Mit der SPD auf den Spuren von August Bebel

Veröffentlicht am 22.08.2019 in Presse

Gruppenbild vor Bebel.Haus

Die SPD Ortsbezirk Bensheim-Mitte+ hatte Mitglieder und Freunde der Bensheimer SPD wieder zu einer Tagesfahrt eingeladen, die die Teilnehmer dieses Jahr nach Wetzlar und zum Schloss Braunfels führte. Der Besuch in Wetzlar startete mit einer ausführlichen Stadtführung, die schwerpunktmäßig dem Leben von August Bebel gewidmet war.

Bebel – geboren in Deutz bei Köln – kam mit sechs Jahren nach Wetzlar, nachdem nicht nur sein Vater, sondern zwei Jahre später auch sein Stiefvater verstorben war. Als begabter Schüler glänzte Bebel schon in der Wetzlarer Volksschule mit guten Leistungen. Ein Studium war ihm wegen schwieriger finanzieller Verhältnisse nicht möglich und so lernte er dann ohne eigentliche Neigung in Wetzlar das Drechslerhandwerk, wobei er versuchte, trotz schwerer Arbeit und langer Arbeitszeiten, sich durch Lektüre selbstständig weiterzubilden. Nach seinen Gesellenwanderjahren kam er über mehrere Stationen wieder nach Wetzlar zurück, fand dort aber keine Arbeit und zog weiter nach Leipzig, wo seine politische Arbeit begann. Der Unternehmer, Bestsellerautor, Redner und Politiker war nicht nur Mitbegründer der SPD sondern auch jahrzehntelang DAS Gesicht der Partei.

Die Führung startete vor dem Dom am belebten Marktplatz in Wetzlar mit einem Weg zum Bebel-Denkmal, das nach Zerstörung in der Nazizeit wieder einen angemessenen Platz hat. Der Stadtführerin gelang es, die Geschichte Wetzlars -besonders die des 19. Jahrhunderts - und die Biografie Bebels miteinander zu verbinden, sodass die Geschichte viel lebendiger und anschaulicher wurde. Manchem Anhänger der Sozialdemokratie wäre in der heutigen Zeit ein solch charismatischer und anerkannter Anführer sicherlich nicht unrecht.

Aber auch die romantische Liebesgeschichte des jungen Goethe zu Charlotte Buff wurde am so genannten Lottehof thematisiert. Danach nutzten noch die meisten Teilnehmer die Gelegenheit, den Dom näher kennen zu lernen – ein Gebäude, das eigentlich nie fertig wurde und vor allem durch verschiedene romanische und gotische Stilarten geprägt ist. Der Dom zu Wetzlar gehört zu den ältesten Kirchen in Deutschland, die von Katholiken und Protestanten gemeinsam genutzt werden.

Weiter ging es zum unweit entfernten imposanten Schloss Braunfels. Das Schloss liegt auf einer Basaltkuppe westlich des Luftkurortes Braunfels im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis. Seit dem 13. Jahrhundert ist es Sitz der Grafen von Solms und befindet sich noch jetzt im Familienbesitz der Grafen von Oppersdorff zu Solms-Braunfels. Es wurde 1246 erstmals urkundlich erwähnt und mehrfach umgebaut, zuletzt ab 1875. Die sehr aufschlussreiche Schlossführung gab Einblicke in die Geschichte der umfangreichen Anlage, führte vom Rittersaal durch Festsäle und Gemäldegalerien, aber der versierte Führer erzählte auch davon, wie manche heutige Redewendung auf mittelalterliches Brauchtum zurückgeht: So wurde dem betrügerischen „Schlitzohr“ der Ohrring aus dem Ohr gerissen und jeder konnte es sehen.

Auf der Rückfahrt machte die Gruppe einen Halt in Pfungstadt, wo sich alle Teilnehmer nach dem erlebnisreichen Tag bei einem kräftigen Abendessen stärken konnten.

wf

 
 

 

 

Jusos Bergstraße