Pressemitteilung der Fraktion zur Innenstadt

Veröffentlicht am 25.07.2019 in Presse

SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bensheim

PRESSEMITTEILUNG

Die Belebung der Innenstadt ist seit vielen Jahren das oft zitierte Ziel aller in der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bensheim vertretenen Fraktionen. Das wichtige Thema hat die SPD-Fraktion in ihrer jüngsten Sitzung zu einem Rundgang in die Innenstadt geführt. Erster Anlaufpunkt war dabei der Marktplatz mit der derzeitigen Ruine des Hauses am Markt. Die Sozialdemokraten, die sich hatten überzeugen lassen, dass das seitherige Gebäude nicht mehr sinnvoll zu nutzen ist, lehnen aber den vorgesehenen Neubau entschieden ab.

Bereits bei der Grundsatzentscheidung im Stadtparlament am 23. März 2017 hatten die Sozialdemokraten den Verzicht auf einen mehrgeschossigen Neubau gefordert. Stattdessen hatten die SPD-Kommunalpolitiker einen städtebaulichen Wettbewerb angeregt. „Ziel des Wettbewerbs soll die Vorlage von Gestaltungsvorschlägen sein, die eine Platzgestaltung beinhalten, die die Höhenunterschiede zwischen dem Marktplatz und dem Platz vor der Kirche St. Georg nutzt, um einen großzügigeren Platz mit der Kirche als östlichem Abschluss zu erhalten,“ hieß es unter anderem in ihrem damaligen Antrag.

„Das sehen wir heute noch genauso“, führte Christiane Lux, SPD-Vorsitzende und stellvertretende Fraktionsvorsitzende, zum Diskussionsstand der SPD aus. Der Eindruck der Stadtkirche, die nach dem inzwischen erfolgten Teilabriss wieder sichtbarer wird, bestärkte die Fraktion. Der jetzt geplante Neubau wird noch etwas höher als das abgebrochene Gebäude und wird so den Blick auf die Stadtkirche erneut verbergen. Auch die historisierende Architektur findet nicht das Wohlwollen der Politiker.

„Ich ziehe auch in Zweifel, dass der vorgesehene Neubau tatsächlich dauerhaft eine Belebung des Marktplatzes bringen kann“, meinte das Mitglied des städtischen Bauausschusses Heiko Moritz. Er verwies auf die Tatsache, dass in Bensheim die belebende Gastronomie insbesondere in der unteren Fußgängerzone und rund um den Hospitalbrunnen zu finden ist. „Dass hier für eine vage Hoffnung Millionen verbraten werden sollen, lehnen wir ab“, sagte der Stadtverordnete Thorsten Schrader.

Dass mittlerweile der Vorschlag der SPD auch von den sogenannten mutigen Bürgern und in den sozialen Netzwerken aufgegriffen wurde, freute die Sozialdemokraten. Sie hatten in ihrem Antrag einen breiten Bürgerdialog zu dem Thema gewünscht. Stattdessen hat die Koalition ihre Vorstellungen unverändert durchgesetzt.

Nach der Auseinandersetzung mit dem Thema Haus am Markt mussten die Kommunalpolitiker sich nur etwas drehen, um die weiteren „Baustellen“ am Marktplatz in den Blick zu nehmen. Das frühere Kaufhaus Krämer hat durchaus viel Potenzial, meinen die Stadtverordneten der SPD. „Dieses hätte man aber auch Privaten überlassen können. Die MEGB hätte hier nicht tätig werden müssen“, meinte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Werner Bauer. Die Politiker wollen hier die weitere Entwicklung abwarten.

Als viel bedeutenderes Projekt sehen sie die Rettung der denkmalgeschützten Fachwerkhäuser an der Nordseite des Marktplatzes. Hier ist dringender Handlungsbedarf, der das weitere Tätigwerden der Stadt erfordert. Dass die Stadt die Häuser jedoch nicht zu jedem Preis erwerben wird, wird durch die Sozialdemokraten gebilligt.

Beim weiteren Rundgang durch die Fußgängerzone wurden die strukturellen Veränderungen im Geschäftsleben der Stadt thematisiert. Neben einigen Leerständen, die ein deutliches Symptom der innerstädtischen Probleme sind, ist vor allem die Verengung des Angebotes auf mehr und mehr Dienstleistungsbereiche zu erkennen. Das klassische inhabergeführte Verkaufsgeschäft wird zunehmend seltener. „Auf diese Entwicklung hatte ich unter anderem bei der Planung des neuen Fachmarktzentrums an der Wormser Straße aufmerksam gemacht“, sagte der Stadtverordnete Michael Sydow dazu, der viele Jahre selbst ein Geschäft in der Fußgängerzone geführt hat. Er sieht einen Teil der Probleme durch solche Entscheidungen als „hausgemacht“ an.

Schließlich monierten die Kommunalpolitiker noch die Parkraumbewirtschaftung, die auch noch die wenigen Parkplätze im Freien kostenpflichtig macht. Aus Sicht der SPD treibt das die potenziellen Kunden noch stärker in die Zentren auf der „grünen Wiese“.

Die Bensheimer Sozialdemokraten sehen in einer gesunden Innenstadtentwicklung eine Kernaufgabe der Kommunalpolitik, heißt es abschließend in einer Pressemitteilung der Fraktion.

 
 

 

 

Jusos Bergstraße