat kann man mehr bewirken. Er starb jetzt im Alter von 69 Jahren.
Rapsons politische Heimat war die SPD. Er redete Klartext - auch zu seinen Genossen, er war stets fair und ideologiefrei. Das am 16. April 1940 in Lübeck geborene Nordlicht sprach Klartext mit einer entwaffnenden Schroffheit, die aber nicht verletzend wirkte. Er war kühl, aber herzlich, biederte sich nicht an, hatte eine eigene Meinung, ließ sich aber auch überzeugen. Er wollte immer das Beste für Bensheim. Das spürte man.
Obwohl er alles andere als leutselig war, hatte er es gerne mit Menschen zu tun. Als Vertreter der Stadt bei Geburtstagen, Ehe- oder sonstigen Jubiläen zu gratulieren, war ihm ein Anliegen. Hier sah er Verknüpfungspunkte für seinen Einsatz für Senioren. Eine Herzensangelegenheit war ihm der Einsatz für Wohnsitzlose.
Peter Rapson kam im Jahre 1971 nach Bensheim. Er war Stadtverordneter, stellvertretender Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, Ausschussvorsitzender, arbeitete in diversen Kommissionen und so lange im Ortsbeirat von Hochstädten, bis er nach Bensheim zog. Seit mehr als acht Jahren war er Stadtrat.
Während der überwiegenden Zeit seines politischen Wirkens arbeitete er bis zu seiner Pensionierung als Gebietsverkaufsleiter der Wellpappenfabrik in Biebesheim. Für sein ehrenamtliches Engagement wurde er im Februar dieses Jahres mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet.
Ob er Schöffe wurde, weil er Krimis liebte, ist Spekulation. Fakt ist, dass der Ehrenmann mehr als zwanzig Jahren die dunklen Seiten des Lebens von Richtertisch aus erlebte. Spätestens hier lernte er auch, dass Recht nicht immer deckungsgleich mit Gerechtigkeit ist.
Peter Rapson war ein Familienmensch. Mit seiner Frau reiste er gerne und viel, blieb aber meist auf dem Kontinent. Bevorzugte Ziele fanden Maria und Peter Rapson in Deutschland und Österreich, wo sie geboren wurde. Kontakte hielt er über die Bensheimer Partnerschaftsvereine nach England und Ungarn.
So frei Peter Rapson in politischen, gesellschaftlichen und sozialen Bereichen dachte und argumentiere, so urdeutsch war seine Prägung im Sport.
Zwar ließ er es selbst eher gemächlich angehen und war das, was sein Freund und Stadtrat-Kollege Matthias Schimpf "einen großen Fernseh-Sportler" nannte, doch fieberte er beim Zuschauen.
Auf eine Sportart war er nicht festgelegt. Wann immer aber ein Wettbewerb mit nationaler Beteiligung auf dem Bildschirm flimmerte, versuchte er es sich so einzurichten, dass er pünktlich Daumendrücken konnte.
Mit Peter Rapson verliert die Bensheimer SPD einen Parteisoldaten, dem Dogmen ein Gräuel waren. Bensheim verliert einen zupackenden Politiker mit Herz und Verstand. Karl-Josef Bänker
Bergsträßer Anzeiger
24. Juni 2009


Einstimmig haben die Delegierten des außerordentlichen SPD-Bundesparteitages das Regierungsprogramm der SPD 2009 - 2013 am 14. Juni beschlossen. "Sozial und Demokratisch" ist der Titel des Regierungsprogramms.
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Bezirksparteitag: Gernot Grumbach wiedergewählt
Für Gerechtigkeit in der Krise – Michael Siebel und Christine Lambrecht neue Stellvertreter
Gernot Grumbach wurde als Bezirksvorsitzender des SPD Bezirks Hessen-Süd wiedergewählt. Die Delegierten wählten ihn auf dem Parteitag am 19. Juni in Langenselbold mit 131 Ja-, 53 Nein-Stimmen und 10 Enthaltungen. Als neue Stellvertreter wählten sie den Darmstädter Landtagsabgeordneten Michael Siebel und Christine Lambrecht, Bundestagsabgeordnete von der Bergstraße.
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Finanzpolitik
"Der größte Schuldenmacher Hessens"
Der Hessische Landtag hat den Haushalt 2009 verabschiedet. Die Schulden wachsen dabei in immer schnellerem Tempo.
Die SPD hat mit den anderen Oppositionsparteien den Etat abgelehnt. Norbert Schmitt spricht vom "größten Schuldenmacher in der Geschichte Hessens". Die Frankfurter Rundschau titelt "Schulden-Tsunami" und kommentiert "Kochs Schuldenberg".
Darmstädter SPE-Sprecher informierte SPD-Vorstand
Die am 7. Juni stattfindende Europawahl rückt die Tatsache noch stärker in den Vordergrund : Im Bewusstsein der Menschen in den Mitgliedsländern muss Europa stärker als bisher präsent gemacht werden. Europa ist für die meisten von uns weit weg und stellt sich als eine oft von den Medien kritisierte monströse Bürokratie dar, die zwischen Städten Brüssel, Luxemburg und Straßburg unterwegs ist.
Um das Zusammenwachsen Europas unmittelbar erfahrbar zu machen, sind Mitglieder innerhalb der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE) aktiv geworden und stellen die direkte Vernetzung untereinander her.
Der SPD-Vorsitzende Wolfgang Johannsen begrüßte den Sprecher der Aktivistengruppe in Darmstadt, Thomas Keller, als Gast bei der monatlichen SPD-Vorstandssitzung. Er begrüßte es, dass nicht ein weiteres Gremium in der Partei ins Leben gerufen werde, sondern Menschen sich direkt zu europäischen Fragen austauschten. „Wer heute durch Europa reist, kann sich nur freuen über den historisch einmalig friedlichen und wohlhabenden Zustand in dem sich unserer Kontinent befindet“ so Johannsen weiter, der auch betonte, dass noch viele Fragen mit erheblicher Sprengkraft ungelöst seien.
Besondere Bedeutung, so Thomas Keller, komme hierbei der Herstellung von Kontakten zu den Schwesterparteien in den Partnerstädten zu. Alle sechs Partnerstädte Bensheims seien in EU-Ländern zu finden. Interessierte Parteimitglieder könnten an europaweiten Treffen und Kampagnen teilnehmen.
Thomas Keller abschließend : „Wir müssen eine sozialdemokratische Bewegung von unten schaffen, die hilft Europa sozialer zu gestalten, damit die EU nicht die EU der Unternehmen bleibt, in der es zwar sämtliche Freiheiten für das Kapital gibt, aber die soziale Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger nicht in ausreichendem Maße gewährleistet ist.“
Leserbrief "Abnicker...", BA v. 7. 5., zum Bauprojekt Eifelstraße
Namens der Bürgerinitiative "Kappesgärten BW 15 A" lädt Herr Blankenburg diejenigen, die in den Gremien bzw. "Instanzen" die Pläne zur Bebauung des Flurstücks 917 "abgenickt" hätten, zur Besichtigung vor Ort ein. So weit so gut, nur nennt er nicht Ross und Reiter, sondern adressiert ganz offenbar die gesamte Stadtverordnetenversammlung.
Zweierlei bitte ich dabei zu berücksichtigen:
Reduzierung beantragt
Die Pläne wurden (in der SPD-Fraktion war ich dabei) keinesfalls "abgenickt", sondern es gab eine ernsthafte Auseinandersetzung und Beschlussfassung. Unsere Vertreter im Bauausschuss beantragten, für zwei der drei geplanten Gebäude eine Reduzierung um jeweils ein Stockwerk vorzusehen.
Immer fair bleiben
Ähnlich ernsthaft arbeiten meiner Erfahrung nach in aller Regel auch die anderen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung.
Zwar ist es modisch, pauschal auf "Politiker" zu schimpfen - selbst auf uns ehrenamtliche Feierabend-Amateure -, aber dennoch bitte ich um das gebotene Maß an Fairness in der Auseinandersetzung.
Dr. Wolfgang Johannsen
Stadtverordneter und Vorsitzender SPD Bensheim
BA 09. Mai 2009
Ortsbezirk Mitte: Vorstand im Amt bestätigt / Werner Bauer bleibt Vorsitzender
Bensheim. Bei der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsbezirks Bensheim-Mitte, der mitgliederstärksten Untergliederung im Ortsverein Bensheim, wurde erneut Werner Bauer einstimmig zum Vorsitzenden gewählt.
Seine Stellvertreter sind weiterhin Klaus Draudt und Dr. Walther Fitz. In ihren jeweiligen Ämtern als Schriftführer und Kassierer wurden Kurt Manich und Wolfgang Teichgräber bestätigt. Als Beisitzer gehören dem Vorstand künftig Reinhard Grohrock, Petra Petermann, Philipp Thoma und Roland Zeising an. Edgar Wolf und Michael Sydow übernehmen die Aufgabe der Kassenprüfer.
In seinem Rechenschaftsbericht erwähnte der Vorsitzende zahlreiche Aktivitäten, die dazu beitrugen, den Zusammenhalt unter den Mitgliedern zu fördern. Kassierer Teichgräber konnte vermelden, dass trotz des Meinungstiefs und des Mitgliederschwunds, der Ortsbezirk Mitte sogar einen geringfügigen Zugang an Mitgliedern zu verzeichnen hat. Besonders erfreulich sei es, dass auch wieder junge Menschen bereit sind, sich in der SPD zu engagieren.
Vorsitzender Bauer nannte es einer der Schwerpunkte des neuen Vorstands, die Mitgliederbetreuung zu verstärken und neue Mitglieder für eine Mitarbeit zu gewinnen. Es solle dabei deutlich gemacht werden, dass "gerade in der heutigen Zeit das auf Solidarität und Gerechtigkeit basierende Programm der SPD attraktiv ist".
Ein weiteres Anliegen sei es, kommunalpolitische Themen zu diskutieren und dabei der Fraktion und den Ortsbeiräten West und Mitte Anregungen für ihre Arbeit zu geben. zg
Bergsträßer Anzeiger
08. Mai 2009
Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold stellt sich bei der SPD vor
Anlässlich der monatlichen Sitzung des Vorstandes der Bensheimer SPD konnte der Vorsitzende Wolfgang Johannsen den aus Offenbach stammenden hessischen Landesvorsitzenden des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, Cornelius Zimmermann, begrüßen. Eingeladen wurde er vom stellvertretenden Ortsvereinsvorsitzenden Philipp Thoma, der Mitglied im Bundesvorstand des Reichsbanners ist.
Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold wurde 1924 von den demokratischen Parteien in der Weimarer Republik als Schutzformation gegen Nationalsozialisten und Kommunisten gegründet und nach dem Krieg wiederbelebt. Seit einigen Jahren erfährt die Organisation insbesondere bei jüngeren Menschen, einen wachsenden Zuspruch.
Heute ist die wichtigste Aufgabe des Reichsbanners, jungen Menschen den Wert der freiheitlich-demokratischen Grundordnung nahe zu bringen und staatsbürgerliche Bildung in Podiumsdiskussionen, Ausstellungen und Seminaren zu vermitteln. Die parteiübergreifende Vereinigung möchte anhand unserer von zwei menschenverachtenden Diktaturen geprägten Geschichte zeigen, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist, sondern bewusst wahrgenommen und täglich neu erstritten werden muss. Dazu gehört die Organisation von Veranstaltungen wie Wanderausstellungen und Schülerfahrten.
Auch prominente Sozialdemokraten wie zum Beispiel Helmut Schmidt, Franz Müntefering oder Kurt Beck sind Mitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold.
Mitmachen kann jeder, der die Überzeugungen und Wertvorstellungen des Reichsbanners teilt. Informationen finden sich unter www.reichsbanner-hessen.de

"Es muss klar werden, dass die SPD in Reaktion auf die Krise gelernt hat." Der verbal ganz dick unterstrichene Kommentar von Vorstandsmitglied Ewald Nyc zum gegenwärtigen Zustand seiner Partei war gleichsam ein Aufruf zu mehr innerer Geschlossenheit und
Glaubwürdigkeit.
Von den anwesenden 35 Genossen wurde das Statement kollektiv beklatscht. Das katastrophale Ergebnis bei der hessischen Landtagswahl soll den Beginn eines politischen Neuanfangs markieren, bei der die SPD mit neuer Kraft einem scharfen Profil punkten will.
Hoffnungsträgerin Hechler
Bei der Hauptversammlung des Bensheimer Ortsvereins in der Weinstube "Clara" wurde die Landratskandidatin Katrin Hechler am Freitag als personifizierte Hoffnung für eine interne Frischzellenkur auf die Zielgerade geschickt. Auf Kreisebene fühlt sich die SPD personell wie inhaltlich besonders gut positioniert. Bis zum Wahltag am 7. Juni will
Hechler optimistisch nach vorne schauen und mit einem klar definierten politischen Programm die Wähler überzeugen.
"Geschlossenes Auftreten"
Ein Selbstverständnis, das sich die Kandidatin auch auf Landesebene wünschen würde: In Bensheim forderte Hechler dazu auf, mit Gestaltungswillen und Zuversicht ins Superwahljahr zu gehen. Ein "geschlossenes Auftreten" forderte auch die Bergsträßer
Bundestagsabgeordnete Christine Lambrecht, die im Verlauf der Versammlung ebenfalls nach Bensheim gekommen war.
Mit Wundenlecken hielt man sich am Freitag eher zurück. Zum Zustand der Hessen-SPD sagte Dr. Wolfgang Johannsen, dass durch einen personellen wie inhaltlichen Wiederaufbau die Handlungsfähigkeit der Partei wiederhergestellt werden müsse. Der Ortsverein wolle seinen Teil dazu beitragen. Im vergangenen Jahr sei deutlich geworden, dass es den Bensheimer Sozialdemokraten nicht an innerer Einheit mangele, wenngleich manches Thema auch in der Partei unterschiedlich gewichtet wurde. Johannsen sprach von Vielfalt in der Einheit: Individualität sollte nicht nur zugelassen, sondern auch aktiv gefördert werden.
Dann widmete sich der Vorsitzende einer anderen, noch größeren Krise:
Die Situation des weltweiten Wirtschafts- und Finanzmarkts bezeichnete er als Folge eines "losgelassenen Turbo-Kapitalismus", der kräftig nach hinten losgegangen sei.
Den gescheiterten Vorstellungen eines unregulierten Marktes, wie er von Teilen der CDU und durchgängig von der FDP propagiert werde, müsse das Konzept einer betont freien sozialen Marktwirtschaft entgegen gehalten werden. Die SPD erkennt eine soziale Verarmung, die sich insbesondere auch auf das nationale Bildungssystem niederschlägt: Die Bildungschancen für die gestiegene Zahl an Kindern aus niedrigeren Gesellschaftsschichten seien im europäischen Vergleich überaus schlecht.
"Selbstmord des Systems"
Als Mitverursacher dieser Situation nannte Johannsen die wirtschaftsliberalen Kreise in CDU und FDP, die einen "Marktradikalismus" predigen, obwohl sie nun vor dem Scherbenhaufen ihrer eigenen Ideologie stünden.
Die von der FDP viel zitierte Freiheit sei insbesondere jene Freiheit, sich der sozialen Verantwortung zu entziehen, so der Vorsitzende weiter. Einem Selbstmord des Systems sei man in den letzten Monaten gefährlich nahe gekommen. tr
Bergsträßer Anzeiger
30. März 2009
„Seit Monaten erleben wir, wie der Magistrat der Stadt mitsamt der Mehrheit der Bensheimer Parteien sich darin übt, die Wirtschaftskrise zu ignorieren, statt sich konstruktiv darauf vorzubereiten“ so Wolfgang Johannsen, Vorsitzender des Bensheimer SPD-Ortsvereins.
Die SPD drängt in ihrer Presseerklärung auf eine baldige und umfassende Auseinandersetzung mit diesem Thema. Bereits heute seien Bensheimer Betriebe aufgrund des einbrechenden Absatzes gezwungen, Mitarbeiter zu entlassen oder Kurzarbeit und Entlassungen anzukündigen. Für 2010 rechnen die ernstzunehmenden Prognosen mit einem wirtschaftlichen Rückgang, dessen Ausmaße ständig weiter nach oben korrigiert werden. Dies sei seit Monaten täglich nachzulesen und die Prognosen ähnelten sich, gleichgültig ob sie von Bundeskanzlerin Merkel, Finanzminister Steinbrück, Luxemburgs Premier Juncker , Internationalem Währungsfonds, Forschungsinstituten oder aus sonstigen seriösen Quellen stammen.
„Es reiche in keiner Weise, lediglich darauf zu warten, dass für Bensheim Mittel aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung abfallen würden“ so Johannsen in der SPD Pressenotiz „vielmehr sei nun von uns allen gefordert, über Mittel und Wege nachzudenken, die Folgen der zu erwartenden Auswirkungen hinsichtlich Arbeitsplatz- und Einkommensverlust zu mildern“.
Bisher, so die SPD, kam sprichwörtlich weniger als nichts seitens des Magistrats. Vielmehr übte sich dieser in aktiver Abwehr, das Problem überhaupt zur Kenntnis zu nehmen: „Katastrophenlyrik“ so Stadtrat Schimpf (GLB), „Politiker sollten an die Gegenwart und nicht an die Zukunft denken“ so der Vorsitzendes des Haupt- und Finanzausschusses Roeder (CDU) und - noch in der vergangenen Woche - „Krisengeschwätz“ so Bürgermeister Herrmann (CDU).
„Entsprechend dünn“ - so der SPD-Vorsitzende „auch die öffentlichen Äußerungen der seitens anderen Bensheimer politischen Parteien“. Die CDU verhalte sich wie der Bürgermeister, die GLB - offenbar aus Koalitionsräson - auch, die FDP verkündet, dass der Staat sich überall heraushalten solle und die FWG - sonst durchaus für Pragmatik zu haben - schweigt.
Wenn nicht alles täusche, so die SPD abschließend in ihrer Pressenotiz, laufen wir offenen Auges in die - auch für unsere Stadt - schlimmste Wirtschaftskrise seit über 50 Jahren. Die SPD rufe dazu auf, dass sich Politik und mit ihr auch Verbände und Vereine endlich ernsthaft mit Fragen befassen wie die beiden folgenden: Wie kann die Stadt bzw. können wir als Kommune Betrieben helfen, Entlassungen zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern? Welche Möglichkeiten haben wir, Familien zu helfen, wenn sie in den kommenden Jahren von Arbeitslosigkeit betroffen sind? Wie können wir Beiträge leisten, Jugendlichen Perspektiven offen zu halten auch wenn das wirtschaftliche Umfeld schwierig ist?
Einfache Antworten, so die SPD abschließend, seien nicht zu haben aber der Versuch überhaupt welche zu finden, lohne auf jeden Fall.
BA 23.3.09
Der Kampf gegen die Wirtschaftskrise läuft in Bensheim auf Hochtouren. Man rückt ihr kulinarisch zu Leibe. Koch Lafer bringt mit Vorspeisen zusammen, was laut Bürgermeister, zusammengehört: Politik, Wirtschaft und - ach ja - Kultur. Entrees und Antipasti als scharfe Waffen gegen die Krise gewissermaßen. Daß dieses Event einstmals als ernstzunehmende Preisverleihung schauspielerischer Höchstleistungen begann, scheint inzwischen vergessen. Was gekocht wird, ist wichtig! Und wer den Koch bezahlt, bestimmt dann oft auch, wer Kellner ist.
Eine ideale Bühne für Sponsoren, sie sind die Protagonisten und erhalten Ehrenkarten und Ehrenplätze. Ich sehe den Tag kommen, an dem die Herren Mäurer und Herrmann mit kleinen Logos am Hemdkragen zu sehen sind - wie beim Fernsehsport. Die ganze Sache diene schließlich der Vernetzung und somit der Standortsicherung so ließ sich übrigens der Bürgermeister vernehmen - nun ist also klar welche Aufgabe Herr Brandauer und die fünf Vorspeisen zu erfüllen haben.
Nun ja, sei es drum. Das Spektakel verliert zusehends an Niveau, und kein Fettnapf wird ausgelassen. Sogar einer Gruppe von Schülern wurde - dabei deren Leserbrief grob entstellend - per Presseveröffentlichung des Magistrats “Anspruchsdenken” angehängt, wo keins war. Allerdings, wer wollte das nicht verstehen: Ein Magistrat der auf sich hält, muss sich schließlich gegen diese Jugend wehren - und sei es mit einem ordentlichen Tiefschlag.
Zum Glück registriert jedoch kaum jemand außerhalb Bensheims, daß sich dies alles hier in unserer kleinen Provinzstadt (die erst so zu einer wird) abspielt.
Dr. Wolfgang Johannsen
BA vom 10.3.2009
SPD-Fraktion: Für Werbe-Reiter sind neue Regelungen nötig / Satzung juristisch umstritten
Für Ausgleich der Interessen
Bensheim. Die SPD-Fraktion beschäftigte sich in ihrer Sitzung mit den rechtlichen Vorgaben der Aufstellung der "Werbe-Reiter" und dem weiteren Vorgehen in dieser Sache.
Laut Pressemitteilung der Sozialdemokraten geht es bei dieser Aufstellung, wie im Ausgangspunkt unstreitig ist, um eine "Sondernutzung", für die eine Erlaubnis der Stadt nötig ist. Im Rechtssinne handelt es sich nach den Erläuterungen von Dr. Klaus Brückner um ein "präventives Verbot mit Erlaubnisvorbehalt".
Dies bedeute aber nicht, dass das Aufstellen der Werbe-Reiter als solches verboten sei, sondern nur, dass mit dem Aufstellen erst begonnen werden darf, wenn seine Rechtmäßigkeit von der Stadt geprüft und bejaht worden sei.
Die Prüfung der Stadt habe eine Kontrollfunktion. Sie solle sicherstellen, dass von vornherein erkennbare Störungen verhindert werden oder sich doch in zumutbaren Grenzen halten und dass bei widerstreitenden Interessen ein angemessener Ausgleich gefunden werde. Die Stadt habe aber, wie die SPD weiter ausführt, nicht das Recht, in einer Satzung für Bereiche der Innenstadt oder für bestimmte Personengruppen, schon gar nicht zulasten der unmittelbaren oder mittelbaren Anlieger, eine Sondernutzung generell zu untersagen oder nur ausnahmsweise zu gestatten.
"Grenzbereich der Unzulässigkeit"
Damit würde, so Dr. Klaus Brückner, "das präventive Verbot mit Erlaubnisvorbehalt in unzulässigerweise in ein repressives Verbot mit Erlaubnisvorbehalt umgewandelt und damit in sein Gegenteil verkehrt". Schon die in der Stadtverordnetenversammlung getroffene Satzungsregelung ist nach Ansicht des Juristen "im Grenzbereich dieser Unzulässigkeit". Er habe sich auch deshalb bei der Abstimmung der Stimme enthalten.
Jedenfalls aber müsse über Erlaubnisanträge in jedem Einzelfall eine Ermessensentscheidung getroffen werden. Dabei sei immer eine Abwägung vorzunehmen, insbesondere zwischen den Belangen des Straßen- und Stadtbildes sowie der Fußgänger einerseits und andererseits den berechtigten Interessen der Gewerbetreibenden, die im - unmittelbaren oder mittelbaren - Bereich Fußgängerzone ihre Geschäfte haben. Über diese Rechtslage ist man sich nach dem Eindruck und nach den Erkenntnissen der SPD-Fraktion nach den Worten ihrer Vorsitzenden Christine Klein im Rathaus nicht hinreichend im Klaren.
Daher fordert die SPD, dass im Zuge der ohnehin anstehenden Überprüfung der Satzungsregelungen nicht nur diese Regelungen präzisiert, sondern auch Richtlinien erlassen werden für die Ausübung des Ermessens bei der Entscheidung über die Erteilung von Sondernutzungserlaubnissen. Diese Richtlinien müssten den Ausgleich der Interessen sicherstellen.
Zuständig für den Erlass der Richtlinien sei vielmehr die Stadtverordnetenversammlung. Nach der Verlautbarung der SPD ist diese Aufgabe für die Stadtverordneten "ein dickes Brett".
"Aber wir wollen beim Bohren dieses Brettes mithelfen und bitten alle Interessierten, vor allem aber die Betroffenen ebenfalls mit dabei zu sein", schließt die Mitteilung der SPD. zg
Bergsträßer Anzeiger
10. März 2009
Der Artikel zeigt, wie man es machen sollte. Dem Tourismusservice "die Bergstraße" gelingt es vorbildlich, die Bergstraße als touristisches Ziel herauszustellen. Ob Ausflugsziele, Veranstaltungen, Geschichte, Landschaft , Einkaufen, Wein und Essen - nichts fehlt und alles ist ansprechend und für den praktischen Gebrauch aufbereitet. Herzlichen Glückwunsch an "die Bergstraße" für dieses gelungene Informationspaket. Hinzuweisen ist noch auf das zugehörige Informationsangebot im Internet unter www.dieBergstrasse.de. Auch dort ist die Sache rundum gelungen.
Vorbild für Bensheim
Auffällig im Reigen aufgeführten Internetpräsenzen der Bergsträßer Städte und Gemeinden ist jedoch die geradezu triste Selbstdarstellung Bensheims. Hier mochte die Koalition aus CDU und GLB bereits mehrfach den Initiativen der SPD, die Internet-Seiten doch endlich einmal etwas aufzumöbeln, nicht folgen. Sogar die für Touristen so wichtigen Teile strahlen weiterhin den Charme eines Telefonbuchs aus. So schadet sich Bensheim nicht nur selbst, sondern versäumt es auch, zusammen mit den anderen Städten und Gemeinden einen angemessenen Beitrag zu einem attraktiven Gesamtbild zu leisten.
Verzicht auf "Nibelungenland"
Besonders erfreulich an dem Artikel zu unserer schönen Bergsträßer Welt erscheint mir übrigens der Verzicht auf die Heraufbeschwörung des düsteren und gewalttätigen "Nibelungenlandes" als vermeintliche Attraktion. Ohne geht's deutlich besser, wie man sieht!
Dr. Wolfgang Johannsen
BA vom 21.2.2009
"Ich lasse mich nicht verbiegen", BA vom 3. Dezember 2008
Langwaden braucht den ICE-Tunnel? Wenn, dann dürfte dieser Bedarf sicher nicht an
erster Stelle stehen, sofern es um die Verkehrswege ICE und A 67 geht. Vielmehr
braucht Langwaden eine Minimierung des Verkehrslärms; gleich, aus welcher Quelle er
stammt. Und dies für die kommenden Jahrzehnte und darüber hinaus.
Was Langwaden - und damit die anderen Orte an dieser wahrscheinlichen Variante der
Streckenführung auch - braucht, ist die Minimierung des Schadstoffausstoßes, der
durch diese beiden Verkehrswege in Kombination verursacht wird. Und Langwaden hat
auch zweifellos Anspruch auf einen minimalen Flächenverbrauch und auf eine maximale
Umweltverträglichkeit entlang der Strecke.
Dann gibt es noch die Steuerzahler, also wir alle, die ihr sauer erarbeitetes Geld
sinnvoll angelegt wissen wollen. Und die Wirtschaft, die sich vom neuen und
auszubauenden Verkehrsweg Vorteile und Arbeitsplätze erhofft. Und wir alle wollen
Umweltschutz auch über Langwaden hinaus; wir alle wissen, dass die Verlagerung von
Gütern und Personen auf die Bahn den CO2-Ausstoß verringern helfen kann. Letzteres
geht jedoch nur, wenn Bahnlinien zu vertretbaren Kosten gebaut werden können.
Dies alles lässt sich nicht sinnvoll unter einen Hut bringen, wenn ICE und A 67 -
letztere wird ja auch in absehbarer Zeit ausgebaut - getrennt voneinander betrachtet
werden. Ein Tunnel in 30 Metern Tiefe für den ICE und eine laute (weil aufgrund dann
fehlender Finanzmittel schlecht schallisolierte) A 67 mit noch mehr LKWs sind sicher
keine plausible Antwort. Und ICE und A 67 beide in gebohrte Tunnel zu versenken,
dürfte wohl auch dem ausgabenfreudigsten Mitbürger absurd erscheinen. Im
Darmstädter Regierungspräsidium ist all dies wohl auch bereits seit längerem Stand
der Erkenntnis. Einigen Kommunalpolitikern dämmert dies offenbar auch.
Nur eine Person im gesamten Kreis Bergstraße braucht den 12 Kilometer langen,
bergmännisch gebohrten Tunnel wirklich: Landrat Wilkes, dem der Tunnel bei der
Landratswahl helfen soll. Danach sieht die Welt in der Tunnelfrage dann anders aus -
so meine Prognose.
Dr. Wolfgang Johannsen
Zur weiteren Onformation:
Hier (klicken) finden Sie einen Briefwechsel - der zum Teil über Leserbriefe geführt wurde - zwischen Dr. Wolfgang Johannsen (Ortsvereinsvorsitzender SPD Bensheim) und Herrn Dr. Helmut Klepper (Vorsitzender der Bürgerinitiative Mensch vor Verkehr e.V Lorsch und Einhausen) zur Frage eines Tunnels für die geplante ICE-Trasse entlang der A67.
Haushaltsdebatten bieten die klassischen Gelegenheiten zur Generalbewertung
auch in der Kommunalpolitik. Die diesjährige Vorlage des Nachtragshaushaltes durch den Kämmerer M. Schimpf bildete keine Ausnahme.
Seitens der SPD-Fraktion nahm Dr. Wolfgang Johannsen zur Politik des Magistrats unter Führung von Bürgermeister Herrmann und den Stadträten Schimpf und Sachwitz Stellung.
Der Schwerpunkt seines Beitrages war den wachsenden Schulden der Stadt und dem Fehlen zukunftsweisender Projekte gewidmet.
Dabei bestimmt eine durchwachsene und sogar vergleichsweise erträgliche fiskalische Ausgangssituation das Bild. Dieses wird aber entscheidend durch das Unvermögen des Magistrats getrübt, dem Anwachsen der Schulden Einhalt zu gewähren.
Im zweiten Teil seiner Rede verdeutlicht Dr. Johannsen unter Bezugnahme auf vielfältige SPD-Initiativen der vergangenen zwei Jahre, wo die SPD die Defizite in der politischen Arbeit der Koalition aus CDU und GLB sieht.
Warum die Welternährungskrise kein Zufall ist
Der Welthunger ist längst kein temporäres Problem mehr, sondern eine strukturelle
Welternährungskrise. Sie ist das Ergebnis einer jahrelangen Entwicklung, die nur am
Wohlergehen der Industrieländer orientiert war. Die Dokumentation beschreibt
Mechanismen der globalen Wirtschaft, die es armen Ländern wie beispielsweise
Ägypten, Bangladesch, Ecuador, China und Kenia erschweren, sich zu entwickeln.
Ein Mitteleuropäer gibt rund 15 Prozent seines Einkommens für Nahrungsmittel aus. In
Afrika, Asien und Lateinamerika müssen die Menschen bis zu 75 Prozent dafür
aufwenden. Aber schon seit drei Jahren steigen die Preise für Weizen, Reis und Mais,
und zwar drastisch. Die Gründe sind unter anderem in der Börsenspekulation mit
Nahrungsmitteln zu sehen und auch in der steigenden Nachfrage wegen der
Biotreibstoffe aus Agrarprodukten.
Weltweit hungern über 920 Millionen Menschen. Seit Kurzem gehen sie auf die Straße,
protestieren und plündern. Jahrelang wurde in der Welt still vor sich hin gehungert, leise
gestorben - die Weltordnung wurde nicht gestört. Was ist bei dieser Hungersnot anders?
Zum Beispiel, dass sich die Ernährungskrise nicht mehr nur auf die Armen beschränkt,
sondern bis.... mehr hier >>>
Die Bensheimer SPD sieht die Wohnbau Bergstraße auf risikoreichem und fragwürdigem Grund
Im allgemeinen vertritt auch die SPD den Grundsatz, dass Politik sich aus unternehmerischen Entscheidungen heraus halten soll . Das kann schon einmal anders sein, so die SPD in einer Pressemitteilung, wenn ein öffentliches Interesse vorliegt oder die Öffentliche Hand Anteile im Unternehmen hält. So wie jetzt bei der Wohnbau Bergstraße, die mit ihrer Entscheidung vom 28. Juli, ca. 11 Mio. Euro für eine Biogasanlage in Mecklenburg-Vorpommern zu investieren, ein hoch riskantes Manöver eingeleitet hat. Es liegt nicht nur weit von ihrem eigentlichen Kerngeschäft, dem Wohnungsbau, sondern ist auch ethisch bedenklich und im Fall des Falles landet ein sich realisierendes Risiko auf dem Rücken derjenigen, die dieser Genossenschaft ihr Geld für eine Wohnung anvertraut haben..... mehr hier >>>




SPD Vorführungen im Rahmen der Internationalen Woche
Der Anbau von Kaffee bildet die Lebensgrundlage für rund 25 Millionen Menschen in den Entwicklungsländern. Viele Kleinbauern haben über Jahre versucht, ihre Existenz mit dem Anbau von Kaffee zu bestreiten. Dies wird zunehmend schwieriger, da die Preise auf dem Weltmarkt durch ein Überangebot von Kaffee aus Südostasien massiv gefallen sind.
Der Faire Handel hat das Ziel, Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern. Dies bedeutet die Zahlung von Mindestpreisen und langfristige Lieferbeziehungen.
Im Rahmen der Internationalen Woche zeigte die SPD auf ihrem Stand auf dem Bensheimer Marktplatz am 29. und 30.Juni den sogenannten "Kaffeeparcours". Die Besucher konnten den Herstellungsweg des Kaffees selbst miterleben. Kinder wie Eltern konnten die einzelnen Schritte selbst ausführen und dabei feststellen, dass der Kaffee eigentlich viel zu billig verkauft wird.



